Külsheim

Külsheim vor 100 Jahren Hans-Peter Wagner hält Vortrag

Einblick in den Alltag

Külsheim.Ein Vortrag über„Külsheim vor 100 Jahren – 1918 – Kriegsende und die Zeit danach?“ findet am Dienstag, 6. November, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus statt. In der Reihe „Külsheimer Geschichte – Külsheimer Geschichten“ beleuchtet Hans-Peter Wagner die Geschehnisse vor einem Jahrhundert in der Brunnenstadt.

Am 11. November 1918 beendete ein Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg die Kämpfe zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien. Der Krieg hatte in den Jahren zuvor auch direkte und indirekte Auswirkungen auf Külsheim und dessen Einwohner.

Wie es in der Ankündigung Wagners heißt, nutzt er für seinen Rückblick auf die damaligen Geschehnisse in der Zeit vor und nach dem Waffenstillstand Artikel aus lokalen Zeitungen und Bilder aus Illustrierten des Jahres 1918. Zudem verfügt er über einige originale Bilder aus Külsheim und der näheren Umgebung. Ausgewertet hat er zudem im Kreisarchiv befindliche Unterlagen zur Stadtgemeinde Külsheim.

Die verwendeten Materialien sind wie Puzzlesteine, die sich zu einem individuellen Bild Külsheims in einer Zeit des allgemeinen Mangels ergänzen. Die Beschwernisse des langen Kriegs wirken sich aus bis weit nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzungen. Die Illustrierten geben ein geschöntes Bild der Zeit wieder. So haben auch bei der dreckigsten Landarbeit alle saubere Kleidung an.

Manches aus den Unterlagen der Külsheimer Verwaltung regt zum Staunen an, anderes zum Stirnrunzeln, weiteres eher zum Schmunzeln. Beantwortet werden Fragen wie: Wer war im Bürgerausschuss, wer im Gemeinderat, wer amtierte als Bürgermeister? Wer findet sich in der Polizeistraftabelle wieder? Wer zahlte eine Taxe für Hunde?

Die Schulgeldeinzugsliste verrät Anzahl und Namen der Külsheimer Schüler anno 1918. Beim Blick auf diese Liste erklärt sich auch, warum manche „alte“ Namen in der Brunnenstadt derart häufig sind. „Manch geneigter Zuhörer wird neue Informationen finden, die zur eigenen Familiengeschichte beitragen können“, so Wagner.

Rechnungen Külsheimer Handwerker und Geschäftsleute geben Einblick in das örtliche Alltagsleben. Der Vortrag informiert auch, warum 1918 die Schafe 62 Tage lang nicht gepfercht, sondern nach Hause getrieben wurden, und wie viel Geld es für das Abfangen der Maulwürfe pro abgeliefertem Schwanz an Geld gab.

Wie andernorts auch, haben manche Abläufe in Külsheim zumindest einen indirekten Bezug zur Kriegszeit. So ist gelistet, wer wie viel Fett abgeliefert hat, um Versorgungslücken anderswo zu mildern. Genau aufgezeichnet ist, was die heimkehrenden Soldaten bei der „Krieger-Ehrung“ von ihrer Heimatgemeinde erhalten haben.

Der Vortrag im Rahmen der Wintervortragsreihe der Stadt wird am Donnerstag, 29. November, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus wiederholt.