Königheim

Liederabend der Singgemeinschaft Sangeslust und große Begeisterung bei Gastchören und Besuchern

Musik kennt im Brehmbachtal keine Grenzen

Archivartikel

Ein gelungener Liederabend auf hohem musikalischen Niveau mit ansprechenden Chorvorträgen – so die einhellige Aussagen vieler Besucher.

Gissigheim. Dass dieser Abend im Dorfgemeinschaftshaus so gut angekommen ist, zeigte sich immer wieder an den Beifallsbekundungen des Publikums.

Das Motto der Singgemeinschaft „Musik kennt keine Grenzen“ hatte durch die Mitwirkung der vier Gastchöre und des gastgebenden Vereins seine Berechtigung. So hatte man den MGV Sängerbund Altheim als Vertreter des Sängerbundes Buchen, den gemischten Chor „Klangfarben“ Böttigheim aus Unterfranken und den MGV Eintracht Schwabhausen aus der Sängergruppe I verpflichtet. Dazu bereicherten die Chöre Singkreis Dittigheim („Taktvoll“) und die gastgebende Singgemeinschaft aus der Sängergruppe IV das bunte Programm. Auch die anspruchsvollen Darbietungen, die von unterschiedlichen Stilrichtungen geprägten waren, zeigten die fast grenzenlosen Möglichkeiten des Chorgesangs auf.

Mit dem „Gissigheimer Sängerspruch“ , einer Hommage an den Heimatort, eröffnete die Singgemeinschaft unter Leitung von Mechthild Geiger das Programm, bevor die Vorsitzende Irmgard Gehrig die Gastchöre und die vielen Zuhörer, darunter Bürgermeister Ludger Krug und der stellvertretende Gruppenvorsitzende Ingbert Steinam, begrüßte. Dass Musik das Dorfgemeinschaftshaus nun beherrschen wird, brachte das englische Volkslied „Musik erfüllt die Welt“ zum Ausdruck, das der gemischte Chor überzeugend intonierte. Ein nicht alltägliches Quodlibet „Der Kuckuck und der Esel“ zeigte anschließend, dass auch ein Quantum Humor zum Singen gehört.

Mit dem Wanderlied „Sehnsucht“ weckte der MGV Schwabhausen unter Stabführung von Dorothea Pfeiffer die Lust, frohgemut durch die frühlingshafte Welt zu wandern. Ein weiteres Lied aus der Romantik „Herz, lass’ die Sorge fahren“ fand die eindeutige Zustimmung der Zuhörer.

Der Gesamtchor aus Dittigheim, dirigiert von Burgi Kettner, entführte nun die Musikfreunde mit „Mich trägt mein Traum durch Zeit und Raum“ in die Welt des Musicals: „Mia“. Mit der Komposition von Hubert von Goisern „Weit, weit weg“ brachte man die Zuhörer in die Welt des „Alpenrocks“. Wolfgang Bamberger begleitete am Klavier.

Der MGV Altheim präsentierte unter Leitung von Michael Wüst das Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Beim „Türkisches Schenkenlied“ zeigte sich das Publikum begeistert. Der Text geht auf Goethe zurück, der den Jahrhundert Wein von 1811 besingt. Gut war aber nicht nur der von ihnen besungene Wein, sondern auch ihr Vortrag. Mit dem Lockruf „Komm’ herein zum Wein“ fühlten sich manche Weinkenner angesprochen.

Udo-Jürgens-Lied im Repertoire

Kein Geringerer als Udo Jürgens schrieb „Ihr von morgen“, ein sehr nachdenklich stimmendes Lied, das nun der gemischte Chor „Klangfarben“ Böttigheim dynamisch darbot. Eindringlich endete der Vortrag mit „Ihr von morgen werdet neue Wege gehen“. Es dirigierte hierbei Eleonore Klein. Ebenfalls zur neuen Literatur gehörte der nun folgende Gospelsong „Jesus be a fence“ (Jesus, sei mein Schutzzaun jeden Tag), ein Lied, das unter die Haut ging und die Besucher beeindruckte.

Da die Singgemeinschaft vor kurzem die Ehrung verdienter Sänger durchgeführt hatte, wollte die Vereinsleitung nun auch in der Öffentlichkeit diese Personen als Vorbilder präsentieren. Daher intonierte für sie der Chor das Mozartlied. „Wo Musik sich frei entfaltet“.

Nach einer Pause setzte Böttigheim das Programm fort mit dem Pop-Song „The lion sleeps tonight“. Damit nahm der Chor die Zuhörer mit in den Urwald, wo zwischen den vielen Urwaldstimmen-Gewirr immer wieder vernehmlich das „O Wimoweh“ erklang. Nach diesem Klassiker präsentierten die Sänger den Bestseller „Halleluja“ von Leonard Cohen (Klavier Eleonore Klein), wobei viel Dynamik den Gesang auszeichnete.

Zur neuen Musik zählte auch „Das Rendezvous“, das der Altheimer Chor vortrug und durch seine Geschlossenheit und seinen Gesamtklang beeindruckte. Das zweite Lied „Astronaut“ mit dem zeitkritischen Text, von Solist Raphael Neuberger als „Rap-Version“ vorgetragen, wobei der Gesamtchor den Background abgab, beeindruckte die Sangesfreunde. Eine Darbietung, die nicht all zu oft zu hören ist. Gewaltiger Beifalls-Sturm.

„Tabaluga“ – ein Musical von Peter Maffay, das weit bekannt ist, hatte nun der Singkreis Dittigheim im Repertoire. Er intonierte gefühlvoll daraus „Ich wollte nie erwachsen sein“. Mit dem Lied „Loreley“ zeigte der Chor auf, wie die Jungfrau Loreley mit ihrem Gesang manchen Schiffer in arge Bedrängnis brachte. Zurück zum Frühling führte nun Eintracht Schwabhausen die Musikfreunde mit der schwungvollen Komposition „Sonnenschein auf allen Wegen“. Auch mit „Hochzeit der Frösche“ beeindruckten die Sänger die Besucher des Liederabends. Köstlich die vielen Lautmalereinen und Quacks.

Nun näherte man sich dem Schlusspunkt des Liederabends, wobei sie sich die Sänger der Singgemeinschaft Gissigheim unter der Choreografie ihrer Chorleiterin Mechthild Geiger zum „African Call“ formierten.

Hierbei ging der Ruf von der Bühne (Sopran und Tenor) „Wa la yeh-ma neh-ah too ah“ hinein in den Saal, wo die anderen (Alt und Bass) darauf mit „oh leh mwa nah leh-ah too oh“ reagierten. Das offizielle Ende mit setzte der gastgebende Verein mit „Walk Thogether, Children“, ein Lied, das vermutlich Kinder-Sklaven bei der Baumwollernte gesungen haben. Bei diesem Song und dem nachfolgenden „Rivers of Babylon“ präsentierten sich die Gastgeber in Bestform.

Nach den Dankesworten von Irmgard Gehrig ließ man das getragene Brahms‘sche Lied „Guten Abend, gute Nacht“ erklingen. Für manche Vereine war dies aber noch nicht der Endpunkt des Abends. Vor allem die Altheimer Sänger drehten nochmals mit Weinliedern gewaltig auf und zeigten sich in bester Sangeslaune.

Als Resümee kann man feststellen: Ein froher Liederabend, den man in Erinnerung behält. Mit zum Gelingen hatte auch Moderator Jakob Tombek beigetragen, der mit seinen Ausführungen zu den Liedern und seinen humoristischen Einlagen für Heiterkeit sorgte.