Külsheim

Weberei Pahl Neues Konzept beinhaltet neben der Konzentration auf von der Firmengruppe hergestellte Produkte Zusammenarbeit mit Produzenten aus der Umgebung

Ein „Plus“ für die gesamte Region

„Es gibt einen neuen Pahl. Und der ist größer als der alte“, macht Geschäftsführer Dr. Thomas Lippert neugierig auf die Veränderungen bei dem Unternehmen. Mit dabei sind Firmen aus der Region.

Külsheim. Nach der Gründung eines Firmenverbunds im vergangenen Jahr (wir berichteten) geht die Neustrukturierung bei der Külsheimer Firma Pahl weiter. „Wir haben die erste Stufe unserer Strategie erreicht“, erklärt Lippert auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. Die Weberei sei gewachsen, weil sie ihre Produktionswerke ins Unternehmen integriert habe. Dadurch könne man den Kunden unter dem Dach der Weberei Pahl einen Mehrwert bieten.

Dafür haben die Verantwortlichen den passenden Namen „pahl+“ gewählt. Dabei bleiben das gesamte Personal sowie das Kerngeschäft im Bereich Raumausstattung unverändert, betont auch Friedrich Morawietz, Geschäftsführer des Külsheimer Unternehmens FM Consulting, der die Weberei Pahl seit über zwei Jahren bei ihrem Umstrukturierungsprozess begleitet und für deren strategisches Marketing und Datenschutz verantwortlich zeichnet.

„Das Sortiment bleibt. Es wird aber neu bestückt“, nennt Thomas Lippert eine wichtige Veränderung. Ab Mitte Februar biete man ausschließlich von der Firmengruppe Pahl gefertigte Produkte an. Dabei handele es sich um hochwertige Ware, die auch in Fünf-Sterne-Hotels eingesetzt werde. „Das ist ein Werksvorteil für die Kunden“, und das „Preis-Leistungsverhältnis wird besser.“ Das Unternehmen wolle an seine Tradition anknüpfen, „diese mit der modernen Zeit verbinden“ und „eine Bett- und Tischwäschemanufaktur sein“. Deshalb erfolge die Entwicklung des Designs, der Musterkollektionen und der Qualitätssicherung künftig in der Zentrale der Firmengruppe in Külsheim.

Dabei ist es für Thomas Lippert und seine Mitstreiter sehr wichtig, „nachhaltig zu denken“. Denn: „Wir müssen unseren Kindern eine bessere Welt bieten, und zwar in der Region.“

Dafür werde man bei Pahl künftig „auf alles verzichten, was umweltschädlich ist“, kündigt der Geschäftsführer an. Dies gelte für Verpackungen ebenso wie für die Herstellung. „Wir streben ein CO2-neutrales Herstellungssystem an“, blickt der Geschäftsmann in die Zukunft. Weil er überzeugt davon ist, dass das, „was für unser Standardsortiment gut ist“, auch für andere Unternehmen aus der Region von Vorteil sei, nimmt er sie mit ins Boot von „pahl+“.

Die Auswahl der regionalen Partner, welche die Denkweise der Pahl-Verantwortlichen teilen müssen, wurde nach praktischen Gesichtspunkten getroffen: Schließlich gehöre zu jeder Bettwäsche ein Bett, zur Tischwäsche ein Tisch und zum Handtuch ein Badezimmer, verdeutlicht Lippert den Bezug der Unternehmen zur Weberei Pahl.

Als deren Hauptpartner fungiert künftig das Möbelhaus „Die Grammlichs“ in Eberstadt. Die Firma verfüge nicht nur über eine eigene Schreinerei und eine unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit entwickelte Kollektion. Sie biete auch alles aus den Bereichen Schlafen und Wohnen, was nach den Worten des Geschäftsführers nötig ist, „um unsere Produkte in der ,Realität’ darzustellen“.

Dazu werden rund 600 Quadratmeter im Verkaufsraum zur Ausstellungsfläche umfunktioniert, auf der „Die Grammlichs“ ihre Möbel präsentieren. „Wer will, kann sie auch kaufen“, so Lippert. Pahl wiederum dekoriere das Ganze mit der passenden Ware der Weberei. So ergebe sich ein „fertiges Bild, wie unsere Produkte“ im trauten Eigenheim aussehen könnten, freut sich der Geschäftsführer. Kunden des Möbelgeschäfts wiederum erhalten Pahl-Artikel vor Ort in Eberstadt.

„Herzstück“ des „neuen Pahls“ und ein regionaler Treffpunkt zum „Entschleunigen“ soll das „Karma“ werden. Dabei handelt es sich um eine Art Bistro, in dem sich jeder, der einkaufen oder einfach nur vorbeischauen möchte, gemütlich niederlassen, etwas trinken und eine Kleinigkeit essen kann. Die Namensgebung begründet Lippert damit, dass getreu diesem spirituellen Konzept gute Taten auch einen positiven Widerhall finden.

Getränke und Essen im „Karma“ kommen von Partner-Betrieben aus der Region. So zählt Lippert Wurst der Külsheimer Metzgerei Eisenhauer, Käse aus dem Richelbacher Hofladen, Honig aus Impfingen, Naturöle aus Grünsfeld, Brot aus Hardheim sowie Lupinenkaffee aus Sachsenhausen auf. Zudem gibt es Grundessenzen für Reinigungsmittel. Lippert betont: „Alle erfüllen die Kriterien einer nachhaltigen Produktion.“ Wie diese bei der Weberei Pahl funktioniert, kann jeder bei einem Blick in die Näherei beobachten. Dafür werden eigens Fenster eingebaut.

Einen neuen Namen erhält der Werksverkauf, der unter der Bezeichnung „werk+“ firmiert. Neben Waren mit 1A-Qualität wird hier künftig im „Schnäppchenmarkt“ auch B-Ware verkauft.

Der Pahl-Geschäftsführer hofft, dass das neue Konzept in der Umgebung Nachahmer findet. Denn: „Wir leben in einer tollen Region, einer tollen Gemeinde und tollen Gemeinschaft. Das wollen wir erhalten, und unsere Werte leben mit unseren Partnern und den Menschen in der Region.“