Kreuzwertheim

Gewerbegebiet Unterwittbach Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans durchgebracht / Viele Bedenken

Flächenverbrauch stand im Fokus der Kritik

Archivartikel

Kreuzwertheim.Gegen drei Stimmen hat der Gemeinderat am Dienstag den Feststellungsbeschluss für die elfte Änderung des Flächennutzungsplans des Marktes Kreuzwertheim gefasst.

Auch in der vorausgegangenen neuerlichen Anhörung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gab es wieder eine Reihe von Bedenken, kritischen Anmerkungen bis hin zu strikter Ablehnung der Bauleitplanung, die den Weg freimachen soll zur Ausweisung eines Gewerbegebietes bei Unterwittbach. Insbesondere der Flächenverbrauch stand im Fokus mancher Kritik. Die Nachbarstadt Wertheim wiederum äußerte die Befürchtung, dass eine mögliche Zulassung kleinflächigen Einzelhandels den in Wertheim und weiterer benachbarter Innenstädte schwächen könnte. Die Sorgen nannte Bürgermeister Klaus Thoma unbegründet. „Wir werden nicht vor unserer Haustür etwas hinsetzen, was unseren eigenen Kernort gefährdet.“ Bei der Schlussabstimmung über den notwendigen Feststellungsbeschluss zur elften Änderung des Flächennutzungsplanes votierten Isolde Franz, Michael Huth (beide CSU) und Andreas Schmidt (SPD) dagegen.

Im Folgenden hatte sich das Gremium mit einer ganz ähnlichen Thematik zu befassen, aber außerhalb der eigenen Gemarkungsgrenze. Die Stadt Marktheidenfeld beabsichtigt, den Bebauungs- und Grünordnungsplan „Gewerbegebiet Söllershöhe, Altfeld“ aufzustellen. Damit sollen an der Bundesstraße B8, nordöstlich von Altfeld, ein großflächiges Gewerbegebiet und darin integriert ein Sondergebiet „Großflächiger Einzelhandel Nahversorgung“ mit einer Gesamtfläche von 48 Hektar ausgewiesen werden. Während die Kreuzwertheimer Verwaltung vorschlug, gegen die Aufstellung des Bebauungs- und Grünordnungsplanes an sich keine Einwände vorzubringen, sah dies beim Sondergebiet für den Einzelhandel etwas anders aus. Man betrachte die Versorgung mit zentralrelevantem Einzelhandel insbesondere im Umfeld von Kreuzwertheim und Marktheidenfeld als ausreichend und befürchte, dass durch die Ausweisung des Sondergebiets mit einer Fläche von 0,89 Hektar „bereits vorhandener und etablierter Einzelhandel als auch die noch in geringfügigem Maße vorhandene Einzelhandelsversorgung im Ortsteil Röttbach und weiterer benachbarter Gemeinden nachhaltig geschwächt werden könnte“. In den Reihen des Gemeinderats wurden schnell unterschiedliche Meinungen deutlich. Während Michael Huth das ganze Vorhaben in Bausch und Bogen ablehnte, sprach sich Stefan Schuck (CSU) dafür aus, gegen das Sondergebiet Einzelhandel keine Einwände zu erheben. Ähnlich äußerte sich Silvia Klee (SPD), die „Kirchturmdenken“ kritisierte und sich dafür aussprach, die interkommunale Zusammenarbeit zu vertiefen. Nach Ansicht von Frank Theobald (Freie Wähler) ist die von Seiten Marktheidenfelds angeführte Optimierung der Nahversorgung Altfelds und der benachbarten Stadtteile Marktheidenfelds in der Form nicht nachvollziehbar. „Ich glaube nicht, dass man für die rund 800 Einwohner Altfelds eine Fläche von fast einem Hektar braucht“, sagte er. Das werde mit Sicherheit Auswirkungen auf benachbarte Gemeinden haben. Am Ende votierten zehn Kommunalpolitiker für den Beschlussvorschlag der Kreuzwertheimer Verwaltung.

Bei zwei Gegenstimmen erhob das Gremium schließlich keine Einwände gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes „Sondergebiet Einzelhandel Mühlenweg/L 2310“ im Stadtteil Bestenheid der benachbarten Großen Kreisstadt Wertheim. Dabei geht es um die Erweiterung der Fläche eines bereits vorhandenen Lebensmittel-Discounters, sowie die Ansiedlung eines Zoofachmarktes und einer Metzgerei mit Bistro. „Der Fall ist anders gelagert“, meinte Bürgermeister Thoma, als Silvia Klee sich wunderte, dass man hier, im Gegensatz zum Marktheidenfelder Vorhaben, keine Bedenken hinsichtlich des Einzelhandels habe. ek