Kreuzwertheim

Bildhauer aus Leidenschaft Der Lengfurter Klaus Hammer schmückt seinen Garten mit Skulpturen aus Porenbeton

Liebe zur Musik in Stein gehauen

Archivartikel

Skulpturen aus Porenbeton schmücken seinen Garten: Klaus Hammer aus Lengfurt fertigt Kunstwerke, die allesamt einen Bezug zu seinem Leben haben.

Lengfurt. Mit dem Eintritt in den Ruhestand vor 17 Jahren hat der 79-jährige Klaus Hammer sich ein neues Hobby zugelegt. Mit Begeisterung fertigt er Kunstwerke aus Porenbeton.

Ganz fremd war ihm die Materie nicht. Nach der Schulzeit hat er Maurer gelernt und war am Ende seines Berufslebens als Bauaufsicht beim Wasser- und Schifffahrtsamt beschäftigt.

Bis 200 Kilo schwere Kunst

Porenbeton, der auch Gasbeton genannt wird, ist ein idealer Ausgangswerkstoff für die Gestaltung von Skulpturen. Er ist leicht, weich, nicht brennbar und verrottet nicht. Allerdings entsteht beim Bearbeiten viel Staub. Klaus Hammer arbeitet deshalb bildhauerisch im Freien, was auch noch einen weiteren Grund hat: Bis zu 200 Kilogramm schwer sind seine Kunstwerke. Und die werden besser in der Nähe des späteren Aufstellungsortes gefertigt.

Die weißen Steine als Ausgangswerkstoff werden im Baumarkt gekauft und zusammengeklebt. Als Armierung verwendet er nichtrostende Drähte, beispielsweise aus Aluminium. Mit Säge, einer groben Raspel und dem Stechbeitel wird die Vorarbeit geleistet. Der Werkstoff lässt sich ähnlich wie Holz bearbeiten, oft erfolgt der Feinschliff mit Schleifpapier.

Sein erstes Werk war ein lebensgroßes Löwenpaar, seine Frau ist in diesem Sternzeichen geboren. Der Bildhauer aus Leidenschaft erinnert sich noch, dass die Mähne des männlichen Tieres die meiste Arbeit gemacht hat. Mit der Schaffung einer mit kleinen Lämpchen versehenen Lyra, einem Zupfinstrument, hat Klaus Hammer seine Liebe zur Musik in Stein gehauen.

Skulptur „Frieden“

Seine größte Skulptur hat er dem Frieden in der Welt gewidmet. Zusammen mit seiner Frau hat er einen Soldatenfriedhof bei Stalingrad besucht, sein Schwiegervater ist dort im Krieg gefallen. Inspiriert von einem dortigen Denkmal hat er sehr kreativ ein Werk geschaffen, das von der Weltkugel bekrönt wird. Auf einer Faust, die eine Fackel hält, hat sich eine Friedenstaube niedergelassen.

Bei einigen seiner Kunstwerke ließ sich Klaus Hammer auch von der Kunst der Maoris anregen. Seine Werke, die von der Straße aus gut zu sehen in seinem Garten zu betrachten sind, erhalten am Ende einen farbigen Schutzanstrich und werden immer wieder mit Steinversiegelung behandelt