Königheim

Wald Kreisforstamt mit Betreuung und Verkauf beauftragt

Gemeinde muss mehr bezahlen

Königheim.Der Königheimer Gemeindewald wird weiterhin vom Kreisforstamt Main-Tauber-Kreis betreut. Ebenfalls ab dem 1. Januar 2020 ist für die Veräußerung des in diesem Forst geernteten Holzes die Holzverkaufsstelle des Landratsamts zuständig. Mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge beauftragte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus Bürgermeister Ludger Krug.

Grund für diese Neuregelung ist die Neustrukturierung des öffentlichen Forstsektors in Baden-Württemberg, wie Krug erklärte. Die Folge sei die Herausnahme des Staatswalds aus dem bisher existierenden Einheitsforstamt, das bislang auch den Körperschafts- und Privatwald betreut habe. Dadurch werde es nun neue Staatswald- und kommunale Reviere geben (wir berichteten bereits).

Der Bürgermeister: „Das ist für uns Kommunen unglücklich, aber nicht zu ändern. Das Einheitsforstamt war eine hervorragende Institution.“

Personal soll weiterarbeiten

Wichtig sei, so der Bürgermeister weiter, dass „unser Personal weiterarbeiten kann“, sprach er den Beschäftigten und dem aktuell für Königheim zuständigen Revierleiter ein Lob aus.

Wie Dagmar Wulfes, Leiterin des Forstamts im Landratsamt Main-Tauber-Kreis, erklärte, werde der für die forstliche Betreuung des Gemeindewalds zu zahlende Betrag durch die Untere Forstbehörde vom Landratsamt festgesetzt. Der nach den Gestehungskosten für Königheim berechnete Satz betrage momentan 45 Euro pro Hektar. Diese Summe könne sich aber noch auf 40 Euro reduzieren.

Mehrkosten von 20 000 Euro

Verglichen mit den bisherigen Kosten, werde die Gemeinde Königheim künftig rund 20 000 Euro mehr für die Forstbewirtschaftung zahlen müssen, rechnete Krug vor. Er sehe jedoch keine günstigere Alternative. Zwar könne man das Ganze ausschreiben. Doch wisse man nicht, ob man dann mit der Bewirtschaftung wie bisher zufrieden sein werde.

Auf die Frage von Bernhard Honikel (CDU) nach den Auswirkungen der Reform auf die Privatwaldbesitzer, bekannte Wulfes: „Auch dort wird es deutlich teurer werden.“ Denn die Arbeit der Forstmitarbeiter müsse dann nach landesweiten Stundensätzen abgerechnet werden. Ein langer Anfahrtsweg schlage sich somit auch auf die Kosten nieder, während bislang pauschal ein Euro pro Festmeter Holz gezahlt werden musste.

Honikel befürchtete daraufhin, „der Privatwald wird in Zukunft ein Zuschussgeschäft“ und nicht mehr so stark bewirtschaftet werden. Die Forstamtsleiterin prognostizierte, dass wertvolle Sortimente weiter mit uns vermarktet werden. Die weniger wertvollen werden wohl in den Ofen gehen.“ Das Forstamt biete an, Kommunal- und Privatwald gemeinsam zu betreuen. Dadurch könnten Anfahrtskosten reduziert werden. su