Königheim

Große Lösung muss her

Harald Fingerhut zur Situation rund um den ehemaligen Bahnhof

 

Aufgehoben heißt dieses Mal aufgeschoben. Das Nein des Gemeinderats am Montag zum Abriss des ehemaligen Bahnhofsgebäudes ist alles andere als in Stein gemeißelt. Eine Sanierung und damit der Fortbestand stehen weiterhin auf tönernen Füßen. Die Gemeinde kann nicht. Die Kosten seien schlichtweg zu hoch, stellte Bürgermeister Ludger Krug fest. Und nun sollen die Vereine, die finanziell wahrlich auch nicht auf Rosen gebettet sind, das stemmen? Wie soll das funktionieren? Wenn, wie von Hans-Peter Scheifele gefordert, es auf Dauer ein ansprechendes Ensemble mit Lokschuppen und Musikvereinsheim geben soll, ist es mit ein bisschen Fassade anstreichen sicherlich nicht getan.

Bei den Sondierungsgesprächen müssen die Ansprüche der Kommune und die Kosten, beispielsweise für die Sanierung des Sanitärbereichs, und auch mögliche Folgekosten, wie die Reparatur des Dachs, auf den Tisch. Die Vereine müssen definitiv wissen, was auf sie zukommt.

Auch sollte man die künftigen Planungen vielleicht nicht auf den Bereich um die Brehmbachtalhalle beschränken, sondern alle Unterstellmöglichkeiten im Ortsgebiet für Vereinsgeräten in Betracht ziehen. Was geschieht beispielsweise mit dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus. Aufgrund der Lage im Orts-etter wäre das sicherlich eine Option.

Schließlich ist da noch die Frage, was mit dem Lokschuppen passiert. Im Falle eines Kaufs durch den KKK wäre der Umzug des Jugendraums obsolet. Die Suche nach Alternativen müsste in Angriff genommen werden. Hans-Peter Scheifele ist da nur zuzustimmen, dass eine 1600-Seelen-Gemeinde einen Jugendraum benötigt.

Unterm Strich braucht es einen Masterplan. Flickschusterei hilft hier nicht weiter. Auch Argumente, wie Bürgermeister Krug ein nicht anwesendes Gemeinderatsmitglied zitierte, dass die Vereine beim Weinblütenfest viel Geld verdienen und Unterstellmöglichkeiten dadurch bezahlen könnten, sind nicht zielführend. Das Geld ist in der Jugendarbeit viel besser, weil sinnvoller angelegt.

Und noch etwas gilt es zu beachten: Den Vereinen, darf nicht, nach dem Motto „Ihr hättet es ja übernehmen können“, der Schwarze Peter für den Abbruch zugeschoben werden. Den jetzigen Zustanddes ehemalige n Bahnhofs hat die Gemeinde zu verantworten.