Külsheim

Musikverein Külsheim 40-jähriges Bestehen unter dem Motto „Musik und Spaß“ gefeiert / Konzert als krönender Abschluss

Klangvolle Melodien bestens dargebracht

Archivartikel

Zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen überzeugte der Musikverein Eintracht Külsheim am Samstag bei seinem Konzert in der Festhalle.

Külsheim. Der Musikverein Eintracht Külsheim feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen unter dem selbst gewählten Motto „Musik und Spaß“. Den abschließenden Höhepunkt gab es am Samstagabend in der Festhalle der Brunnenstadt. Ein in unterschiedlicher Weise prächtiges Konzert begeisterte die sehr vielen Besucher. Dabei überzeugten das Jugendblasorchester des Musikvereins, der Grundschulchor der Pater-Alois-Grimm-Schule und das Ensemble des Musikvereins Eintracht.

Richard Spengler, Vorsitzender des Musikvereins, sah die Halle ob der großen Besucherzahl „fast aus den Fugen geraten“.

Viel gelernt und viel erreicht

Er begrüßte auch Ehrengäste, befreundete Musikvereine und ehemalige Musikerkollegen, ehe er einen kurzen Rückblick auf das Jubiläumsjahr gab. In den 40 Jahren seit der Wiedergründung habe der Verein „viel gelernt und viel erreicht“, auch gelernt, nicht auszuruhen. Besonders freue ihn, so viele junge Leute musizieren zu sehen. Da stecke viel ehrenamtliche Arbeit dahinter, so Spengler, „es lohnt sich“.

Einen umfassenden Einblick in die Nachwuchsarbeit gab der Auftritt des Jugendblasorchesters des Musikvereins unter der Leitung von Florian Wolpert. 17 junge Musiker und zehn begleitende Mentoren bescherten dem Publikum diverse erfreuende „Aha“-Erlebnisse zuerst bei den Stücken „Trumpets“ und dem Filmsong „Let it go“.

Musikalisch und augenscheinlich noch bunter wurde es, als sich bei „Ich wollte nie erwachsen werden“ der Grundschulchor der Pater-Alois-Grimm-Schule (Leitung Justus Krämer) mit etwa zwei Dutzend Kindern sowie den Jugendlichen Liam Körner und Robin May hinzu gesellte. Alle zusammen verhalfen dem Publikum zu einem authentischen Hörerlebnis. Die Besucher forderten stürmisch „Zugabe“ und bekamen diese mit einem ebenso geglückt vorgetragenen Stück hin in Richtung der nahenden Weihnachtszeit.

Ralf Müller moderierte den folgenden Teil des Abends sehr umsichtig, er hatte sich vorab umfassend zu den dargebotenen Werken kundig gemacht. Das über 40-köpfige Ensemble des Musikvereins unter der Leitung von Christoph Wolpert begann mit einem typischen Eröffnungswerk, der „Alpina Fanfare“ mit fanfarenartigen Elementen inklusive einem getragenen Mittelteil. Mit „Bonaparte“ präsentierten die Musiker die gelungene Premiere eines Stücks mit besonders hohem Schwierigkeitsgrad. Sie setzten glorreiche Siege und vernichtende Niederlagen von Napoleon musikalisch prächtig um. Man setzte fort mit „Moments for Morricone“, einem Arrangement verschiedener Stücke, das Gesamtwerk des großen Soundtrack-Komponisten imponierend würdigend.

Einleitung, Ballade, Gitarrensolo, Opern-Parodie, Hardrock, Schluss waren die tragenden Elemente bei „Bohemian Rhapsody“, einem Rocksong, der keiner Konvention folgt und nicht einmal einen Refrain aufweist.

Gehobenes Programm

Schon im ersten Teil des Jubiläumskonzerts zeigte sich der Musikverein Külsheim den hoch gesteckten Aufgaben souverän gewachsen. Man spielte ein gehobenes Programm, servierte klangvolle Melodien und musikalische Leckerbissen.

Nach der Pause ging es mit der 18 Minuten langen Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ gleichermaßen unterhaltsam und anspruchsvoll wie kraftvoll weiter. Der Dirigent leistete dem Ensemble auch hier fein dosierte Unterstützung bei schwierigen und/oder schnellen Tonfolgen. Musik hat eh etwas Integratives, und ab dem Stück „Tales oft he Bay“ band das Ensemble „Ehemalige“ mit ein, problemlos hin zu einem Klangkörper von fast 50 Instrumenten. Das Werk selbst erzählte, der Titel gibt dies quasi vor, geschichtliche Aspekte von Ereignissen am gleichen Ort.

Bei „Auf einem persischen Markt“ zeigten die Musiker in beeindruckender Weise, wie Musik Handlung ausdrücken kann. Die Zuhörer erlebten vor dem geistigen Auge eine Karawane langsam über eine staubige Piste trotten, sahen/hörten auf dem Markt Bettler und Prinzessin, Schausteller und Sultan. Das Publikum applaudierte am vermeintlichen Ende des Konzerts im Stehen, das hatte der Musikverein auch redlich verdient. Die erste Zugabe „Music“, ein Klassiker der Rockmusik, lebte von starken Kontrasten sowie Tempowechseln und schloss in einem großen Finale. Spengler meinte, auch er selbst habe das Jubiläumskonzert „jede Minute genossen“, und richtete „vielen Dank“ in viele Richtungen.

„Fantastischer Abend“

Bürgermeister Thomas Schreglmann konstatierte in einem kurzen Grußwort, „wir hatten einen fantastischen Abend“ und unter dem Motto „Musik und Spaß“ eine Welt- und Zeitreise gemacht. Nach der zweiten Zugabe „Florentiner Marsch“, bei der das Publikum fleißig mitklatschte, bewiesen Musiker wie Gäste, dass in einem Jubiläumsjahr auch mal ohne Musik gefeiert werden kann. Eine Auswahl an ausgestellten Bildern ließ die Zeit nach der Wiedergründung des Musikvereins Külsheim visuell Revue passieren.