Kreuzwertheim

Prassek-Scheune Museum wurde vor zehn Jahren gegründet und erfreut sich großer Beliebtheit / Exponate zum Anfassen

Alltag längst vergangener Zeiten erleben

Es birgt alte Werte und ist selbst noch jung: Das Museum „Prassek-Scheune“ in Kreuzwertheim feierte seinen zehnten Geburtstag. Zum Jubiläum „1000 Jahre Marktrecht“ war es 2009 eröffnet worden.

Kreuzwertheim. Es war zwar recht kalt, sogar geschneit hatte es am Morgen. Bei viel Musik und guten Worten wurde es den Besuchern der „Geburtstagsfeier“ des Museums „Prassek-Scheune“ in Kreuzwertheim am Samstagmittag aber schnell warm ums Herz. „Hier gibt es Kultur zum Anfassen, im wahrsten Sinne des Wortes“, sagte Helmut Arnold, Vorstandsvorsitzender der Prassek-Stiftung. „Ich mag alte Sachen, die Geschichte haben“, verriet Bürgermeister Klaus Thoma und Museumsleiterin Gisela Hyn dankte allen, „die mir immer geholfen haben“.

Viel zusammengetragen

Eröffnet und im weiteren Verlauf maßgeblich mitgestaltet wurde die Veranstaltung von Ensembles des Musizierkreises Kreuzwertheim mit Theresa Bauer und Katharina Flicker am Akkordeon, Jonas Roos, der das Tenor-Saxofon spielte, und Paula Dressler sowie Petra Röhrig am Klavier. Der sehr heimatverbundene Alfred Prassek habe viel gesammelt und sich immer gewünscht, dass das, was er zusammengetragen hatte, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde, erinnerte Helmut Arnold.

„Er wollte, dass zukünftige Generationen um ihre Wurzeln wissen.“ Die viel zu früh verstorbene Dr. Hilde Heidelmann habe sich mit viel Engagement durch die Exponate gekämpft und ihr sei es auch gelungen, Gisela Hyn für die Sache zu begeistern. Über die Grenzen Kreuzwertheims hinaus sei die „Prassek-Scheune“ in den zehn Jahren ihres Bestehens zu einem aktiven Teil der unterfränkischen Museumslandschaft geworden, freute sich der Stiftungs-Vorsitzende.

Burgbähnle als Wunsch

Auch die Verbindung zu Tourismus Wertheim habe zu der positiven Entwicklung beigetragen. An die Adresse der Gesellschaft, beziehungsweise deren Geschäftsführerin Christiane Förster, richtete Arnold aber auch einen „Geburtstagswunsch“. Und der lautete, dass das sogenannte „Burgbähnle“ aus Wertheim wieder nach Kreuzwertheim fahren möge. Die Streichung der Verbindung sei ein deutlicher Einschnitt für die Marktgemeinde gewesen. „Es zeigt sich aber Licht am Ende des Tunnels“ und nicht zuletzt auch deshalb freue er sich auf die Zukunft.

Die Exponate des Museums versetzten die Besucherinnen und Besucher in den Alltag der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert zurück, stellte Bürgermeister Klaus Thoma in seinem Grußwort fest. Viele der hier präsentierten Stücke seien einst im Ort selbst hergestellt und auch repariert worden.

„Der Umgang mit den Dingen war damals ein ganz anderer. Unsere Vorfahren waren da viel weiter als wir heute“, so der Bürgermeister. Die „Prassek-Scheune“ sei ein touristischer Anziehungspunkt und bereichere das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde, unterstrich Thoma. Er lobte die „liebevolle und kluge Präsentation. Mit kleinem Budget wird hier viel erreicht“. Der Bürgermeister hoffte, dass es weiter gelingen möge, „Alt und Jung für Geschichte und die Geschichten dahinter zu begeistern“.

Ort der Begegnung

In der Arbeit in und für das Museum stecke unheimlich viel Energie, betonte Gisela Hyn. Die gezeigten Exponate sollten aus sich heraus wirken, deshalb gebe es nicht viele Texte. Die Museumsleiterin kündigte an, dass auch der Platz vor der Scheune zu einem Ort der Begegnung werden soll. Zur Jubiläumsfeier am Samstag ist das schon einmal gut gelungen.