Krautheim

Gemeinderat Krautheim FNP Fortschreibung Windkraft nach Abwägung beschlossen / Weiteres Verfahren ab Herbst / 99 Prozent der GVV-Gesamtfläche entfielen

Schlusspunkt unter der Windkraft – vorerst

Krautheim.Mit einer umfangreichen, insgesamt elf Tagesordnungspunkte umfassenden Agenda befasste sich der Krautheimer Gemeinderat am Donnerstag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Dabei wurde unter anderem das Thema „Achte Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP)/Fortschreibung Windkraft“ letztmalig und abschließend in diesem Gremium diskutiert.

Mit dem Agendapunkt „Windkraft“ hatte sich der Gemeinderat – und die Gemeinde insgesamt – seit einigen Jahren intensiv beschäftigt (die FN berichteten). Sowohl in Gremiensitzungen als auch bei verschiedenen Bürgerinformationen sowie im Rahmen der Aktivitäten der in Neunstetten entstandenen Bürgerinitiative. „Im Grunde hätten wir das Thema bereits vor vier Jahren abschließen können“, sagte Bürgermeister Andreas Köhler im Verlauf der Sitzung dazu.

Zur Beschlussfassung kam die Abwägung der während der erneuten öffentlichen Auslegung eingegangenen Anregungen und Stellungnahmen. Außerdem der Beschluss über die Rechtsverbindlichkeit des Planentwurfs und entsprechende Beauftragung der Vertreter in der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Krautheim-Mulfingen-Dörzbach, die am 25. Juli im Rathaus Dörzbach stattfinden wird.

Für das beauftragte Büro Klärle stellte Joachim Ettwein nochmals Verlauf und Ergebnis des bisherigen Prozesses dar, ergänzt um eine umfangreiche Aufstellung der Anregungen/Stellungnahmen während der Auslage vom 6. April bis 8. Mai.

Im Kern hätten sich drei wesentliche Änderungen zur Ursprungsplanung ergeben: Erstens die Anpassung der Windstandortanalyse; zweitens die Erweiterung einer Bestandszone bei Oberginsbach in deren östlichen Bereich und drittens die Aufgabe einer Konzentrationszone bei Hollenbach aus Gründen des Artenschutzes (dadurch wurde auch die erneute öffentliche Auslegung begründet).

Zentrale Anregungen betrafen Fragen zum Schutz des durch die Fläche verlaufenden Wildkorridors, den Abstand und das Thema Infraschall. Aus einer Gesamtfläche im GVV von 16 500 ha werde jetzt eine Fläche von etwa 50Hektar (0,39 Prozent der Gesamtfläche) als Konzentrationsfläche „Eckigbreit“ auf Gommersdorfer Gemarkung, angrenzend an Neunstetten/Oberndorf, ausgewiesen.

Die unmittelbar süd-östlich der Grenze gelegene Fläche „Hühnerberg“, die zur Nutzung durch Photovoltaik vorgesehen ist, entfällt.

Hauptgründe für die Flächenverringerung insgesamt sind in erster Linie militärischer Art, hinzu kommt der Artenschutz. „Durch den Wegfall von über 99 Prozent der Gesamtfläche ist der Handlungsspielraum in räumlicher Hinsicht stark eingeschränkt“, so Ettwein. „Andererseits hat die Stadt Krautheim aber insofern Glück, dass nur eine Fläche ausgewiesen wird. Dadurch ist die Chance groß, dass wir hier einen FNP bekommen“.

Standortfestlegung folgt noch

Die Festlegung der Standorte für die Windräder werde im weiteren Verlauf über die einzureichenden Bauanträge folgen. Damit verbunden sind dann auch die jeweils vorzunehmenden detaillierten Prüfungen und Untersuchungen unterschiedlichster Art.

Der von den Bürgern geforderte Mindestabstand von 1000 Metern zur nächstgelegenen Wohnbebauung werde eingehalten. Auf Fragen der Bürger zum weiteren Verfahren, die eingangs der Sitzung gestellt worden waren, hatte Bürgermeister Köhler erläutert, dass dieses entsprechend der gesetzlichen Vorgaben seitens des Landratsamts (LRA) übernommen werde.

Das LRA werde zum Beispiel auch über ein möglicherweise erforderliches Artenschutzgutachten entscheiden. „Stand heute ist mit dem Beginn des weiteren Verfahrens ab September/Oktober zu rechnen“, so Köhler.

Ratsmitglied Thomas Dubowy betonte ausgangs die Bedeutung der Bestandskraft der ausgewiesenen Fläche. Seiner Forderung an die Verwaltung nach „maximaler Offenheit“ im weiteren Verlauf entgegnete Köhler mit dem entschiedenen Verweis darauf, dass er nie versucht habe, „irgendetwas unter der Decke zu halten“.

„Wir wollen hier etwas für die Bürger erreichen – in ihrem Sinne“, so Köhler. Die Vorlage wurde schließlich bei drei Enthaltungen angenommen. chha