Külsheim

Richtfest Der Rohbau von „Haus St. Anna“ ist fertiggestellt / Im Mai 2019 soll die Einrichtung in Betrieb gehen

Kleine und familiäre Pflegeeinrichtung

Archivartikel

Külsheim.In der Haagstraße in Külsheim entsteht derzeit die neue Pflegeeinrichtung „Haus St. Anna“, gebaut vom „Saarländischen Schwesternverband“. Am Montagnachmittag war Richtfest im Beisein vieler, die direkt oder indirekt am Zustandekommen des Baus beteiligt sind. Dem Vernehmen nach soll die Einrichtung im Mai 2019 in Betrieb genommen werden.

Thomas Dane, Vorstandsvorsitzender des Saarländischen Schwesternverbands, unterstrich vor Ort, es sei eine große Freude, nun Richtfest zu feiern. Die Pflegeeinrichtung in Külsheim sei die sechste des Schwesternverbands in der Region. Das „Haus St. Anna“ werde Platz für 45 Menschen bieten, jeweils in Einzelzimmern mit Nasszelle.

Bau in die Wege geleitet

Dane erläuterte, vor etwa fünf Jahren sei der Külsheimer Bürgermeister auf den Saarländischen Schwesternverband zugekommen. Damals habe er sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, eine solche Pflegeeinrichtung in der Brunnenstadt zu errichten. Nach tiefergehender Überlegung habe man zugesagt. Baubeginn war im Dezember 2017, man rechne nun mit einem Start im Mai 2019.

Külsheim, so Dane, sei ländlich geprägt und der „Saarländische Schwesternverband“ sei prädestiniert, in einem solchen Umfeld eine Pflegeeinrichtung zu schaffen. Der Verband sei Betreiber von Einrichtungen ab 36 Plätzen aufwärts, „klein und familiär“ sei das Richtige im ländlichen Raum. „Wir organisieren im Verbund“, sagte der Vorstandsvorsitzende, mit dem Schwerpunkt Boxberg. Dies ergebe Ver-bundvorteile.

Dane dachte sogar einen Schritt weiter: Die Einrichtungen könnten idealerweise mit dem Angebot „Betreutes wohnen“ gekoppelt werden. Dies könne er sich auch in Külsheim gut vorstellen.

Als Verantwortliche vor Ort stellte Dane Petra Meyer und Marcel Hofmann vor, die gleichzeitig Ansprechpartner für die Külsheimer Einwohner seien.

Das momentan größte Problem sei die Personalgewinnung, so Dane. Man benötige im „Haus St. Anna“ etwa 40 Mitarbeiter, zum einen Pflege- und Betreuungskräfte, zum anderen Mitarbeiter in der Hauswirtschaft. In Külsheim könne eine Einrichtung entstehen, in der sich alle kennen.

Versorgungslücke schließen

Külsheims Bürgermeister Thomas Schreglmann betonte, dies sei ein ganz wichtiger Tag für Külsheim. Der Saarländische Schwesternverband habe einen exzellenten Ruf, am Zustandekommen des Projekts sei seit fünf Jahren gearbeitet worden.

Allgemein sei in den letzten Jahren viel in die Infrastruktur Külsheims investiert worden, für die größer werdende Gruppe der Senioren jedoch eher weniger. Die bisherige Anzahl der Pflegeplätze in Külsheim betrage 21, so Schreglmann, dies sei bei 5300 Einwohnern viel zu wenig. Also habe man sich in der Verwaltung Gedanken gemacht, was zu tun sei, da viele Senioren in Nachbarkommunen leben.

Die betroffenen Senioren lebten fern ihrer Heimatgemeinde, die Angehörigen hätten einen umständlichen Weg zu ihren Verwandten. Aus diesen Überlegungen heraus sei ein großes Interesse an einer weiteren Pflegeeinrichtung entstanden.

Zentral und gut erreichbar

Für das benötigte Grundstück habe gegolten, es solle zentral liegen, ebenerdig und gut erreichbar sein. Das Grundstück an der Haagstraße mit dem alten Bauhof habe gepasst. Also sei der Bauhof in die vormalige Kaserne umgezogen und auch die Familie Stemmler habe mitgemacht, dafür gebühre ihr ein „Danke“.

Der Bürgermeister sah insgesamt eine „Win-win-Situation“. Er wünschte dem eingeschossigen und hellen „Haus St. Anna“ eine zügige Fertigstellung. Mit dem Richtfest sei ein Zwischenschritt erreicht, aber noch Einiges zu tun.

Sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der Bürgermeister bedankten sich bei allen Beteiligten für die gelungene Zusammenarbeit.

Die beiden Reden wurden in der künftigen Cafeteria der Pflegeeinrichtung gehalten. Zum Richtspruch ging man ins Freie. Zimmermann Günter Walzenbach formulierte trefflich: „Frohe helle Hoffnung habend, wünschen wir nun im Voraus einen schönen Lebensabend da in diesem neuen Haus.“

Er ergänzte „dass sich unsres Wunsches Wille möglichst auch im vollen Maß mit des Herrgotts Hilf erfülle, leer ich darauf dieses Glas.“ Der Zimmermann tat wie angekündigt und warf das Glas nach altem Brauch auf den Schotter drunten, wo es wie gewünscht zersplitterte. w hp