Kommentar

Amateure sollten motzen

Archivartikel

Michael Fürst zum Tamtam um die Ligen-Reform

Das hat man nun davon: Jeder DFB-Funktionär, alle Vereins- und Verbandsvertreter wollten mitreden bei der Regionalliga-Reform, und jeder wollte „das Ding“ ein wenig in seine Richtung drehen. Ein objektives Interesse an einer einvernehmlichen Lösung vertrat keiner. Spätestens nach der sinnfreien Protestaktion der Drittligisten vom Wochenende, bei der Vereinsvertreter angestellte Spieler für ihre Interessen missbrauchten, in dem sie sie „stillstehen“ ließen, muss man doch noch einmal genau hinschauen – und feststellen: Die lautesten Befürworter einer Regionalliga-Reform sind Vertreter solcher Vereine, die in grauer Vorzeit einmal Bundesliga oder 2. Bundesliga gespielt haben und dann durch jahrelange Misswirtschaft ihren Absturz selbst herbeigeführt haben. Jetzt hängen sie in der Regionalliga fest (zum Beispiel Waldhof, Offenbach, Saarbrücken), und der DFB öffnet sein Ohr jenen, die teils mehrmals in Insolvenzen gecrasht sind. Dann sind da noch die „armen“ Drittligisten, die sich dagegen wehren, dass aus einer 20er Liga vier Teams absteigen müssen. Was sollen denn da die Amateure der Landesliga Odenwald oder der Verbandsliga Nordbaden sagen, wo aus 18er Ligen vier Teams absteigen und der Fünftletzte noch für den Klassenerhalt relegieren muss. Hier wären Proteste und Boykotts angebrachter als in der 3. Liga.