Külsheim

Öffentliche Gemeinderatssitzung Külsheimer Gremium befasste sich mit der Thematik Kindergärten / Bedarfsplanung für die Jahre 2019 und 2020 im Blick

„Kinderzahlen haben sich positiv entwickelt“

Archivartikel

Das Thema Kindergärten stand am Montagabend im Mittelpunkt einer öffentlichen Gemeinderatssitzung im Rathaus. Gut drei Dutzend Bürger verfolgten die Beratungen.

Külsheim. Zur Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2019/20 sagte Bürgermeister Thomas Schreglmann, die „Kinderzahlen haben sich in den letzten drei Jahren positiv entwickelt“. Christoph Kraft vom Rechnungsamt stellte vorab neue gesetzliche Regelungen vor, dazu allgemeine Entwicklungen in der Kinderbetreuung auf Landes- und Kreisebene. Er ging auch auf Begehungen im Herbst 2018 in den katholischen Kindergärten in Külsheim, Steinbach, Uissigheim und Eiersheim ein, in Folge derer die Umsetzung gewisser Brandschutzmaßnahmen gefordert worden sei. In Abstimmungsgesprächen sei geklärt, was im Detail und in diesem Jahr umgesetzt werde.

Trendwende verdeutlicht

Kraft verdeutlichte die vom Bürgermeister angesprochene Trendwende bei den Kinderzahlen mit diversen Beispielen. Man gehe davon aus, die Zahlen würden sich mittelfristig stabilisieren. Die von Kraft angesprochene Umgestaltung in den Betreuungsangeboten der letzten Jahre zeigte auch auf, wie die Stadt Külsheim auf sich ändernde Situationen eingeht.

Der Mann vom Rechnungsamt verwies zudem auf die Entwicklung des jährlichen städtischen Zu-schusses zum Kindergartenbetrieb. Die Elternbeiträge beliefen sich dabei auf zehn bis 15 Prozent, jener der Kirchen auf zehn Prozent, der Rest werde von der Stadt getragen, wobei es Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg gebe.

Die Gesamtausgaben für den Kindergartenbetrieb in allen Einrichtungen zusammen lägen im laufenden Jahr bei erwarteten 1,6 Millionen Euro.

Bei der Bestandsaufnahme in den Einrichtungen sprach Kraft von 206 Plätzen. Er differenzierte mit Hilfe der aktuellen Belegung und jener in einem Jahr, ging auf die Situation in den verschiedenen Kindergärten im Stadtgebiet ein. Die Angebotsformen ab 2020 ermöglichten, dass 223 Plätze zur Verfügung stünden.

Bei der Übersicht größerer Einzelmaßnahmen benannte der Fachmann für 2018 die Einrichtung einer Krippe und Ganztagesplätzen im Kindergarten Hundheim (150 000 Euro), für 2019 bis 2021 Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kindergartens Külsheim (1,4 Millionen Euro), für 2020/22 den Neubau eines vier- oder fünfgruppigen katholischen Kindergartens Külsheim (mindestens 2,5 Millionen Euro) sowie für 2022/23 den Neubau eines eingruppigen Kindergartens Steinbach (850 000 Euro).

Hinsichtlich der Kindergartengebühren informierte Kraft, man folge wie vereinbart den von den Kirchen und den kommunalen Landesverbänden gemeinsam herausgegebenen Empfehlungen. Die Bedarfs-planung insgesamt sei im „Kuratorium Kindergärten“ vorbesprochen worden. Der Bürgermeister kom-mentierte den Überblick mit „sehr ausführlich, sehr informativ“. Mit den genannten Investitionen vor der Brust bleibe wenig Luft für sonstige Projekte.

Theodora Ulrich bezeichnete die Bedarfsplanung als „vorausschauend und flexibel“, man biete eltern-freundlich an. Ulrich und Stefan Grimm sprachen die Verunsicherung der Steinbacher Bevölkerung an, weil deren Kindergarten in der Reihenfolge nach hinten gerutscht sei. Schreglmann argumentierte, die Külsheimer Einrichtung sei älter und Handlungsbedarf eher gegeben.

Manfred Burger freute sich, dass die Zahl der Uissigheimer Kindergartenplätze wieder bei 22 sei. Alf-red Bauch meinte, ihm gefielen nicht die hohen Kosten für die Eltern, „aber wir müssen das machen“. Friedrich Morawietz und Stefan Grimm verwiesen auf die großen Investitionen plus die laufenden Kos-ten, sorgten sich um die Kostenentwicklung in den nächsten Jahren. Es müsse wegen der konjunkturellen Eintrübung geschaut werden, ob Planungen überhaupt gemacht werden könnten.

Einhellig zugestimmt

Das Gremium stimmte der Bedarfsplanung einhellig zu. Nach Beschluss wird die Gruppe im Kinder-garten Uissigheim zum September 2019 wieder in eine altersgemischte Gruppe ab zwei Jahren mit verlängerter Öffnungszeit und 22 Plätzen umgewandelt.

Der evangelische Kindergarten in Külsheim wird während des Umbaus im Bestandsgebäude in den Räumlichkeiten Bürgermeister-Kuhn-Straße 9 eine zusätzliche Kleingruppe mit Altersmischung ab zwei Jahren mit verlängerter Öffnungszeit anbieten.

Nach ausführlichem Vortrag von Kraft legte der Gemeinderat der Stadt Külsheim einstimmig einheitlichen Aufnahmekriterien für alle Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet Külsheim fest und entschied zugleich eine Reihenfolge. Diese sieht so aus: Wohnsitz im Stadtgebiet Külsheim – Vorliegen von Kindswohlgefährdung oder Erhalt von Hilfen zur Erziehung – Beschäftigungsumfang der Eltern (Vorrang Alleinerziehender) – älteres Kind hat in Kindergartengruppe Vorrang und in der Krippe sollen vorrangig Einjährige aufgenommen werden – Geschwisterkind besucht bereits die Einrichtung – Krippenübergänger.

Vorteile erläutert

Zur angedachten Einführung einer zentralen Online-Vormerkung für alle Külsheimer Kindergärten er-läuterte Kraft zunächst allgemein, listete danach die Vorteile und ging schließlich auf Aspekte der Vorgehensweise ein. Er ergänzte, das System „Zentrale Vormerkung“ sei ein kostenfreies System des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg. Nach kurzer Debatte zu Themen wie „Datenschutz“ oder „mögliche Lenkung“ beschloss der Gemeinderat, das benannte System zum September 2019 einzuführen.