Krautheim

Gemeinderat Krautheim Jahresrechnung 2017 vorgestellt / Finanzzwischenbericht zeigt Abhängigkeit von Gewerbesteuereinnahmen

„Ein richtig guter Jahresabschluss“

Archivartikel

Die Vorstellung der Jahresrechnung 2017 der Stadt Krautheim einschließlich der Sonderrechnungen fiel besser aus, als zwischenzeitlich zu befürchten war.

Krautheim. Nach dem Gewerbesteuer-bedingten Nachtragshaushalt vom 19. Juli 2017 sah es für das Finanzergebnis der Stadt Krautheim zunächst nicht allzu gut aus. Kalkuliert wurde damals mit einem Finanzierungsfehlbetrag von 428 000 Euro. Die Präsentation der Bilanz 2017 am Donnerstag im Gemeinderat überraschte daher positiv. Mehrere erfreuliche Entwicklungen bei Einnahmen und Ausgaben, basierend auf den Zahlen des Nachtragshaushalts, führten für Bürgermeister Andreas Köhler zu dieser Einschätzung: „2017 stellt einen richtig guten Abschluss für uns dar“.

Kämmerer Christian Höfling stellte neben der Jahresrechnung auch den Finanzzwischenbericht per 30. Juli 2018 vor.

„Krautheim konnte in den letzten zehn Jahren rund 3,4 Millionen Euro Schulden tilgen, und auch die Projekte außerhalb des Haushalts haben sich gut entwickelt“, so Köhler weiter. Kämmerer Höfling stellte den Haushalt 2017 mit einer Gesamthöhe von 11 810 057 Euro vor. Davon entfielen 10 720 043 Euro auf den Verwaltungs- und 1 090 013 Euro auf den Vermögenshaushalt.

Auf der Einnahmeseite entwickelte sich die Gewerbesteuer mit 726 713 Euro per Saldo um 126 716 Euro über Plan. Weitere wesentliche Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt waren die Grundsteuer A mit 115 125 Euro, die Grundsteuer B mit 547 999 Euro, die Gemeindeanteile an der Einkommensteuer 2 215 848 Euro sowie um etwa 76 000 Euro höhere Schlüsselzuweisungen vom Land (1 839 238 Euro).

Auf der Ausgabenseite schlugen umgekehrt die Umlagen bei Gewerbesteuer mit 99 438 Euro, der Finanzausgleich 1 108 649 Euro und die Kreisumlage mit 1 831 027 Euro zu Buche. Wesentliche Investitionen und Ausgaben im Vermögenshaushalt betrafen in erster Linie den Umbau des Friedhofs in Krautheim und den Neubau der Leichenhalle in Neunstetten. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt erhöhte sich auf 577 906 Euro. Aufgrund der Investitionen fand eine Entnahme von 77 820 Euro (Plan: 371 000 Euro) aus der allgemeinen Rücklage statt, diese sank auf 506 300 Euro.

Die Schuldentilgung im Gesamthaushalt einschließlich Eigenbetriebe wurde mit 835 138 Euro fortgeführt. Auf die geplante Kreditaufnahme im Kernhaushalt von 35 000 Euro konnte verzichtet werden. Der Gesamtschuldenstand per 2017 sank um etwa 380 000 auf 6 616 926 Euro, was zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1 446 Euro führte.

Eigenbetrieb Wasserversorgung

Der Jahresabschluss 2017 im Eigenbetrieb Wasserversorgung/Verkehrsbetrieb „Parken im Tal“ weist in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Positiv-Saldo von 46 367 Euro aus. Der kumulierte Gewinn einschließlich der Vorjahre beläuft sich auf 1 411 256 Euro. Der Finanzierungsfehlbetrag sank deutlich auf 197 867 Euro. Bei Tilgungen von 223 925 Euro konnte der Schuldenstand, unter Verzicht auf Kredite, weiter auf nun 1 452 915 Euro gesenkt werden. Die Höhe der Wassergebühren beträgt aktuell 3, 55 Euro.

Im Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ergaben sich entsprechende Kennziffern: Jahresgewinn 68 185 Euro, Tilgungen 319 052 Euro, Kreditaufnahmen 460 000 Euro, Finanzierungsfehlbetrag 192 166 Euro (Vorjahr: 442 909 Euro). Diese Absenkung erfolgte durch die Aufnahme langfristiger Kredite von 1 625 000 Euro. Der Schuldenstand stieg entsprechend auf 3 421 760 Euro. Höfling verwies weiter auf bestehenden Verschuldungen/Sonderfinanzierungen außerhalb des Haushalts: Baugebiet Straßenäcker: negativer Kontostand 590 266 Euro; Interkommunales Gewerbegebiet „Mittleres Jagsttal I“ 145 203 Euro; Interkommunales Gewerbegebiet „Mittleres Jagsttal II“ 99 854 Euro. Zusammenfassend bemerkte Kämmerer Höfling: „Das Jahr 2017 hat sich bei Zinsbelastung, Personalausgaben, Gewerbesteuer- und Gebühreneinnahmen sowie Erträgen aus dem Interkommunalen Gewerbegebiet positiver entwickelt, als noch im Sommer zu erwarten war“.

Ausblick

Der Ausblick im Finanzzwischenbericht zeigte anhand der prognostizierten Gewerbesteuereinnahmen von 1 960 000 Euro (Plan: 1 200 000) beispielhaft, „wie stark wir von diesem Einnahmeposten abhängig sind“, so Höfling. Nach aktuellem Stand werde im Verwaltungshaushalt mit Mehreinnahmen von 927 400 Euro, einer erhöhten Zuführung zur Rücklage und dem Verzicht auf Kredite kalkuliert. Auf der Ausgabenseite rechnet die Verwaltung mit 187 500 Euro mehr. Aufgrund der anstehenden Umstellung auf die Doppik müsse aber bei einigen Ausgabeposten im Vermögenshaushalt, wie der Sanierung der Grund-/Werkrealschule, bis Ende 2018 mit Hochrechnungen gearbeitet werden.

Konkrete Zahlen fließen in die Etatplanung 2019 ein. Nach dem Dank an die Kämmerei durch Bürgermeister und Gemeinderäte sowie kurzer Diskussion wurde die Jahresrechnung einstimmig gebilligt und festgestellt. Der Finanzzwischenbericht wurde zur Kenntnis genommen. chha