Kreuzwertheim

Betreuung Marktgemeinde investiert 1,8 Millionen Euro in Kindertagesstätte Birkenstraße / Kriterien einer Generalsanierung erreicht, so dass eine höhere Förderung möglich ist

Mehr Platz für die Kinder und Erzieher

Archivartikel

Die Arbeiten zum Umbau und der Erweiterung des Kindergartens Birkenstraße sind in vollem Gange. Insgesamt werden rund 1,8 Millionen Euro investiert.

Kreuzwertheim. Für die Kindergartenkinder sind die aktuellen Bauarbeiten rund um ihren Kindergarten in der Birkenstraße ein großes Abenteuer. Die Großen freuen sich auf deutlich mehr Platz. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Klaus Thoma, die stellvertretende Leiterin des Kindergartens Ute Kafara sowie die Architekten vom Büro Bannwarth und Ludwig in einem Pressegespräch den Baustand und die geplanten Bauabschnitte vor.

Thoma freute sich darüber, dass die Geburtenzahl in der Marktgemeinde in den vergangenen Jahren angestiegen sei. Hinzu komme eine wachsende Nachfrage nach Krippenplätzen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Die Kindergartenbedarfsplanung zeigte, dass sich Kapazitätsprobleme ergeben werden.“ Es sei an der Zeit gewesen, schnell zu reagieren. So mussten am Kindergarten in der Turmplatzstraße bereits Container als zusätzliche Räumlichkeiten aufgestellt werden.

Die Entwicklungen im Betreuungsbedarf und der Sanierungsbedarf am bestehenden Gebäude habe den Gemeinderat im Januar diesen Jahres dazu veranlasst, sich für einen Umbau und eine Erweiterung an diesem Standort zu entscheiden.

Bauträgerschaft übernommen

Auch auf Grund der hohen Kosten für die Maßnahmen entschied die Marktgemeinde zukünftig die Bauträgerschaft der Einrichtung zu übernehmen. Diese lag bisher bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kreuzwertheim. Die Kirche wird jedoch weiterhin für den Betrieb des Kindergartens verantwortlich sein.

Ein erster Kostenentwurf für die Maßnahmen sahen, laut Thoma, Kosten von rund 1,54 Millionen Euro vor. Nach Rücksprache mit Fachstellen und Abstimmung mit der Regierung kam es zu Veränderungen der Planungen und damit gestiegenen Kosten. Das Volumen der Gesamtmaßnahme liegt nun bei 1,8 Millionen Euro. „Es werden mit den aktuellen Maßnahmen die Kriterien einer Generalsanierung erreicht, damit gibt es auch eine deutlich höhere Förderung.“

Mit dem ausgebauten Angebot werde man gute Wahlmöglichkeiten für die Eltern schaffen. „Für die Zukunft sind wir gut aufgestellt.“ Kafara berichtete, im Jahr 1989 sei man mit zwei Kindergartengruppen und einem großen Turnraum gestartet. Später kam die Krippengruppe dazu, die man im Turnraum unterbrachte. Aktuell habe an zwei Regelgruppen und zwei Krippengruppen. Thoma berichtete, es seien bereits viele Gewerke für den Um- und Neubau vergeben. Dazu gehörten die Ingenieurverträge, Energieberatungsleistungen, das Versetzen des Schuppens, Zaunarbeiten, die Gestaltung der Außenspielfläche mit neuen Spielgeräten sowie Zimmerer- und Holzarbeiten. „Die Bauarbeiten laufen bisher planmäßig. Wir liegen genau im sehr ehrgeizigen und ambitionierten Zeitplan.“ Auch die Kosten bewegten sich erfreulicherweise exakt im Rahmen der Schätzungen. Die befürchtete Kostensteigerung wegen der Überhitzung der Baubranche sei ausgeblieben.

„Mit der Umsetzung des Ausbaus haben wir ein tolles Betreuungsangebot in unserer Gemeinde, gerade auch hinsichtlich Qualität, Flexibilität und Differenziertheit.“ Weiterhin betonte er, die kinderfreundliche Marktgemeinde habe inklusive dieser Maßnahme alleine in den vergangenen fünf Jahren rund vier Millionen Euro in Kindergärten und Spielplätze investiert.

Architektin Leonie Burger ging auf die Details der Baumaßnahmen ein. Im Bestandsgebäude wird die Heizungszentrale erneuert, die Fenster werden gedämmt und das wird Verbesserungen an den Flächen von Decken, Wänden und Boden geben. Außerdem wird eine neue Küche angebaut, die als Kinderbistro Treffpunkt für alle Kinder der Einrichtung beim Mittagessen sein wird. Bisher essen die Kinder innerhalb der Gruppen.

Der Neubau wird durch einen Durchbruch angeschlossen. Im Erdgeschoss wird er eine Grundfläche von rund 300 Quadratmeter haben. Teilweise wird er in Flachbachbauweise, teilweise zweistöckig ausgeführt. Unten wird Platz für die Krippe sein, im Obergeschoss entstehen auf 150 zusätzlichen Quadratmeter Personalräume. Auf solche musste das Team bisher komplett verzichten.

Kafara erläuterte, nach der Erweiterung habe man 50 Regelplätze (bisher 38) und 30 Krippenplätze (bisher zwölf).

Getrennte Außenspielplätze

Komplett erneuert werden auch die getrennten Außenspielbereiche für Krippen- und Kindergartenkinder. Für die Kleinsten gibt es unter anderem einen neuen Sandkasten und eine Nestschaukel.

Die Kinder über drei Jahren können sich über mehrere neue Spielgeräte, Balanciermöglichkeiten, einen Matschspielplatz, eine Bobbycarbahn und ein Hochbeet freuen. Außerdem wurde der bisherige Schuppen versetzt. Dank hatte Thoma für die Eltern, die beim Abbau der alten Spielgeräte mit anpacken. Er freute sich zudem, dass man den alten Baumbestand weitestgehend erhalten konnte.

Architekt Michael Bannwarth erklärte, man setze auf Holzständerbauweise mit Fertigteilen. Dies ermögliche einen schnelleren Bau, sei nachhaltig und das Raumklima sei gut. Burger sagte, das Außengelände der über Dreijährigen werde die nächsten vier bis sechs Wochen fertig. Für die Rohbauarbeiten des Neubaus sei alles vorbereitet. Der Einzug dort soll im Frühjahr 2019 stattfinden.

In den Sommerferien sollen dann die größeren Umbauten im Bestandsgebäude erfolgen. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für Spätherbst kommenden Jahres geplant.