Königheim

MGV Eintracht Pülfringen Liederabend begeisterte das Publikum / „Gassenhauer“ bildeten Schlusspunkt

„Sing mit mir“ war Motto des Abends

Beim Liederabend des MGV Eintracht Pülfringen jagte ein Höhepunkt den anderen. Kein Wunder, waren doch zahlreiche, befreundete und musikalisch hochwertige Chöre zu Gast.

Pülfringen. Mit einem rundum gelungenen Liederabend machte der Männergesangverein (MGV) Eintracht Pülfringen aktive Werbung für den Chorgesang. Alle beteiligten Gesangsgruppen begeisterten die zahlreichen Besucher im stimmungsvoll geschmückten Dorfgemeinschaftshaus und kamen angesichts der durchgehend hohen Qualität der gezeigten Darbietungen nicht um eine Zugabe herum.

Erster Höhepunkt gesetzt

Im Rahmen der Veranstaltung ehrte der traditionsreiche Männergesangverein auch langjährige Mitglieder, die sich über Jahrzehnte hinweg außergewöhnliche Verdienste erworben haben. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Rolf Ditter war es dem MGV Pülfringen vorbehalten, den gesanglichen Reigen des Abends zu eröffnen. Mit dem „Abendfrieden“ von Rudolf Desch stand ein gefühlvoll interpretierter Klassiker der deutschen Chorliteratur am Beginn des ersten Auftritts der von Robert Haberkorn geleiteten Eintracht aus Pülfringen, der danach mit dem Titel „Sehnsucht“ von Manfred Bühler für den ersten, vielbeklatschten Höhepunkt des Programms sorgte.

Die Chorgemeinschaft „Frohsinn“ Sindolsheim unter der Ägide von Dagmar Stief machte mit den beiden Titeln „Fröhlich klingen unsre Lieder“ und „Musik kennt keine Grenzen“ ihrem Namen alle Ehre, bevor wiederum die Lokalmatadoren des MGV mit „Zauber der Musik“ aus der Feder Manfred Bühlers einen weiteren Beleg ihres musikalischen Könnens lieferten.

Beeindruckend dabei war der Sologesang des Dirigenten Robert Haberkorn. Der Gesangverein „Frohsinn“ Buch begeisterte mit seiner von Viktor Schwarz dirigierten Interpretation von „Du allein bist für mich wichtig“ und mit der musikalischen Aufforderung „Sing mit mir“, die getrost als Motto des Abends durchgehen konnte. Die bayerischen Gäste des MGV aus Kreuzwertheim unter der musikalischen Leitung von Otto Vogel nahmen die Zuhörer mit den gekonnt vorgetragenen Beiträgen „Der Wanderer“ aus der Feder Georg Sorgs und dem allseits beliebten „Ave Maria der Berge“ in der Bearbeitung von Otto Groll mit auf eine hochalpine Reise, die für begeisterten Applaus sorgte.

„Nimm dir Zeit“

Den gelungenen Abschluss des ersten Teils des Programms gestaltete der zahlenmäßig kleine aber feine Kirchenchor Pülfringen mit Pasquale Thibauts „Nimm dir Zeit“ und „Plaisir d‘amour“. Dabei machte er unter der Leitung von Robert Haberkorn große Lust auf den weiteren Fortgang des Abends. Die Bülfemer Jugendsänger öffneten den Besuchern nach der Pause die Augen für die Erkenntnis, dass Chorgesang alles andere als „altbacken“ ist, lieferten sie doch mit „Stitches“ von Shawn Mendes, „Regenbogenfarben“ von Kerstin Ott und Bruno Mars „Just the Way You are“ den eindrucksvollen Beweis dafür, dass auch Titel aus den aktuellen Charts für Chöre geeignet sind. Auch mit ihrem zweiten Auftritt zu begeistern wussten die Mitglieder des Kirchenchores aus Pülfringen, die musikalisch augenzwinkernd „für alle“ ein „Likörchen für das Kirchenchörchen“ forderten. Dem kam natürlich die Vorstandschaft des MGV nach. Die gute Stimmung des Auditoriums wurde im Anschluss durch den MGV 1881 Kreuzwertheim weiter befeuert, der mit Richard Trares „Der Hahn von Onkel Giacometo“ ebenso begeisterte, wie mit dem Klassiker „Es war einmal ein Jäger“.

Da sorgte auch das musikalische Können von Paula Bresler für Begeisterung, die im zarten Alter von 13 Jahren ihr Debüt hatte und erstmals für die Begleitung am Klavier zuständig war. Melancholische Noten schlug dann der Gesangverein „Frohsinn“ Buch an, der „Spiel mir eine alte Melodie“ von Eckart Hehrer gleichermaßen emphatisch vortrug wie Thibauts „Heimweh“. Die Chorgemeinschaft aus Sindolsheim sorgte mit „Schöne Isabella von Kastilien“ von Tilmann Jäger und dem alten afrikanischen Volkslied „Siyahamba“ für weitere Höhepunkte des Abends. Der gastgebende MGV Pülfringen setzte mit den beiden vom Publikum gefeierten „Gassenhauern“ „An Tagen wie diesen“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ den Schlusspunkt unter ein Programm, das nicht nur ausgewiesene Freunde des Chorgesangs zu begeistern wusste.

Offen blieb noch die Auszeichnung verdienter Mitglieder. Mit Erich Bergmann wurde eine Stütze des Vereins für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt, der neben zahlreichen Vorstandsämtern seit einem Vierteljahrhundert als zweiter Tenor aktiv ist. Auch das beeindruckende Bühnenbild des Abends wurde von ihm entworfen und umgesetzt. Alois Haberkorn ist seit nunmehr 40 Jahren dem MGV treu verbunden und stellt seine stimmlichen Qualitäten als Tenor nach wie vor eindrucksvoll unter Beweis. Seit Jahrzehnten fungiert er zudem als Fahnenbegleiter und Stimmführer und begeistert als Solist sowie als Mitglied der „MGV-Schlawiner“. Auch Hubert Schuh hält dem Verein seit 40 Jahren die Treue und bringt seine Stimme als Sänger im ersten Bass ein. Außerdem hat er die Qualifikation als Vize-Chorleiter erworben. Auch als Kassenwart war auf ihn in seiner zehnjährigen Amtszeit stets Verlass. mgv