Külsheim

50 Jahre Partnerschaft Die Sportvereine Sepa Moret/Frankreich und FC Külsheim haben einen triftigen Grund zum Feiern

Freundschaft in all der Zeit immer weiter vertieft

In diesem Jahr feiern die Sportvereine Sepa Moret/Frankreich und FC Külsheim 50 Jahre Partnerschaft. Der Rückblick zeigt den Beginn dieser Verbindung auf.

Külsheim. Jedwede Partnerschaft zwischen Moret und Külsheim hat als Ausgangspunkt den Willen zwei Männer, Marcel Barbier auf französischer Seite und Albert Arnold auf deutscher Seite, zwei Völker näherzubringen, die sich Generationen lang feindlich gegenüber gestanden hatten. Aus Kontakten der Verbände „Anciens Prisonnieurs de Guerre“ und „Verband der Heimkehrer“ wurden Freundschaftsbesuche von Familie zu Familie. Anfang 1965 trafen sich die Bürgermeister der beiden Städte zum ersten Mal, im August 1967 wurde ein Jugendaustausch durchgeführt.

In den Protokollbüchern des FC Külsheim steht am 1. März 1967 zu lesen, dass man eine Gruppe finden wolle, die an Pfingsten mit der Delegation der Spätheimkehrerverbandes nach Moret, etwa 70 Kilometer südöstlich von Paris fährt, um Kontakt mit dem dortigen Sportverein aufzunehmen. Helmut Preißler, damals Vorsitzender des FC Külsheim, unterstützte den Gedanken.

Horst Papert und Horst Reinhart sollten seitens des FC Külsheim die Ersten sein, welche die spätere Partnerstadt besuchten. Sie waren Gäste der Familie Noel, nahmen teil am unterhaltsamen Programm der französischen Gastgeber, knüpften erste Kontakte mit der Vereinsführung von Sepa Moret. Das Protokollbuch des FC Külsheim vermerkt am 1. März 1968 „erste Mannschaft nach Moret eingeladen“, genannt wurde als Datum der 12. Mai 1968.

Über Ostern besprach man sich erneut in Moret und beschloss gemeinsam, dass die Fußballer und Funktionäre aus Moret den Anfang in Külsheim am Sonntag, 12. Mai 1968, machen sollten. Letztlich wurde ein Besuch über drei Tage daraus, vom 11. bis 13. Mai 1968.

Die Fränkischen Nachrichten berichteten am Dienstag, 14. Mai 1968, ausführlich und mit der großen Überschrift „Christian François: Es lebe Külsheim, es lebe Moret!“. Zuvorderst stand zu lesen, dass die Fußballmannschaft des Sportvereins aus Moret und einige Angehörige zu einer freundschaftlichen Begegnung in die Brunnenstadt gekommen seien. Es sei auf beiden Seiten festgestellt worden, dass man auf unterster Ebene zur Völkerverständigung beigetragen, neue Eindrücke gewonnen und wertvolle Freundschaften geknüpft hatte.

Empfang im Clubhaus

Die französischen Gäste, insgesamt 24 Personen, waren am späten Samstagnachmittag mit Privatwagen in Külsheim eingetroffen, an ihrer Spitze Christian François, der Präsident des französischen Vereins. Der FC Külsheim hatte die Besucher bereits in Buchen erwartet und zum Clubhaus Frankenland geleitet, wo der offizielle Empfang mitsamt Begrüßung durch den Vorsitzenden Preißler stattfand. Später bezogen die Gäste ihre privaten Quartiere und am Abend traf man sich zum weiteren Kennenlernen erneut im Clubhaus Frankenland, wo bald eine behagliche Atmosphäre das Tanzbein schwingen ließ.

Am Sonntagvormittag empfing Bürgermeister Erhard Junghans an der Spitze mehrerer Stadträte die Gäste offiziell im Clubhaus Frankenland. Er sagte, zahlreiche Bewohner beider Städte hätten nun auch im Bereich der sportlichen Lebens Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen. Der Präsident von Sepa Moret äußerte, die Herzlichkeit, mit der man empfangen worden sei, lasse die Hoffnung aufkommen, dass hier eine echte Freundschaft entstehen könne. Er bat die Külsheimer Sportkameraden, diesen Besuch in Moret zu erwidern.

Das Fußballspiel zwischen den beiden Mannschaften am Nachmittag endete nach vorherigem Tausch von Wimpeln 2:2 und alle waren sich einig, gute Leistungen gezeigt zu haben. Der späte Sonntag stand im Zeichen eines gemeinsamen Abendessens und dem beidseitig ausgesprochenen Wunsch, dass es nicht bei dieser ersten Begegnung bleiben werde. Abends sprach der französische Delegationsleiter die inzwischen legendären Worte „Es lebe Külsheim, es lebe Moret!“ Am Montagmorgen verließen die Gäste nach einem herzlichen Abschied von ihren Külsheimer Freunden die Brunnenstadt.

In der Presse gewürdigt

Der von beiden Seiten gewünschte Gegenbesuch war von 31. August bis 2. September in Moret. Der Aufenthalt der Külsheimer mit Vorstand, erster Mannschaft und Schlachtenbummlern fand eine sehr gute Resonanz auch in der französischen Presse. Die große Tageszeitung „La Parisien liberé“ berichtete in ihrer Lokalausgabe von Moret ausführlich über das glanzvolle Ereignis. Unter der Überschrift „Fruchtbare deutsch-französische Partnerschaft“ werden die Geschehnisse an den Besuchstagen nochmals lebendig.

Die Kontakte zwischen Moret und Külsheim intensivierten sich auch auf anderer Ebene. Am 1. Mai 1970 trafen sich die Gemeinderäte beider Städte zu einer historischen Sitzung im Rathaus von Moret. Der entsprechende Gegenbesuch fand am 10. Oktober 1970 in Külsheim statt. Am 20. Mai 1972 schließlich unterzeichnete man die offizielle Partnerschaftsurkunde.

Die Beziehungen der beiden Sportvereine indes vertieften sich über die Jahrzehnte hinweg, viele persönliche Freundschaften entstanden. Die Feier 50 Jahre Partnerschaft der Sportvereine Sepa Moret / FC Külsheim ist von Samstag bis Montag, 23. bis 25. Juni, in Külsheim.

Der Rückblick gründet auf alten Berichten aus den Fränkischen Nachrichten und auf dem umfangreichen Fundus des Külsheimers Alfred Bauch.