Kreuzwertheim

Kurtz Ersa Fokussierung auf den Maschinenbau / Verkauf

Strategischer Investor für Kurtz Eisenguss

Archivartikel

Der Maschinenbauer Kurtz Ersa setzt seinen Konsolidierungskurs fort und konzentriert sich auf sein Kerngeschäft - den Maschinenbau. Nun werden die Aktivitäten im Eisenguss neu strukturiert.

Hasloch/Kreuzwertheim. Wie die Verantwortlichen des Unternehmens in einer Mitteilung erklären, habe der Kurtz-Ersa-Konzern in den vergangenen zehn Jahren seinen Umsatz verdreifacht und dabei rund 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit dieses Wachstum effizient gestaltet werden konnte, seien alle Prozesse stringent auf das Kerngeschäft, den Maschinenbau, ausgerichtet worden. In den kommenden drei Jahren avisiere man dazu ein Investitionsprogramm von 40 Millionen Euro.

Marktanteil

Der Eisenguss habe in den vergangenen Jahren zunehmend an strategischer Bedeutung verloren. Sein Anteil am Gesamtumsatz von Kurtz Ersa betrug nach Angaben der Firma zuletzt noch sechs Prozent. Mit der smart foundry in Hasloch habe man vor wenigen Jahren die technischen Voraussetzungen für eine moderne Handformgießerei geschaffen. Grundüberlegung für die Investition sei gewesen, einen signifikanten Marktanteil in der Gewichtsklasse von bis zu zehn Tonnen Stückgewicht zu erreichen. Dies sei jedoch nicht geschafft worden, „weil die Wettbewerber oft über ein breiteres Gewichtsspektrum verfügen“.

Langfristige Sicherung

Deshalb suchte man gezielt nach einem strategischen Investor, der über ausreichend Kompetenz und Marktpräsenz zur langfristigen Sicherung der Gießerei in Hasloch verfügt.

Wie die Unternehmenssprecher in der Mitteilung weiter schreiben, wurde mit der Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH am 28. August der Verkauf der Kurtz Eisenguss vertraglich vereinbart. Zu dieser Gesellschaft gehören bereits einige Gießereien sowie Gussnachbehandlungsfirmen. Dadurch sehe man bei Kurtz Ersa in der Käuferin eine ideale Konstellation, um die Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Keine leichte Entscheidung

„Leicht gefallen ist den Gesellschaftern und dem Beirat diese Entscheidung nicht, schließlich gehen die Wurzeln der Gießerei auf das Jahr 1852 zurück“, heißt es. Auch fühle man sich den Mitarbeitern über Generationen hinweg eng verbunden. Die Geschichte von Kurtz Ersa sei zudem ein leuchtendes Beispiel, wie im Laufe von Jahrhunderten die Diversifikation in neue Geschäftsfelder den langfristigen Bestand als Familienunternehmen sichert.

Die Aussichten auf einen erfolgreichen Weiterbetrieb der Eisengießerei am Standort in Hasloch mit allen Beschäftigten sind nach Aussage des Unternehmens „aktuell sehr gut“.

Die vorinformierten Mitarbeiter wurden am Freitag über das Geschäftsmodell der Käuferin mündlich in Anwesenheit von Betriebsrat und IG Metall sowie schriftlich unterrichtet.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Kurtz-Ersa-Konzerns, Rainer Kurtz, hob für das Unternehmen und die Eigentümerfamilie hervor, dass man froh sei, eine zukunftsweisende Lösung für alle Beteiligten gefunden zu haben.

Fortbestand der 90 Arbeitsplätze

Das Konzept sieht eine Umsatzausweitung und den Fortbestand aller 90 Arbeitsplätze vor. Die Immobilien bleiben im Besitz von Kurtz Ersa und werden der Käuferin mietweise überlassen. Das Gießereigeschäft in Hasloch wird künftig unter Eisenguss Hasloch Smart Foundry GmbH firmieren. Als Übergangsstichtag ist der 1. Oktober vorgesehen.