Kommentar

Leserbrief Zu „Das Thema bleibt ein Tabu“ und „Hürden abschaffen“ (FN, 28. Januar)

Es geht um Leben oder Tod eines Menschen

Archivartikel

Nach Ansicht der Organisation Pro Familia ist es eine Zumutung für Frauen, bei denen die gesetzlichen Voraussetzungen für eine straffreie Abtreibung erfüllt sind und die sich für eine Abtreibung entschieden haben, bis zu 80 Kilometer zu einem Arzt fahren zu müssen, der diesen Eingriff vornimmt. Die Kommentatorin der Zeitung schließt sich dieser Meinung an. Es fänden sich überhaupt zu wenig Ärzte und Einrichtungen, um Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.

Das Thema sei „moralisch überladen“, die Ärzte jedoch keine „moralische Instanz“, so eine Medizinerin.

Da frage ich mich doch: Ist es nicht vielmehr eine Zumutung für das ungeborene Kind, durch einen Schwangerschaftsabbruch sein Leben zu verlieren? Schließlich geht es um keine Blinddarmoperation, sondern um Leben oder Tod eines Menschen.

Ist es nicht für einen Arzt eine Zumutung, Leben töten zu sollen, wo doch sein Berufsethos ihn zur Rettung von Leben verpflichtet?

Gott sei Dank gehorchen viele Ärzte diesem Ethos und ihrem Gewissen und weigern sich, solche Eingriffe vorzunehmen.

Ist es nicht eine Zumutung für Frauen, im Schwangerschaftskonflikt von einer Organisation wie Pro Familia beraten zu werden, von der bekannt ist, dass sie Abtreibungskliniken betreibt und damit selbst Geld verdient?