Külsheim

Sanierungsgebiete in der Gesamtstadt Fördermittel stehen zur Verfügung

Bauplätze durch Neuordnung

Archivartikel

Külsheim.Über die drei bestehenden Sanierungsgebiete informierte in Sitzung des Külsheimer Gemeinderats umfassend Irene Trabold vom Bauamt.

Das Sanierungsgebiet „Stadtkern IV“ besteht seit 2007 und umfasst rund elf Hektar. Seine Laufzeit ist bisher drei Mal verlängert worden. Mit Bescheid vom 7. Februar erfolgte die erneute Verlängerung bis zum 30. April 2020. Der Förderrahmen liegt bei knapp 2,6 Millionen Euro. Die 70 Prozent Fördermittel summieren sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Eine weitere Erhöhung um etwa 475 000 Euro (Fördermittel: rund 333 000 Euro) sei beantragt, so Trabold. Derzeit stehen noch zirka 126 000 Euro zur Verfügung.

Die Rednerin nannte mit Modernisierung und Neubau von Wohnungen, dem Entkernen und der Neuordnung von Quartieren, der Gestaltung von Freiflächen, der Beseitigung von Stockwerkseigentum und der Konversion landwirtschaftlich genutzter Anwesen zu Wohnraum einige Sanierungsziele. Neben der Restabwicklung von Projekten gehe es auch um Gebäudeabbrüche in der Rathausstraße mit Neuordnung der Grundstücke. Dort soll eine Wohnanlage mit elf Einheiten entstehen. Grundstücksverkäufe sind geplant am Kastanienbaum- und am Badbrunnenweg, Modernisierungen an den zu verkaufenden Gebäuden im Badbrunnenweg und im Bereich Hauptstraße/Kirchbergweg. Nach Abbruch des „Henn-Hauses“ (Hauptstraße) plant ein Privatinvestor dort eine Wohnanlage (sechs Einheiten). Wie Trabold ergänzte, wolle man aufgrund vieler Leerstände und kritischer Grundstückszuschnitte die Aufnahme in ein neues Förderprogramm erreichen.

Nach dem Erwerb des Kasernengeländes durch die Stadt im November 2007 erfolgte 2008 die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets „Prinz-Eugen-Kaserne“ im Förderprogramm „Stadtumbau West“ mit einer Größe von 52 Hektar. 2014 kam es zu zwei Gebietserweiterungen. Das Programm endet Ende April 2019, eine Verlängerung muss beantragt werden. Der Förderrahmen liegt nach dreimaliger Erhöhung bei etwa 4,143 Millionen Euro (Fördermittel: 2,9 Millionen Euro). Eine weitere Erhöhung um zwei Millionen Euro und mittelbare Fördermittel sind beantragt. Der noch verfügbare Förderrahmen beträgt 837 000 Euro.

Abbruch von Gebäuden

Bis zum Laufzeitende sind der Abbruch nicht nutzbarer Gebäude, vor allem Mannschaftsunterkünfte geplant. Zurzeit erfolgt der Abbruch von drei Mannschaftsgebäuden sowie des alten Wirtschaftsgebäudes. Vorgesehen seien, so Trabold, die Erstellung eines Quartierkonzepts hinsichtlich einer Verwertung des Areals sowie private Modernisierungen durch Firmen. Wegen der kostenintensiven Maßnahmen im Zuge der Abbrüche seien eine Laufzeitverlängerung und weitere Finanzmittel von Bund und Land erforderlich. Es gebe hierzu positive Signale.

Das Sanierungsgebiet „Ortskern Hundheim“ besteht seit 2011 und umfasst acht Hektar. Eine geringfügige Erweiterung erfolgte 2013. Die Laufzeit endet im April 2020. Der Förderrahmen betrug zuerst zirka 667 000 Euro, seit einer Erhöhung 2017 bei rund 1,033 Millionen Euro. Bei einem Fördersatz von 60 Prozent ergeben sich Fördermittel von 620 000 Euro. Noch stehen rund 400 000 Euro zur Verfügung.

Die Sanierungsziele im Bereich „Ortskern Hundheim“ gleichen in etwa denen für das Sanierungsgebiet „Stadtkern IV“. Als gelungen bezeichnete Trabold den Erwerb des Kindergartengrundstücks zur Schaffung eines Dorfplatzes. Zum größten Teil in Eigenregie der Dorfgemeinschaft werde das dortige ehemalige Schwesternwohnheim modernisiert, der Gewölbekeller saniert. Gestaltet worden sei der Platz im Bereich der Brunnenanlage in der Bachgasse. Das Anwesen Wertheimer Straße 48/50 habe man angekauft, abgebrochen und veräußert.

Das Anwesen Dörlesberger Straße 8 wurde nach dem Kauf abgerissen. Die Wiederverwertung des Areals ist in diesem Jahr geplant. Ebenso vorgesehen sind nach Aussage der Rednerin Erwerb und Abbruch des Anwesens Wertheimer Straße 18, die Erstellung eines Quartierkonzepts für den Bereich Wertheimer Straße 18 bis 30 und damit verbundene Gebäudeaufkäufe zur Schaffung innerörtlicher Bauflächen sowie der Erwerb der Anwesen Schmiedsgasse 5 und 7 samt Erstellung eines Bebauungskonzepts. Im Sanierungsgebiet „Ortskern Hundheim“ Gebäudeabbrüche erfolgten auf sieben privaten Grundstücken Abbrüche zur teilweisen Neubebauung und/oder zur Schaffung von Freiflächen sowie zwei Modernisierungsmaßnahmen.

Wie Trabold betonte, sei der Schwerpunkt der künftigen Sanierungsarbeit die Umsetzung des Quartierkonzepts in der Wertheimer Straße. Es gebe bereits Grundstücksverhandlungen. Ziel sei, leerstehende und nicht mehr nutzbare Gebäude abzubrechen. Man wolle Gebäude aber auch erhalten. Durch die Neuordnung sollen attraktive Bauplätze entstehen. Die neuen Bauflächen könnten dann zum Preis von 27 Euro je Quadratmeter erworben werden.

Der Gemeinderat nahm den Sachstand einhellig zustimmend zur Kenntnis. hpw