Kreuzwertheim

Bedarfsplanung gefolgt Gemeinderat bringt Anschaffungen für Wehren der Ortsteile auf den Weg / Fördermittel werden erwartet

Feuerwehr bekommt drei neue Fahrzeuge für insgesamt 950 000 Euro

Kreuzwertheim.Das könnte in die Geschichte der Kreuzwertheimer Feuerwehr eingehen: In seiner Sitzung am Dienstag brachte der Gemeinderat die Anschaffung von gleich drei Fahrzeugen auf den Weg. Die Wehr in Röttbach soll ein wasserführendes Löschfahrzeug (TSF-W), die in Wiebelbach ein Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik (TSF-L) und die Kreuzwertheimer Feuerwehr eine neue Drehleiter 23/12 erhalten. Die Gesamtkosten summieren sich auf rund 950 000 Euro. Bei allen drei Beschaffungen ist aber mit Zuwendungen zu rechnen.

Dem Feuerwehrbedarfsplan folgend sei bei einer Kommandantendienstversammlung beschlossen worden, dass in Röttbach ein wasserführendes Löschfahrzeug stationiert werden soll, informierte Bürgermeister Thoma. Die Wehr in Wiebelbach erhalte Ersatz für das älteste Feuerwehrfahrzeug des Marktes, das in entsprechend schlechtem Zustand sei. Von der zeitgleichen Beschaffung verspreche man sich nicht nur einen günstigeren Preis, sondern auch den Vorteil, dass es sich um zwei baugleiche Fahrzeuggestelle handele. Dies erleichtere die Zusammenarbeit beider Wehren.

Eigentlich sollte die Feuerwehr Kreuzwertheim im Jahr 2021 Ersatz für ihr in die Jahre gekommenes Löschfahrzeug LF 16/12 erhalten, doch habe man signalisiert, dies noch länger zu nutzen, um die jetzt anstehenden Beschaffungen zu unterstützen. Thoma gab einen Einblick in die für das TSF-L vorgesehene Beladung. Dieses Fahrzeug wird mit rund 140 000 Euro, das TSF-W mit etwa 160 000 Euro zu Buche schlagen. Erwartet werden rund 81 000 Euro an Fördermitteln.

Auf einen Einwand von Stefan Schuck (CSU) erklärte der Bürgermeister, das Konzept, dass die Ortswehren jeweils die gleichen Fahrzeuge erhalten sollten, habe man früher verfolgt. Es sei aber nicht sinnvoll. Auf Nachfrage von Silvia Klee (SPD) sagte er, das wasserführende Fahrzeug werde in Röttbach stationiert, weil es dort einen „größeren Unterbau“ an Feuerwehrdienstleistenden gebe. Klee fand es zudem bemerkenswert, „dass die Feuerwehr Kreuzwertheim mit dem Löschfahrzeug zurücksteht“. Weitere Fragen, etwa von Tanja Bannwarth (CSU) gab es unter anderem hinsichtlich der Atemschutzgeräteträger. Wortmeldungen aus den Reihen der anwesenden Feuerwehrleute am Ende der Tagesordnung machten deutlich, dass es dazu wohl noch Abstimmungsbedarf gibt.

Ohne Diskussion wurde die Beschaffung der Drehleiter 23/12 für die Feuerwehr Kreuzwertheim beschlossen. Schon im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat entschieden, ein eigenes Fahrzeug vorhalten und nicht etwa im Einsatzfall auf die benachbarte Wertheimer Feuerwehr zurückgreifen zu wollen (wir berichteten). Auf eine Förderanfrage hatte die Regierung von Unterfranken mitgeteilt, dass aus fachlicher Sicht eine Drehleiter erforderlich sei. Entsprechend wird ein Zuschuss nach der Feuerwehr-Zuwendungsrichtlinie erwartet. Die Höhe dürfte 236 300 Euro betragen. Auch das Landratsamt Main-Spessart beteiligt sich mit einer Förderung von wohl 165 410 Euro.

Beschaffen zudem zwei Kommunen zwei baugleiche Drehleitern – und Aussagen des Bürgermeisters ließen erkennen, dass das wohl der Fall sein dürfte – kann sich der staatliche Zuschuss noch einmal um voraussichtlich 23 630 Euro erhöhen, sodass die Kosten von etwa 650 000 Euro für die Drehleiter doch erheblich gemindert werden. ek