Külsheim

Historischer Kaufmannszug Tross legte auf dem Weg nach Seligenstadt eine Rast in Külsheim ein

Marktgeschehen mit erlesenen Waren

Der historische Kaufmannszug machte auf dem Weg nach Seligenstadt in Külsheim Station.

Külsheim. Alle vier Jahre ist der Kaufmannszug von Augsburg nach Seligenstadt unterwegs und macht dabei Rast in Eiersheim und in Külsheim. Die Reisenden ebenso wie die Besuchten freuten sich über ein schönes Miteinander.

Der Kaufmannszug als große Initiative des Heimatbundes Seligenstadt begann in Augsburg, die Ankunft ist 14 Tage später in Seligenstadt vor den Toren Frankfurts. Los ging es mit 18 unterschiedlichen Kutschen, insgesamt 40 Pferden sowie 180 Teilnehmern. Der Start der Etappe am Mittwoch in Tauberbischofsheim konnte bei noch trockenem Wetter vollzogen werden. Danach setzte Regen ein und begleitete den Tross die ganze Strecke bis nach Eiersheim.

Von den Pferden ebenso wie von den Reisenden wurde alles abverlangt, obgleich man auf der Land-straße gut vorankam. Bei der Rast in Eiersheim wurden Mensch und Tier verpflegt.

Am frühen Nachmittag ging es weiter über Uissigheim zum Lehnfeldweg in Richtung Külsheim.

Die ganze Wegstrecke am Mittwoch blieb frei von technischen Problemen bei den Pferden oder Kut-schen, ganz im Gegensatz zu den ersten Tagen der Reise, als ein Dutzend der Kutschen repariert werden musste.

Die Reise der Kauf- und Fuhrleute ist für alle im Tross anstrengend. Alle packen mit an, es gibt zu allen Tageszeiten viel zu tun, jede Hand wird gebraucht.

Schon auf den letzten Metern vor dem Ortsschild empfingen die Külsheimer ihre Gäste, auf dem Schlossplatz tat dies Schultheiß Thomas Schreglmann mit einem ehrerbietigsten Gruß den Kaufleuten samt Tross. Die Stadt Cullesheym wolle sicheres Geleit auf dem Wege leisten, Schutz und Obdach gewähren, habe aus Küchen und Kellern aufgetischt. Marktmeister Thomas Hilpert verlas mit fester Stimme die Statuten zur Feier des Marktes.

Richard Biegel, Vorsitzender Heimatbund Seligenstadt, und Frank Janning, Sprecher Arbeitskreis Kaufmannszug, würdigten die gebotene Gastfreundschaft, verwiesen auf Jahre der Verbundenheit, übergaben Kaufmannsschoppen und Gedenkmünzen. Die Teilnehmer des Kaufmannszuges dankten mit weithin hörbarem „Jubel“.

Besagter Markt ließ Leute der Burgkurzweyl zu Cullesheym, gedanklich beheimatet im 15./16. Jahr-hundert, zusammenkommen mit dem Trupp des Kaufmannszuges, angesiedelt im 17./18. Jahrhundert und Leuten aus der Gegenwart. Alle zusammen indes waren Menschen, die sich vor Ort sehr gut verstanden, miteinander austauschten und feierten, spontan musizierten und tanzten, ein paar gesellige Stunden gemeinsam verbrachten.

Die Kaufleute hatten erlesene Waren mitgebracht, boten diese denn auch zum Kaufe feil, erfreuten sich der prächtigen Kulisse und der Herzlichkeit der Einheimischen. Alle fühlten sich bis in die Dunkelheit hinein sichtbar wohl in der mittelalterlich anmutenden Umgebung rund um die Burg.

Dann galt die Aufmerksamkeit dem Geschehen am Pranger. Ein Recke aus dem Kaufmannszug hatte einer holden Maid per Messer eine Haarsträhne abgeschnitten. Jener fand sich am Pranger wieder, wo ihm selbige Maid auf ähnliche Weise unter dem zustimmenden Gejohle der Umstehenden ein Stück seiner Kopfbedeckung abtrennte. Ein anderer hatte beim Hantieren am Gatter für die Pferde ein metallenes Fahrzeug beschädigt. Dieser konnte sich mit 18 Kästen Bier auslösen und auch die Cullesheymer Stadtbüttel bekamen ihren Anteil.

Am Donnerstagmorgen galt es für den gesamten Kaufmannszug, sich auf die Abreise vorzubereiten. Am späteren Vormittag setzte sich der Tross wieder in Bewegung, später Steinbach und Hundheim passierend in Richtung Eichenbühl.