Külsheim

12-Stunden-Mountainbike-Rennen Mit 450 Teilnehmern "völlig ausgebucht" / Rücksicht und Fairness werden großgeschrieben

Innerem Schweinehund Paroli geboten

Külsheim."Abwechslungsreiche Strecke, tolle Organisation, super schön", kommentierten Andreas und Christina aus einem 4er-Mixed-Team das 14. 12-Stunden-Mountainbike-Rennen am Samstag. Die Veranstaltung erwies sich als Spitzen-Event in familiärer Atmosphäre mit besonderem Fokus auf den guten sportlichen Leistungen. Veranstalter waren der FC Külsheim und der Förderverein 2003 des FC.

Mit 450 Teilnehmern war das Rennen laut Organisationschef Benny Baumann (Vorsitzender des Fördervereins) "völlig ausgebucht". Die Starter hatten sich hinreichend vorbereitet und hörten eine Viertelstunde vor dem Start von Josef Hochstatter (Vorsitzender FC): "Es ist ein Spaß-Event!" Dieser legte Wert darauf, dass Rücksicht und Fairness vor dem sportlichen Erfolg stünden. Dies wurde anschließend zwölf Stunden lang beherzigt.

Pfarrer Joachim Seraphin betonte bei der Segnung vor dem Rennen, Menschen seien auf ein Leben in Gemeinschaft ausgelegt, "das Schönste ist, Freude zu erleben". Bürgermeister Thomas Schreglmann freute sich, dass so viele den Weg nach Külsheim gefunden hätten.

Insgesamt sollte es ein perfektes Mountainbike-Wetter werden. Ein bisschen Wind gehört auf der Höhe dazu, es war nicht zu heiß und blieb trocken. Die guten Rahmenbedingungen schlugen sich auch darin nieder, dass die Zahl der Einsätze des DRK unterdurchschnittlich blieb.

Die Biker brachten all ihre Kraft und Koordination ein, dazu fahrtechnische Sicherheit und eine Menge Ausdauer, Geschicklichkeit und die Überzeugung, dem inneren Schweinehund Paroli bieten zu wollen. Zur Motivation waren unterschiedliche Beweggründe zu hören: Sportliche Aspekte und/oder Gruppendynamik, "steht schon ein Jahr lang im Terminkalender", der Spaß am gemeinsamen Tun, "eine verlorene Wette", der Ansporn, vielleicht doch noch ein bisschen mehr an Reserven heraus kitzeln zu wollen, "wir fahren für eine gute Sache".

Ein Trio kam mehr durch Zufall zusammen. Bei dem einen Dreierteam musste einer absagen, verblieben deren zwei aus Külsheim und Konstanz. Derweil hatte sich Sabine aus Aschaffenburg kurzfristig entschlossen, teilnehmen zu wollen, war aber noch ohne Team. Ein soziales Netzwerk machte es möglich, das Dreierteam war wieder voll-ständig.

Jeweils ein Mitstreiter eines Teams, es gibt solche mit zwei, drei oder vier Mitgliedern, ist permanent unterwegs auf dem anspruchsvollen Kurs, zwölf Stunden lang, auch die vielen Einzelstarter, manche eben mit den notwendigen kleinen Unterbrechungen.

Im Start- und Zielbereich sind alle mitten unter den Mitstreitern und Zuschauern, draußen im Gelände auf der 9,3-Kilometer-Runde mit etwa 250 Höhenmetern je Runde oft mit sich und der Landschaft beinahe allein.

Es ist bei dem steten "kreuz und quer" dann doch prima, wenn an den berüchtigten Panzerhügeln oder an einem besonders giftigen Anstieg aufmunternde Rufe und/oder eine unterstützende Geräuschkulisse zumindest für einige Sekunden begleiten und pushen.

Am Start waren Teilnehmer vom Jahrgang 2001 am einen Ende der Alterspyramide, solche jenseits der 60er-Marke am anderen Ende. Bei einigen der Wettbewerbe kam es zu großen Abständen vom Siegerteam zum Nächstplatzierten, anderswo ging es knapper zu. Bei dem Männern U50 hatten die beiden Erstplatzierten bei gleicher Rundenzahl eine Viertelstunde Abstand, bei den Männern Ü50 bei gleicher Rundenzahl nur gut eine Minute. Die Zwischenstände wurden immer aktuell mitverfolgt.

Hochstatter sprach zur Siegerehrung von einem "super tollen Tag". Der gemeinsamen Anstrengung folgte eine "After-Race-Party". Alle hatten Spaß daran, zum einen sportlich alles zu geben und zum anderen ein Fest zu feiern. Der Neuauflage steht nichts im Wege, der 14. Juli 2018 ist bei manchen vorgemerkt.