Kommentar

Alles richtig gemacht?

Archivartikel

Diana Seufert zum geplanten Kindercampus

 

Die Note 1 hat der Grünsfelder Kindercampus – und vor allem die Planung dafür –nicht verdient. Auch wenn sich Bürgermeister und Gemeinderäte genau das gewünscht haben. Dafür ist die Umsetzung zu holprig.

Die Idee, Kindergarten und Grundschule unter einem Dach zu vereinen – wie ursprünglich geplant und seit mehr als zwei Jahren in Grünsfeld schon in der Überlegung – kann für beide Seiten bereichernd sein. Klein und Groß profitieren voneinander. Das wird in Grünsfeld nur noch bedingt der Fall sein, wenn die Grundschule in das historische Gebäude umzieht und das bisherige Schulhaus zum Kindergarten umgebaut und erweitert wird.

Dass im Vorfeld einer solchen Planung die Fachbehörden nach ihrer Einschätzung gefragt werden, ist verständlich. Und auch Erzieherinnen und Lehrkräfte der beteiligten Bildungseinrichtungen sollten mitreden. Schließlich sind sie diejenigen, die das Konzept mit Leben erfüllen sollen. Ihrer Kompetenz und ihrem Urteil darf man vertrauen.

Eine öffentliche Debatte über ein solches Zukunftsprojekt, wie sie nun geführt wurde, hätte allerdings vor einer Entscheidung über das Baugesuch erfolgen müssen. Die Vorstellung der Planungen hätte sicherlich dem Vorhaben keinen Abbruch getan und viele Kritikpunkte bereits im Vorfeld ausräumen können.

Diskussionen können befruchten und zu neuen Aspekten und Sichtweisen führen. Kommunalpolitiker sollten sich davor nicht scheuen und die Bürger bei großen Projekten durch eine transparente Darstellung überzeugen. Zumal die Kosten immer weiter in die Höhe schnellen.

Kritische Nachfragen müssen erlaubt sein. Das muss eine Demokratie aushalten. Nicht jeder muss dabei – auch auf kommunaler Ebene – der gleichen Meinung sein. Zukunftsweisende Projekte hinter verschlossenen Türen zu besprechen, ist jedoch nicht der richtige Weg und schafft alles andere als Bürgernähe.

Für die Idee eines Kindercampus zum gegenseitigen Lernen fürs Leben kann man gute Noten verteilen. Bei der Umsetzung heißt es eher, nachsitzen und für andere Projekte lernen.