Königheim

Bücherzelle In der Münzgasse in Königheim finden Bücherwürmer ab sofort genügend Stoff zum Schmökern

Ein Tauschplatz für gutes Lesefutter

Archivartikel

Für Leseratten gibt es einen neuen Hot-Spot in Königheim. In der alten Telefonzelle in der Münzgasse ist mittlerweile eine Bücherzelle eingerichtet, die als Tauschbörse dienen soll.

Königheim. Viele Leseratten kennen das. Das eine Buch ist ausgelesen, ein neues ist nicht verfügbar. Das Lesefutter der vortrefflichen örtlichen katholischen Bücherei hat man schon verzehrt, auch im Freundeskreis ist kein Lesefutter verfügbar. Was tun?

Langgehegter Wunsch

Die Problematik war weit verbreitet. In Gesprächen unter Leuten, die gern schmökern, wurde immer wieder ein Büchertauschplatz ins Spiel gebracht. Mit der Einrichtung der Bücherzelle in der Münzgasse 2 auf dem jetzigen Anwesen von Chrissi und Patrick Köhler ging dieser langgehegte Wunsch nun in Erfüllung. In der ehemaligen Telefonzelle konnten die Gründer die Idee nun endlich umsetzen. Die Realisierung der Bücherzelle wurde auch dank einer großzügigen Spende des Fördervereins Mehrgenerationenspielplatz Königheim für die Materialkosten ermöglicht.

Ohne Regeln geht es nicht

Wie funktioniert eigentlich eine solche Bücherzelle? Hier gilt: „Nimm eins, lies eins und bring eins.“ Es ist ein Tauschplatz. Also jeder, der ein Buch aus dem Sortiment holt, sollte auch ein Exemplar in die Regale stellen. Im Moment gibt es noch viel Platz. Deshalb können auch noch Bücher eingestellt werden, damit eine breitgefächerte Auswahl zur Verfügung steht. Sobald die Regale voll sind, gilt die Regel „So viele, wie man zum Lesen mitnimmt, werden auch wieder gebracht“. Dabei ist es egal, ob es die mitgenommenen oder aber neue Bücher sind.

Die Gründer der Bücherzelle betonen aber auch, dass die Bücherzelle kein Ersatz für die blaue Tonne ist. Für ein gutes Funktionieren des Tauschplatzes ist es wichtig, dass keine stark beschädigten oder verschmutzten Bücher eingestellt werden. Auch sollte kein veraltetes Material, das schon seit Jahrzehnten in einem Karton oder auf dem Dachboden vor sich hin gegammelt istt, in der Bücherzelle entsorgt werden. Auch Zeitschriften, DVDs, CDs oder gar Kassetten oder Landkarten sollten dort nicht abgelagert werden. Auf keinen Fall dürfen Bücher mit extremistischem oder kinder- und jugendgefährdendem Inhalt eingestellt werden. Die Bücher sollten von den Nutzern nur einreihig in die Regale eingestellt werden. Dies sorgt für eine bessere Übersicht.

Sollten die Regale voll sein, dürfen keine Bücher auf „Vorrat“ auf dem Boden abgestellt werden. Sollte das, dennoch der Fall sein, würden die Bücher auf direktem Weg in die Altpapiertonne wandern.

Breites Sortiment das Ziel

Die Initiatoren sind sich einig, dass die Tauschbörse nur funktionieren kann, wenn sich jeder an die Regeln hält. Auch betonen sie, dass die Bücherzelle keine Konkurrenz zur katholischen öffentlichen Bücherei im Altenpflegeheim St. Josef sein soll. Sie sehen die Tauschbörse eher als ergänzendes Angebot. Und sie hoffen, dass immer ein interessantes Sortiment von Romanen bis hin zu Sachbüchern vorhanden sein wird. Dann bereite das Stöbern, Tauschen und Lesen den Nutzern und auch den Machern Vergnügen.