Kreuzwertheim

Unmut Konzerte auf der Burg sorgen für Aufregung auf der anderen Mainseite / Rede ist von Interessenskonflikten, Sorgfaltspflicht und Gesprächsbedarf

„Unzumutbare Belästigung für unsere Bürger“

Archivartikel

Wertheim.Es war zu erwarten: Die Veranstaltungen auf der Wertheimer Burg am vergangenen Wochenende haben für Unmut in Kreuzwertheim gesorgt.

Die Burg-Aktivitäten hätten ihre Grenzen da, „wo sie gleichzeitig zur unzumutbaren Belästigung für unsere Bürger führen“, machte Bürgermeister Klaus Thoma am Ende der Gemeinderatssitzung am Dienstag unmissverständlich deutlich.

Generell verfahre man nach dem Grundsatz „Leben und leben lassen. Doch wenn es um die Gesundheit der Bürger geht, müssen wir unsere besondere Sorgfaltspflicht walten lassen und die berechtigten Interessen der Anwohner entsprechend berücksichtigen“. Man freue sich, versicherte der Bürgermeister, wenn es der Stadt Wertheim gelinge, den Kultur- und Veranstaltungsort Burg attraktiv zu vermarkten.

Allerdings bestünden besonders bei nächtlichen, lauten Großveranstaltungen zwangsläufig Interessenskonflikte. Veranstaltungslärm auf der Burg gehöre „keineswegs kraft Herkommens zu den typischen Erscheinungen gemeindlichen Lebens“ und müsse folglich so auch nicht von der Nachbarschaft als sozialadäquat akzeptiert werden. „Vor allem dann nicht, wenn die Grenzen des Erträglichen aufgrund der Häufigkeit und Lautstärke überschritten werden.“

Thoma wies der Stadt Wertheim als Genehmigungs- und Ordnungsbehörde eine besondere Verantwortung zu. Dessen sei sich die Stadt auch voll bewusst.

Bürgermeister Wolfgang Stein habe ihm am Montag versichert, dass „in enger Abstimmung (. . .) Maßnahmen ergriffen werden (sollen), damit die Sorgen und Nöte der Bürger entsprechend berücksichtigt werden“. Thoma erinnerte daran, dass bereits im Vorjahr in einem einvernehmlichen Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt Wertheim die Zahl der Veranstaltungen reduziert worden sei.

Aufgrund der jetzigen Beschwerden werde nach Saisonende nochmals ein Gespräch geführt werden. Gemeinsames Ziel müsse es sein, „dass Veranstaltungen so stattfinden, dass alle damit leben können, sowohl die Veranstalter, aber vor allem die lärmgeplagten Anwohner“.