Kreuzwertheim

Gemeinderat Die innerörtliche Entwicklung Unterwittbachs und die Diskussion um einen barrierefreien Zugang für die Bürgerstube waren Hauptthemen

„Wollen den Ortskern lebendig erhalten“

Auch Unterwittbach soll weiter wachsen können. Wo das möglich sein könnte, davon machte sich der Kreuzwertheimer Gemeinderat am Dienstag ein Bild.

Unterwittbach. Es muss und es soll gar nicht immer ein Neubaugebiet sein. Zumal es das mit der „Sandspitze“ in Unterwittbach aktuell gibt. Welche potenziellen Flächen für eine innerörtliche Entwicklung vorhanden sind, davon verschaffte sich der Kreuzwertheimer Gemeinderat bei einem Rundgang zu Beginn seiner Sitzung am Dienstag einen Eindruck.

In Augenschein genommen

Ein besonders in Augenschein genommenes Areal befindet sich bereits im Eigentum der Marktgemeinde und könnte entsprechend erschlossen werden, wie Bürgermeister Klaus Thoma anmerkte. Einige nicht mehr genutzte Nebengebäude müssten abgebrochen werden.

Schwieriger würde es an der Rettersheimer Straße, wo man ebenfalls Entwicklungspotenzial sah, die Grundstücke sich allerdings in Privatbesitz finden. „Wir wollen die Ortskerne lebendig erhalten“, gab Thoma als Ziel aus, dem die Mandatsträger zustimmten. An der Wittbachhalle erläuterte der Bürgermeister zunächst eine inzwischen abgeschlossene Baustelle am Löschweiher, die wegen eines Rohrbruchs dort notwendig geworden war und sich als nicht einfach erwiesen hatte.

Herstellung eines barrierefreien Zugangs in Form eines Treppenliftes für die Bürgerstube oder Herrichtung der bereits barrierefreien Wittbachhalle, so dass diese über das schon bestehende Maß hinaus genutzt werden kann? Diese Frage wurde in den vergangenen Monaten diskutiert, nun sollte zumindest eine Vorentscheidung fallen. Eine Richtung gab der Bürgermeister schon an der Halle vor. Es stehe noch nicht fest, was entsprechende Maßnahmen dort, insbesondere an der Heizungsanlage, kosteten, so Thoma. Vom Büro Bannwarth und Ludwig werden die entsprechenden Zahlen gerade ermittelt, aber „es wird keine günstige Lösung sein“.

Vonseiten der Feuerwehr – aber auch von vielen der bei der Begehung anwesenden interessierten Bürgern – würde es wohl bevorzugt, wenn die Halle weitgehend unverändert bliebe, da ihr jetziger Zustand für die bevorzugte Nutzung als ideal angesehen wird. Einen besonderen Charme entfaltet dabei die vorhandene Freifläche, betone der Bürgermeister.

Der Einbau eines Treppenliftes in die Bürgerstube würde etwa 15 000 Euro kosten. Der Feuerwehrverein hat sich nach Angaben Thomas bereiterklärt, dazu 3000 Euro beizusteuern. „Ein feiner Zug“, wie er sagte. Auch habe die Feuerwehr betont, dass der Betrieb des „schönen Treffpunktes“ gesichert ist. Vor allem ältere Mitbürger nutzten die Bürgerstube gerne und oft, ergänzte der Unterwittbacher Ortssprecher Stefan Mohr. Allerdings werde gerade ihnen das Vergnügen häufig dadurch getrübt, dass der Veranstaltungsraum im Ober-, die Toiletten aber im Erdgeschoss liegen.

Der Treppenlift sei auf jeden Fall günstiger als eventuell notwendige Maßnahmen in der Halle, so Günter Kohrmann (CSU). Die man gleichwohl nicht aus den Augen verlieren solle, meinte Silvia Klee (SPD). Nachdem das Landratsamt Main-Spessart den Rettungsweg für gegeben hält, wenn sichergestellt ist, dass sich der Sitz des Treppenlifts, wenn er nicht genutzt wird, „immer hochgeklappt in der Parkposition befindet und somit die Treppe nicht versperrt ist“ und betont hatte, dass dafür der Markt als Bauherr und Grundstückseigentümer in der Haftung sei, wurde der Einbau schließlich einstimmig beschlossen.

Stefan Schuck (CSU) erinnerte später daran, dass auch das Feuerwehrhaus in Wiebelbach einen barrierefreien Zugang benötigt. Dort soll ein Aufzug angebaut werden. Allerdings fehlt es hierfür noch an den Kostenberechnungen oder zumindest Schätzungen, so dass die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen in diesem Jahr noch nicht gegeben sind, erklärte der Bürgermeister.