Krautheim

Gemeinderat Krautheim Schuldenstand liegt nach Tilgung bei 1,45 Millionen Euro / Sanierung der Grund- und Werkrealschule wird 320 000 Euro teurer

Finanzielle Lage weiterhin angespannt

Ende 2018 ist der Schuldenstand der Gemeinde Krautheim zwar gesunken, doch Bürgermeister Andreas Köhler warnt davor, in den kommenden Jahren größere Maßnahmen anzugehen.

Krautheim. Die Sanierung der Grund- und Werkrealschule, der Zwischenbericht über das Haushaltsjahr 2019, Arbeitsvergaben oder die Neufestsetzung der Elternbeiträge für die Kindergärten hatte der Krautheimer Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in „aktueller Besetzung“ im Bürgersaal des Johanniterhauses abzuarbeiten. Vor einigen interessierten Zuhörern überreichte Bürgermeister Andreas Köhler den langjährigen Mitgliedern Joachim Essig (Zehn Jahre Gemeinderat, 15 Jahre Ortsvorsteher und 20 Jahre Ortschaftsrat), Gerhard Leutwein (Zehn Jahre Gemeinderat, Zehn Jahre Ortsvorsteher und 20 Jahre Ortschaftsrat) sowie Dieter Schneider (15 Jahre Gemeinderat, Fünf Jahre Ortsvorsteher und 15 Jahre Ortschaftsrat) die Ehrennadel des Gemeindetags.

Köhler berichtete danach über den Stand der Arbeiten an der Schule und die Baukosten. Vor der Sitzung fand eine Besichtigung des Gebäudes statt. Grundsätzlich, so Köhler in seiner Erläuterung, müsse bei der derzeitigen Sanierung mit einer Kostensteigerung gerechnet werden. Mittlerweile summieren sich die Gesamtkosten auf rund 4,5 Millionen Euro. Die jetzigen Mehrkosten und Nachträge verschiedener Gewerke belaufen sich auf rund 320 000 Euro. Der Gemeinderat nahm die Mehrkosten, die sich nach Angaben von Köhler auch auf den Haushalt 2019 auswirken, zur Kenntnis und stimmte diesen einstimmig zu.

Gute Entwicklung

Einen umfangreichen und detaillierten Zwischenbericht über das laufende Haushaltsjahr 2019 stellte Kämmerer Christian Höfling vor, der von einer guten Entwicklung im Ergebnishaushalt sprach. Dadurch können die anfallenden Mehrkosten, die bei der Sanierung der Grund-und Werkrealschule entstehen, finanziert werden. Höfling informierte das Gremium auch über den vorläufigen Jahresabschluss 2018. Insgesamt betrachtet sei das Jahr für die Stadt positiv verlaufen. Wesentlicher Grund hierfür seien die Gewerbesteuermehreinnahmen von rund 795 000 Euro. Der Planansatz von 1,2 Millionen Euro konnte somit deutlich überschritten werden, so der Kämmerer. Verschiedene Mehrausgaben seien durch Einsparungen wieder kompensiert worden. Zudem käme die Verschiebung von Maßnahmen dem Haushalt 2018 zu Gute, werden aber den Haushalt 2019 belasten. Nach aktueller Hochrechnung werde mit einer Zuführung zum Verwaltungshaushalt in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro gerechnet, die nunmehr mit 1,3 Millionen Euro über dem Planansatz liege. Die Zuführung an die Rücklage im Jahr 2018 betrage 1,68 Millionen Euro, so dass am Ende des Jahres 2018 die Rücklage auf 2,18 Millionen Euro ansteigen werde. Die im Haushalt 2018 geplante Kreditaufnahme von 323 000 Euro sei nicht in Anspruch genommen worden. Insgesamt wurden 292 161 Euro getilgt. Somit sei der Schuldenstand zum Ende des Jahres 2018 von 1,74 Millionen Euro auf 1,45 Millionen Euro gesunken.

Beim Betriebszweig Wasserversorgung konnte, wie Kämmerer Höfling sagte, ein Gewinn von 37 281 Euro erwirtschaftet werden. Der Schuldenstand verringerte sich um insgesamt 207 928 Euro auf nunmehr 1,24 Millionen Euro. Der Jahresabschluss des Eigenbetriebes Abwasserbeseitigung sei noch nicht fertiggestellt. Nach jetzigem Stand seien keine Auffälligkeiten erkennbar, so Höfling. Der Schuldenstand werde sich auch hier deutlich verringern. Trotz des guten Ergebnisses 2018 und der guten Prognose in 2019 werde man, so Bürgermeister Köhler, in den nächsten beiden Jahren aufpassen müssen, wie man den Haushalt gestalte. Die begonnenen Maßnahmen werde man derzeit finanziell noch abdecken können. Man dürfe jedoch nicht in Panik verfallen, was die nächsten Jahre angehe. Es sei jedoch absehbar, dass man 2020 und 2021 keine größeren Maßnahmen mehr umsetzen könne.

Dach an Bürgerenergie verpachtet

Der Neufassung der Entschädigungssatzung und der Kostenersatzsatzung der Feuerwehr stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Die Mehrkosten werden die Stadt nur geringfügig belasten. Die Satzungen treten zum 1. Juli 2019 in Kraft. Eher „formeller“ Natur war er nächste Punkt: der Abschluss eines Gestattungsvertrages zwischen der Bürgerenergie GmbH + Co. KG und der Stadt Krautheim für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grund- und Werkrealschule. Aufgrund der entsprechenden vertraglichen Ausführungen und der Forderung der Kommunalaufsicht ist es erforderlich, dass die Stadt Krautheim das Dach an die Bürgerenergie verpachtet – für eineinen symbolischen Betrag in Höhe von 1 Euro. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Zum Einbau des Blockheizkraftwerks in der Realschule wird eine Zuwegung an das Gebäude erforderlich. Zwei Angebote wurden für die erforderliche Baumaßnahme eingeholt. An den preisgünstigsten Bieter, die Firma Retzbach-Bau, wurde der Auftrag zum Preis von 13 411 Euro vergeben.

In einer Eilentscheidung, so Bürgermeister Köhler, war eine Auftragsvergabe für den Bau von zwölf Hausanschlüssen im Zuge des derzeit laufenden Ausbaus der Ortsdurchfahrt in Unterginsbach notwendig. Den Auftrag erhielt die Firma Scherer zum Preis von 35 207 Euro. Ein weiterer Auftrag wurde an die NetzeBW zum Preis von 41 922 Euro vergeben, die ebenfalls in Unterginsbach die Dachständer abbaut und als Erdkabel verlegt.

Gleichzeitig sollen dort DSL-Kabel mitverlegt werden. Dem Bauantrag zur Errichtung einer Maschinenhalle auf der Gemarkung Krautheim wurde einstimmig zugestimmt.

Einweihung des Neubaugebietes

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ wurde die weitere Entwicklung des Bahnhofareals in Krautheim angesprochen. Bürgermeister Köhler ging in seiner kurzen Erläuterung auf das Thema ein, was er aber im öffentlichen Teil nicht weiter vertiefen wollte. Die Einweihung des Neubaugebietes „Untere Au“ in Gommersdorf mit 17 Bauplätzen wird am Freitag, 21. Juni, um 16.30 Uhr im Talblick stattfinden, teilte Ortsvorsteher Joachim Essig mit.