Külsheim

Runder Geburtstag Hans Steigner feiert am morgigen Sonntag

Er fühlt sich „fit für die 90 Jahre“

Külsheim.90 Jahre alt wir der Külsheimer Hans Steigner am morgigen Sonntag. Er war in den Wirren des Zweiten Weltkriegs in die Brunnenstadt gekommen und ist dieser seither treu geblieben.

Der Jubilar wurde am 12. August 1928 in Fentsch (nördliches Lothringen) geboren. Mit seiner Familie zog er in seinem ersten Lebensjahr in das fünf Kilometer entfernte Arsweiler gezogen, wo er aufgewachsen ist. Dort besuchte er sechs Jahre lang die Volksschule und danach – Lothringen war 1940 deutsch geworden – bis 1942 eine deutsche Schule.

Wie oft in der damaligen Zeit wurde Hans Steigner sein beruflicher Werdegang vorgegeben. Installateur sollte er werden. Dazu kam er für zweieinhalb Jahre in ein Lehrlingsheim nach Zweibrücken. Weihnachten 1944 verbrachte Steigner in Külsheim, wohin es seine Eltern verschlagen hatte. Nachdem er wieder in Zweibrücken lebte, wurde die Stadt durch einen Bombenangriff Mitte März in Schutt und Asche gelegt und man sagte zu ihm, „jetzt kannst du gehen“.

Der Jubilar kam vor Ostern 1945 nach Külsheim. Er arbeitete dann bei Anna Blank zwei Jahre in der Landwirtschaft. Es war damals nicht möglich, dass Steigner die noch ausstehenden Prüfungen zum Installateur ablegen konnte. Es dauerte zudem lange, bis er die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt. Das Arbeitsamt vermittelte ihn 1947 als Waldarbeiter „zum Förster Bausback“.

Steigner lernte in Külsheim Hedwig Kerber kennen und schätzen. Nach der Heirat 1949 übernahm der Jubilar die Landwirtschaft des Schwiegervaters und arbeitete weiter im Wald. Ein beträchtlicher Teil der eigenen Felder wurde Gelände der späteren Prinz-Eugen-Kaserne, Steigner Arbeiter bei der Stadt Külsheim. Als die mechanisch-biologische Kläranlage an der Straße nach Bronnbach in den 1960er Jahren Gestalt annahm, schickte der damalige Bürgermeister Junghans Steigner nach Essen zu einem Lehrgang für Klärwärter.

Nach der Inbetriebnahme der Kläranlage betreute der Jubilar diese für fünf Jahre. Anfang der 1970er Jahre wechselte er zur Firma Weinig in Tauberbischofsheim. Dort arbei-tete er als Dreher, bis sein Arbeitsleben 1991 endete.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, zwei Töchter und ein Sohn, die im süddeutschen Raum leben. Hans Steigners Ehefrau starb 1993.

Der Jubilar hat inzwischen sechs Enkel und drei Urenkel. Zu seinen Hobbys zählte er „viel Radfahren“ und Drechslerarbeiten, „das meiste habe ich verschenkt“. Hans Steigner meint, er habe mit dem Laufen etwas Probleme, ansonsten finde er sich „fit für die 90 Jahre“.

Der Geburtstag wird am Sonntag im Kreise der Familie gefeiert.

Auch die Fränkischen Nachrichten schließen sich den sicherlich zahlreichen Glückwünschen gerne an. hpw