Külsheim

„Burgkurzweyl zu Cullesheym“ Die „Danserey“ und die Bauchtanz-Gruppe „Kizzlar“ treten wieder beim Mittelaltermarkt auf

Hier darf jeder schwungvoll mittanzen

Das Mittelalter lebt wieder auf, wenn die Külsheimer ihre „Burgkurzweyl zu Cullesheym“ feiern. Sie bieten dabei wieder Handwerkskunst, Ritterspiele, Speis und Trank sowie Musik und Tanz.

Külsheim. Das mittelalterliche Spektakel findet alle drei Jahre im und rund um das Schloss der Brunnenstadt statt. Diesmal wird am Mittwoch, 1. Mai, sowie an den Wochenenden 4. und 5. Mai sowie 11. und 12. Mai gefeiert.

Es macht den gut 500 Bürgern aus allen Stadtteilen großen Spaß, in ihre historische Gewänder zu schlüpfen. Seit Monaten schon laufen bei der eigens gegründeten Vereinsgemeinschaft „Burgkurzweyl“ die Vorbereitungen. Es wird getüftelt, gewerkelt und genäht.

Denn allen Mitwirkenden ist die Authentizität sehr wichtig. Das gilt nicht nur für die Kulissen und die „Gewandungen“, sondern auch für das Auftreten der verschiednen Gruppen. Dazu gehören auch jene, die im Trubel des mittelalterlichen Marktes durch die Kunst des Tanzes beeindrucken. So präsentiert die „Cullesheymer Danserey“ einen Reigen mittelalterlicher Tänze. Die Gruppe „Kizzlar“ zeigt verschiedene Bauchtänze.

Rattentanz und Fröhlicher Kreis

Die „Cullesheymer Danserey“ besteht im Kern aus dem Team der Stadtbücherei Külsheim, zu dem im Laufe der Zeit weitere Frauen und auch einige Männer hinzugekommen sind. Die Gruppe ist seit 2004 bei jeder „Burgkurzweyl“ dabei.

Zu Beginn war man zu zehnt, inzwischen sind es etwa 20 Tänzer. Diese bieten während des unterhaltsamen Spektakels in einem Zelt im südlich gelegenen Teil des Marktes „Allerley Beywerk“ an, um damit „ein vortrefflich Handel abzuschließen“.

Die verschiedenen Tänze führen die Mitglieder auf den freien Flächen des Marktgeländes auf, damit möglichst viele Besucher zuschauen oder gar mitmachen können.

Gezeigt werden der Korbflechtertanz, der Rattentanz, der „Fröhliche Kreis“, der Webertanz, Chapelloise (ein traditioneller Volkstanz mit Partnerwechsel) sowie der Erbsentanz, bei dem es heißt: „Der Mo, die Fraa . . .“

Die Tänze sind einst von dem Külsheimer Mittelaltermusik-Kenner Matthias Zeh vorgeschlagen worden. Er brachte den Tanzenden auch die jeweilige Choreographie näher. Gisela Heine und Annette Ries studieren die Tänze ein. Mit dem Training hat man heuer im März begonnen. Die Akteure sind sich einig: Das Tanzen mache „eine Mords-Gaudi“ und sei ein ansehnlicher Beitrag zur „Burgkurzweyl“. Immer schön sei es, Gäste mit Erfolg zum Mittanzen einzuladen. „Fast alle haben großen Spaß.“

Die „Cullesheymer Danserey“ tritt an jedem der fünf Tage des mittelalterlichen Spektakels mehrfach auf. Die „Raddel-Buddel-Hansel“ sorgen stets für die richtige musikalische Begleitung.

Bauchtanz-Variationen

Die Gruppe „Kizzlar“ pflegt bei der „Burgkurzweyl zu Cullesheym“ den Bauchtanz in mehreren Variationen. Heuer sind Charlotte, Emilia, Josefine, Lena, Mathilda und Rebecca mit dabei, wobei die Älteste erst nach der ersten „Burgkurzweyl“ anno 2001 geboren ist.

Die Anfänge des Bauchtanzes auf Külsheimer Mittelaltermärkten gehen indes weiter zurück. 1992 gab es anlässlich der großen Feier „700 Jahre Stadt Külsheim“ einen Tag lang den Mittelaltermarkt „Frenkisch Pauren Marckt und Spil“. Sybille Bick trat damals als Bauchtänzerin mit Jürgen Goldschmitt als Feuerschlucker an ihrer Seite als „fahrend Volk“ in einer Zigeunernummer auf.

Gegründet wurde die Gruppe „Kizzlar“ – der Begriff bedeutet „Mädchen“ – zur Burgkurzweyl 2004. Seitdem trat sie in wechselnder personeller Stärke und Besetzung auf. Sybille Bick ist weiterhin dabei, als Trainerin, Näherin und zugleich „Mutter der Kompanie“ wieder trainiert wird seit November einmal pro Woche, minimum jeweils eine Stunde. Den jungen Tänzerinnen macht das Ganze Spaß. Am besten gefallen ihnen die Auftritte, „wenn viele Menschen zuschauen“.

Als schwierig bezeichnen sie das Sprechen in der bei der „Burgkurzweyl“ üblichen „Mittelaltersprache“. Vom Technischen her sei es sehr anspruchsvoll, beim Tanzen das Schwert in der Balance zu halten, vor allem bei Wind. Also wird bis zum Beginn des Spektakels geübt und wohl auch darüber hinaus.

Auch die Gruppe „Kizzlar“ wird an jedem Tag der „Burgkurzweyl“ mehrfach zu sehen sein und den „Schleiertanz“, einen Säbeltanz und wohl auch eine Feuershow mit Feuerfächern aufführen. Musikalische Unterstützung leistet dabei stets die Gruppe „Dudelquetsch“.