Külsheim

Gemeinderat Überschuss von 174 000 Euro im Forst erwirtschaftet / Fachleute stellten Zahlen zu Hiebsplan und Fakten zum Holzmarkt vor

Külsheimer Stadtwald wirft einiges ab

Der Hiebsplan für den Stadtwald und der Holzmarkt waren Themen bei der Sitzung des Külsheimer Gemeinderats.

Külsheim. Ein Tagesordnungspunkt der Sitzung des Gemeinderates am Montag war der Waldhaushalt der Stadt. Nach fundierten Erläuterungen durch die forstlichen Fachleute nahm das Gremium den Vollzug 2017, die Prognose 2018 sowie die Planung 2019 einstimmig zur Kenntnis.

Forstdirektorin Dagmar Wulfes und Franz Joseph Hummel, Verwaltungsleiter im Forstamt, informierten zum Thema Wald aus Gesamt-Külsheimer Sicht ausführlich. Wulfes ging speziell auf die Forstneuorganisation ein, ab 2020 werde in neuen Strukturen gearbeitet. Für den Kommunal- und den Privatwald gehe es weiter wie bisher. Die 15 Prozent Fläche des Landes werde in einer eigenen Organisation bewirtschaftet.

„Für Sie soll sich nichts ändern“, unterstrich die Forstdirektorin und fügte an, alle Bürgermeister im Bereich des Kreisforstamtes hätten die Aussage getroffen, mit diesem zufrieden zu sein. Die Kostenrechnung werde in wenigen Wochen mit konkreten Zahlen vorgelegt. Der Forstverwaltungskostenbeitrag werde nicht doppelt so teuer, sondern mit 30000 Euro mehr nur um die Hälfte teurer, weil das Land einen Gemeinwohlausgleich zahle.

Beim Thema Holzmarkt sprach Wulfes die „europaweite Katastrophe bei Fichte“ an, verursacht durch Stürme und Käferholz. Momentan werde doppelt so viel geerntet als die Sägewerke im Jahr verarbeiten können. In Külsheim sei man froh, Fichte nicht in so großen Mengen zu haben und anderes Holz nutzen zu können.

Hummel erläuterte den zehnjährigen Forsteinrichtungsplan. Dabei sei man mit dem Vollzug 2017 bei der Halbzeit. Der angestrebte Hiebsatz im Jahrzehnt liege bei 86 000 Festmetern, vollzogen seien 44 000 Festmeter, also 51 Prozent. Man bewege sich innerhalb der Nachhaltigkeit. Bei den Anbauflächen, den Kulturen seien im Jahrzehnt 46 Hektar angedacht. Hier seien momentan 39 Prozent vollzogen, bei der Jungbestandspflege 68 Prozent, bei der Astung 50 Prozent.

Prognose für 2019

Der Verwaltungsleiter meinte, 2017 sei „alles gut gelaufen“, der geplante Überschuss von 148 000 Euro liege tatsächlich bei 174 800 Euro. Der Fachmann erläuterte das Zahlenwerk im Detail. Er bezeichnete die „Prognose 2018“ als geprägt durch die Einführung der Doppik. Geplant seien 137 600 Euro Überschuss, tatsächlich würde es wohl bedeutend besser mit etwa 222 000 Euro Überschuss.

Für 2019 sei wieder ein standardmäßiger Einschlag geplant, so Hummel. Er sprach geplante Einnahmen und Ausgaben an sowie einen möglichen Überschuss von 132 000 Euro. Der Fachmann machte hier ein kleines Fragezeichen, falls das Thema Käferholz noch stärker zum Tragen komme. Zudem gebe es Sorge, dass Bäume absterben, falls es im Winter und Frühjahr nicht ordentlich regne. Auf Nachfragen aus dem Gremium wurde bekannt, dass das Naturdenkmal „Große Eiche“ am Waldlehrpfad im „Schönert“ habe gefällt werden müssen. Der Preis für Brennholz sei gleich geblieben. Zudem wurde informiert, dass Käferholz ab sieben Zentimeter Durchmesser vor März aus dem Wald zu schaffen sei.

Bürgermeister Thomas Schreglmann dankte den Forstleuten und Revierförstern für eine gute Zusammenarbeit und deren gutes Wirken. hpw