Kreuzwertheim

„Bronnbacher Bläserensemble“ Konzert in der evangelischen Kirche Kreuzwertheim begeistert Zuhörer

Freude am Musizieren war hörbar

Archivartikel

Kreuzwertheim.Jubilierende Trompeten, majestätischer Posaunen- und Klarinettenklang, gefühlvolle Gesänge in allen Tonlagen und eine nimmermüde, souveräne Koordination durch die Reicholzheim-Bronnbacher Organistin Regina Oetzel kennzeichneten das Konzert des Bronnbacher Bläserensembles am Sonntagabend in der evangelischen Kirche Kreuzwertheim. Pfarrerin Stephanie Wegner vervollständigte die musikalischen Impulse durch eigene Gedanken und passende Texte. Die freiwilligen Gaben der Konzertbesucher – das Konzert selbst kostete keinen Eintritt – kommen der Kirchenmusik der gastgebenden Kirche zugute.

Mit Händels „Arrival of the Queen of Sheba“ begann der nachösterliche Jubel. Mit flottem Tempo hatten Dr. Matthias Heinrich und Heiko Busse (Trompeten) die langen Sechzehntelketten gestartet. Das glasklar intonierende Trompetenduett wechselte sich mit dem „tiefen Blech“ aus Posaune und Bassklarinette quasi doppelchörig ab, von der Orgel in gleichem Tempo unterstützt und ergänzt. Pfarrerin Wegner blieb fast nichts anderes übrig als in der entsprechenden Bibellesung die funkelnden Smaragde mit den brillanten Tönen zu vergleichen.

Britisch-königlich-majestätisch erklang der Bläsersatz „Jerusalem“ von Sir Charles Hubert Parry, dessen Kompositionen stark von Bach und Brahms geprägt waren. Andächtig sangen Sonja Miranda-Martinez und Bianca Schütz das „Pie Jesu Dominum“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber, dem das ruhige Instrumentalstück „My soul has been redeemed“ von Pamela Baskin-Watson folgte.

Highlights der Kirchenmusik

Von Johann Sebastian Bach erklang die Arie „Mein gläubiges Herze, frohlocke, sing, scherze“, deren kunstvolle Koloraturen von Sonja Miranda-Martinez mühelos und sicher, dazu hörbar mit Freude am Musizieren, präsentiert wurden. „Jesus bleibet meine Freude“ folgte wiederum als Instrumentalsatz in einer beeindruckenden Gelassenheit und ausstrahlenden „stillen Gewissheit“, wie die Pfarrerin einfühlsam ihre und die Empfindungen der Zuhörer treffend beschrieb.

Aus dem 20. Jahrhundert stammte „Bridge over troubled water“ (Simon and Garfunkel), das berühmte „Halleluja“ von Leonhard Cohen, wiederum als Bläsersatz auf besondere Weise neu erlebbar gemacht, „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ sowie der schwungvolle „Jazz-Waltz 2“ von Dmitri Schostakowitsch, bei dem Marianne Heinrichs Soloklarinette besonders schön zur Geltung kam und das Publikum zum Mitschwingen im Dreiertakt animierte.

„Ich harrete des Herrn“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy vereinigte alle Instrumentalisten und die beiden Sängerinnen in wohltuender Harmonie. Mit dem ruhigen Instrumentalstück „Surely goodness and mercy“ wurde die Schlussrunde eingeleitet. Die beiden Sängerinnen faszinierten erneut mit harmonischem Wohlklang bei Humperdincks „Abends will ich schlafen gehn“. Pfarrerin Wegner spendete den Segen mit Worten Martin Luthers und schließlich durften die Zuhörer in den Lobgesang „Großer Gott, wir loben dich“ kräftig einstimmen, begleitet von festlichem Trompetenjubel und der strahlenden Kraft der kleinen, aber schönen Orgel, deren Gehäuse und Prospektpfeifen aus dem Jahr 1760 stammen.

Mit Zugaben verabschiedet

Krönender Abschluss des Konzerts war das berühmte „Halleluja“ aus Händels „Messias“, bei dem Klarinette, Posaunen, Trompeten und Orgel viele Zuhörer zumindest innerlich mitmusizieren ließen. An Ostern konnten viele Gottesdienstbesucher Wertheims und Kreuzwertheims gerade dieses Highlight der Kirchenmusik schon erleben und genossen den österlichen Jubel nun erneut.

Mit zwei Zugaben verabschiedeten sich zuerst die Sängerinnen: „The Lord bless you and keep you“, dann die Instrumentalisten mit einem russischen Tanz aus der Nussknackersuite von Peter Tschaikowsky. Begeisterter Applaus und der häufig geäußerte Wunsch eines baldigen Wiederhörens ließen den Konzertabend ausklingen. rl