Kreuzwertheim

Rosenmontagsumzug Zehn aufwendig gestaltete Wagen waren beim Straßenfasching in Kreuzwertheim echte Hingucker

Wenn Politik zur Lachnummer wird

In Kreuzwertheim wurde unter großem Aufgebot geheiratet. Doch dieses Mal war es nicht die „Hochzeit zu Löwenstein“, sondern die Narren, die für die Vermählung des Jahres sorgten.

Kreuzwertheim. An der Vermählung des Jahres kamen die Kreüzemer Narren natürlich nicht vorbei. „Faschingsumzug im Juni in Werde am Main, das war die Hochzeit zu Löwenstein“. So stand es an einem der rund zehn Wagen, die gestern Vormittag durch Kreuzwertheim zogen. Und dahinter schritt ein Brautpaar, das es zwar nicht ganz mit dem echten aufnehmen konnte, aber gleichwohl schön anzuschauen war.

War dies ein eher regional bedeutsames Ereignis, so nahmen andere Zugteilnehmer die große Weltpolitik aufs Korn. Und leider: Kim Jong Un und Donald Trump vertrugen sich auch da nicht wirklich. Immerhin, immer nachdem sie sich mal wieder an die Gurgel gegangen waren, warfen sie schiedlich-friedlich Bonbons ins Volk.

Noch einmal kam das Fürstenhaus an die Reihe, diesmal die vier Neubauten an der Brückenstraße, die seit kurzem bezugsfertig sind. Und angesichts derer man von den Kommunalpolitikern wissen wollte, ob man nur noch „Leut mit Zaster“ in der Gemeinde haben wolle. Die Forderung: bezahlbares Bauland und zwar „bitte sofort, sonst ziehen wir an einen anderen Ort“. Bürgermeister und Gemeinderäte unter den Schaulustigen am Straßenrand mögen sich die Frage gestellt haben, „Woher nehmen und nicht stehlen?“. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. „Ohne Italien fahr´n wir zur WM“, das konnten die Narren natürlich nicht unkommentiert lassen. „Pizzabacken könnt ihr fein, Fußballspielen das lasst sein“, hieß es leicht gehässig. Glyphosat und Bienensterben, Zirkus um die GroKo und in der Rotkreuzklinik – man hatte sich einiges einfallen lassen, um das Geschehen lokal, regional und international zu kommentieren. Man bewies aber nicht nur Fantasie, sondern auch Kondition – und forderte von den Zuschauern Geduld. Wer den Zug um 10 Uhr an der Dreschhalle verabschiedete, musste gute zwei Stunden warten, ehe er ihn am Fürstin-Wanda-Haus wieder zu Gesicht bekam. Aber bis dahin– und auch noch danach– ließ es sich trefflich feiern.

Info: Weitere Bilder vom Rosenmontagsumzug in Kreuzwertheim sind in einer Fotostrecke unter www.fnweb.de zu sehen.