Königheim

Alter Bahnhof in Königheim Arbeiten an dem 1914 errichteten Gemäuer dauern noch einige Tage an / Nutzung des freien Platzes ist bislang offen

Stück für Stück: Gebäude wird abgerissen

Der alte Bahnhof in Königheim ist so gut wie Geschichte. Stück für Stück wird das Gebäude nun demontiert. Der vom Gemeinderat beschlossene Abriss hatte für Diskussionen gesorgt.

Königheim. Vorsichtig fährt der Baggerfahrer den Greifer aus, lässt diesen „zuschnappen“, zieht einen Balken aus dem Dachstuhl heraus und befördert diesen anschließend in den für Holzteile vorgesehenen Container. Denn bei Abriss des Alten Bahnhofs in Königheim wird bereits während der Arbeiten das Material getrennt, um es anschließend fachgerecht zu entsorgen.

Entkernung

Anfang der Woche wurde damit begonnen, das aus dem Jahr 1914 stammende Gebäude zu entkernen, berichtete ein Mitarbeiter der Firmengruppe Haaf aus Gaubüttelbrunn im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Dabei bauten die Fachleute beispielsweise Fenster, Türen und die Bodenbeläge aus. Auch hier wurde der Bauschutt nach Materialien wie Holz, Metall, oder Kunststoff sortiert.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Arbeiten in einigen Tagen abgeschlossen sein. Dann soll der sich unter dem bisherigen Gebäude befindliche Keller aufgefüllt werden, damit eine ebene Fläche entsteht. Wofür diese später einmal verwendet wird, steht noch nicht fest.

Bürgermeister Ludger Krug hatte in der Gemeinderatssitzung im Dezember, bei der das Gremium bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen den Abriss des Bahnhofs beschlossen hatte, als Beispiel für Nutzungsmöglichkeiten Parkplätze genannt. Die Entscheidung darüber muss allerdings der Gemeinderat treffen.

Diskussion

Nicht erst in der Dezember-Sitzung der Mandatsträger gab es eine kontroverse Diskussion über den Gebäude-Abriss. So mancher im Rat und in der Gemeinde hatte sich für den Erhalt des alten Bahnhofs ausgesprochen, um den bisherigen Nutzern den Verbleib in den Räumen zu ermöglichen.

Dazu gab es auch Gespräche zwischen der Kommune sowie Vertretern von Musik- und Feuerwehrkapelle, Karneval Klub Königheim (KKK), Motorradfreunden, SV Königheim, Heimatverein und der Band „Sybille“.

Zu einer Festlegung, wer welchen Beitrag zum künftigen Gebäudeunterhalt leisten könnte, sowie zu einer Einigung auf ein Nutzungskonzept kam es jedoch nicht. Deshalb wollten die Gemeinderäte damals endlich einen Knopf an die ganze Sache machen.

Die Abriss-Befürworter, die sich letztendlich durchsetzten, hatten auf die bei einer weiteren Gebäudenutzung für die Gemeinde anfallenden Unterhaltungskosten hingewiesen. Angesichts knapper Finanzen und der Verpflichtung zum Sparen könne man sich den alten Bahnhof nicht mehr leisten, argumentierten sie.

Kosten

Die Gesamtkosten für den Abriss wurden von der Gemeindeverwaltung bislang auf rund 68 000 Euro geschätzt. Dafür hat die Kommune knapp 33 000 Euro als Zuschuss aus dem Förderprogramm „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR) erhalten. Somit konnte der Bagger nun anrollen.