Kreuzwertheim

Firma Kurtz Ersa Zum 1. Oktober übernahm die Rheinische Mittelstandsbeteiligung die Eisengießerei in Hasloch

Der Ofen im Haseltal geht nicht aus

Archivartikel

Die Rheinische Mittelstandsbeteiligung (RMB) übernahm zum 1. Oktober die Traditionsgießerei Kurtz Eisenguss in Hasloch.

Kreuzwertheim/Hasloch. Die Firma Kurtz Eisenguss war bisher Teil des Kurtz Ersa-Konzerns, verlor aber in den letzten Jahren zunehmend an strategischer Bedeutung. Der Anteil am Gesamtumsatz von Kurtz Ersa betrug zuletzt noch sechs Prozent.

Vor wenigen Jahren wurde noch einmal erheblich investiert, um in dem umkämpften Markt für Eisengussteile wettbewerbsfähig zu sein und einen signifikanten Marktanteil in der Gewichtsklasse von bis zu zehn Tonnen Stückgewicht zu erreichen. Die technische Ausstattung der Smart Foundry fand auch in Fachkreisen weltweit Anerkennung als Paradebeispiel für Industrie 4.0.

Der Umsatz wurde ebenfalls gesteigert, die ambitionierten Wachstumsziele wurden jedoch nicht erreicht. Deshalb suchte man gezielt nach einem strategischen Investor, der über ausreichend Kompetenz und Marktpräsenz zur langfristigen Sicherung der Gießerei mit 90 Arbeitsplätze in Hasloch verfügt.

Die neue Gesellschaft firmiert künftig unter dem Namen Eisenguss Hasloch Smart Foundry .

Mit dem Kauf der 166 Jahre alten Eisengießerei und den bereits im Besitz befindlichen Eisengießereien Hulvershorn und SHW High Precision Casting Technology deckt dieser neue Gießereiverbund annähernd das gesamte Gewichts- und Größenspektrum in allen möglichen Standard- und Sonderwerkstoffen wie ADI, Chrom- und Kokillenhartguss ab. Die Bündelung von Kompetenz in Werkstoff- und Gießereitechnik umfasst nahezu alle Anforderungen für Gussteile von fünf Kilogramm bis 120 Tonnen und erfüllt dabei die geforderten Ansprüche an Präzision und Maßhaltigkeit.

Ebenfalls im Portfolio des Investors befindet sich das Aluminium-Druckgussunternehmen Eisenmann Druckguss.

Auf einer Mitarbeiterveranstaltung bedankte sich Kurtz Ersa-Konzernchef Rainer Kurtz bei den zum Teil sehr langjährigen Beschäftigten, die allesamt ihren Arbeitsplatz behalten können. Ihnen und besonders dem neuen geschäftsführenden Gesellschafter Rainer J. Langnickel wünschte Kurtz mit einem „Glück auf“ einen guten Start, stets volle Auftragsbücher und eine erfolgreiche Zukunft am Standort Hasloch.

Über die kaufmännischen Bedingungen der Übernahme haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Das über 200 000 Quadratmeter große Grundstück sowie sämtliche Gebäude verbleiben im Besitz des Kurtz Ersa-Konzerns. Auf dem Areal werden der Industriepark im südlichen Teil sowie die historische Hammerschmiede und das Kurtz Ersa Hammermuseum im bisherigen Rahmen für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. pm