Königheim

Musikverein Kapelle gab unter der Leitung von Julius Geiger ein Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Freudige und nachdenkliche Stücke im Wechsel

Archivartikel

Gissigheim.Der Musikverein Gissigheim veranstaltete ein Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Gissigheim. Bei guter Akustik in der gut besuchten Hallenkirche präsentierten die Musikerinnen und Musiker ein abwechslungsreiches musikalisches Programm unter der Leitung des Dirigenten Julius Geiger.

Vorsitzender Martin Withopf begrüßte die zahlreichen BesucherInnen und dankte Herrn Pfarrer Lang für die Bereitstellung der Kirche. Hans-Peter Scheifele führte wieder in gekonnter Weise durch das Programm.

Fröhlich eröffnet wurde das Kirchenkonzert mit der „Petite Suite Classique“ (Kleine klassische Suite) von Nicholas Duron, bestehend aus drei Teilen mit unterschiedlichen Charakteren. Ein feierlicher Charakter im ersten Teil, in dem das Thema im Dreivierteltakt wiedergegeben wird. Im zweiten Teil steht eine vom Euphonium gespielte Melodie im Zentrum, wohingegen der letzte Teil der Suite erneut einen sehr freudigen und frischen Charakter aufweist.

Im Anschluss brachte der Musikverein Gissigheim die „Abendstimmung“ zu Gehör. Pavel Stanék komponierte diese als Solostück für Tenorhorn, die Melodieführung wurde hierbei gefühlvoll von Hans-Peter Scheifele auf seinem Euphonium übernommen. Das lyrische Thema wurde von den sanften Klängen des Orchesters begleitet, so dass es dem Publikum nicht schwerfiel, sich das Bild einer friedlichen Abendstimmung mit gelborangener Sonne vorzustellen. Mit „Allegro Festivo“ von Klaus-Peter Bruchmann, drang Dirigent Julius Geiger tief ins Notenarchiv vor. Ein Werk, das bereits im Jahre 1994 bei einem Wertungsspiel des Blasmusikverbandes aufgelegt wurde und somit ein Stück Vereinsgeschichte darstellt. Auch 14 Jahre später durften die Zuhörer dieses anspruchsvoll und unterhaltend gestaltete Werk genießen.

Musikalische Geschichten

Hinter jedem Musikstück verbirgt sich eine Geschichte, die Hans-Peter Scheifele durch seine passenden Worte auch beim vierten musikalischen Stück „Gatt Ross“ bildlich darstellte. Das Stück erzählt von einer alten Legende: Eine weiße Katze wirft auf einer Feierlichkeit Krüge mit Rotwein um, ihr weißes Fell wird daraufhin rot gefärbt, woraufhin ab diesem Tag nur noch rote Katzen in der Stadt Farigliano (heutige Region Piemont in Nordwestitalien) geboren werden. Musikalisch erklingt zunächst die fröhliche Stimmung beim geselligen Beisammensein, gefolgt von einem Klagelied über den verschütteten Wein, das in einer feierlichen ausgelassenen Melodie endet, welche die Freude über die neugeborenen roten Katzen ausdrückt.

In „Choral & Rock Out“ verbindet der Komponist Ted Huggens Barock mit Rockmusik und traf damit 1973 gerade bei vielen jungen MusikerInnen einen ganz besonderen Nerv. Der Musikverein präsentierte zum Ende dieses Stückes seine drei Solisten, das vollausgestattete und schlagfertige Register der Schlagzeuger. Das Publikum war begeistert, was Michael Münch, Julian Rapp und Jürgen Rapp auf die Beine stellten und brachten dies mit viel Applaus zur Geltung.

„Everything I do, I do it for you“ - ein Stück Filmmusik aus Robin Hood. Die zauberhafte Melodie der Gesamtkapelle wirkte in der Hallenkirche gigantisch. Zu Beginn ein Querflötensolo, gespielt von Michaele Rapp, das von Rebecca Rapp am Saxofon übernommen wurde.

Als nächstes standen Melodien aus dem Musical „La La Land“ auf dem Programm. Erst 2017 erschienen, wurde es mit sieben Golden Globes und sechs Oscars ausgezeichnet. Unvergessliche Melodien, welche die Kapelle mit hoffnungsvollen, aber auch herzzerreißenden Momenten und tollen bildlich dargestellten Tanzeinlagen zu Gehör brachte, umrahmt von Michael Münch am Glockenspiel und einem Trompetensolo von Silke Dirnberger.

Nach diesem vorletzten Stück bedankte sich Martin Withopf mit einem Präsent bei Dirigent Julius Geiger für die gelungene Auswahl der Musikstücke und die guten Nerven in den Vorbereitungen. Ebenso dankte er Hans-Peter Scheifele für seine unterhaltsame Ausführung der Stücke, wodurch die Musiker immer wieder ein ganz besonderes Bild ihrer gespielten Werke bekämen. Auch Mesnerin Hella Horn galt ein großes Dankeschön für die Organisation in der Kirche.

Ein Stück für ein kreatives Publikum und kreative Musiker stellte das letzte Stück an diesem Abend dar –„La Storia“ (Die Geschichte). Hier hatte jeder die Möglichkeit, ohne Beeinflussung durch einen Kommentar des Komponisten Jacob de Haan sich seine eigene Geschichte zur Musik auszudenken.

Mit der Zugabe „Arioso“ von Johann Sebastian Bach verabschiedeten sich die Musiker. Ein Werk, das die Kapelle mit langen, fließenden Tönen und einem ruhigen Melodiebogen zu Gehör brachte. Auch wenn ein Beenden des Konzertes in Stille nicht glückte, durften sich die Zuhörer das Bild dieses sanften, ruhigen Flusses mit in die Karwoche nehmen, um es möglichst lange für sich zu bewahren. jsz