Krautheim

Hoher Besuch im Kloster Schöntal Finanzministerin Edith Sitzmann würdigt Investitionen des Landes / In fünf Jahren kamen 2,3 Millionen Euro zusammen

„Ein Schatz von hoher kulturhistorischer Bedeutung“

Schöntal.Rund eine Milliarde Euro investiert das Land pro Jahr in seine etwa 8000 Gebäude. Mehr als zwei Millionen Euro davon fließen in aktuell laufende Baumaßnahmen in Kloster Schöntal sowie in das Schloss und den Schlossgarten Weikersheim. Finanzministerin Edith Sitzmann hat sich am Dienstag vor Ort einen Eindruck verschafft.

„Historische Monumente wie in Weikersheim und Schöntal sind ein Schatz von höchster kulturhistorischer Bedeutung“, sagte sie. „Tausende Besucherinnen und Besucher jedes Jahr sind ein schöner Beleg dafür, dass die Menschen das zu schätzen wissen.“ Die historischen Monumente des Landes machten Geschichte erlebbar, so die Ministerin: „In Schöntal tauchen die Gäste ein in das klösterliche Leben vor allem des 18. Jahrhunderts. In Weikersheim haben Kinder wie Erwachsene Spaß am Rittersaal mit den beeindruckenden Tierfiguren und am barocken Schlossgarten.“

Damit Monumente wie das Schloss und das Kloster erhalten und für Besucher attraktiv bleiben, investiert das Land regelmäßig in die Sanierung. „Unsere Schlösser, Klöster, Burgen und Gärten sind uns lieb und teuer“, stellte Sitzmann fest.

Derzeit laufe beispielsweise im Kloster noch die Beseitigung eines Hochwasserschadens. „Mit den mehr als zwei Millionen Euro ist es nicht getan. Historische Monumente sind Daueraufgaben.“

„Gut angelegtes Geld“

Sie sei sicher, dass das Geld gut angelegt sei. Denn nicht zuletzt wegen des Engagements des Landes seien Kloster wie Schloss weitgehend komplett erhalten. Kloster Schöntal liegt in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sowie in einem Natur-, Wasser- und Landschaftsschutzgebiet, in den Gebäuden nisten Dohlen und Fledermäuse.

Gegründet im 12. Jahrhundert, war Kloster Schöntal an der Jagst von Beginn an die Grablege der Adelsfamilie von Berlichingen. Das Grab des berühmten Götz – des „Ritters mit der eisernen Hand“ – gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten des ehemaligen Zisterzienserklosters. Nach Zerstörungen im Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg begann am Ende des 17. Jahrhunderts unter Abt Benedikt Knittel eine Blütephase. Berühmt sind die zahlreichen deutschen und lateinischen Verse des dichtenden Abtes, die überall an den Gebäuden zu finden sind. Sie machen das Kloster zu einem literarischen Denkmal. Neben der Grablege Götz von Berlichingens im Kreuzgang sind der barocke Hochaltar von 1773 und das Rokokotreppenhaus in der Neuen Abtei einige von vielen Sehenswürdigkeiten des Klosters.

Nach der Säkularisierung 1802 durch das Königreich Württemberg beherbergte die Abtei das Oberamt, ab 1810 das evangelisch-theologische Seminar und seit 1979 das Bildungshaus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Auch das Rathaus und ein Waldschulheim sind im Gebäude untergebracht.

Von 2013 bis 2018 investierte das Land rund 2,3 Millionen Euro in den Erhalt und die Sanierung des Klosters. Unter anderem wurden die Turmdächer der Kirche saniert. Momentan wird ein Hochwasserschaden im Klosterhof und im Torbau behoben, die Kosten dafür liegen bei über 400 000 Euro.