Külsheim

Gemeinderat tagte Aufträge für die Erstellung von Konzepten für Quartier in ehemaliger Kaserne und Entwicklung der Kommune vergeben

Masterplan für die Gesamtstadt

Mit der Erstellung eines gesamtstädtischen Entwicklungs- und eines Quartierkonzepts für den Unterkunftsbereich in der früheren Prinz-Eugen-Kaserne beschäftigte sich der Külsheimer Gemeinderat.

Külsheim. Wie Bürgermeister Thomas Schreglmann sagte, werde ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzeptes oft von der Politik oft gefordert. Külsheim habe Konzepte für viele Ortsteile, nun solle eine Art Masterplan erstellt werden.

Nach den ausführlichen Erklärungen von Irene Trabold vom Bauamt stelle die Kommune für die drei aktuellen Sanierungsgebiete regelmäßig neue Anträge an das Wirtschaftsministerium. Dieses fordere bereits seit 2013 ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept als Voraussetzung für die Beantragung neuer Fördermittel oder Sanierungsgebiete.

Die gebietsbezogenen integrierten Entwicklungskonzepte für die Sanierungsgebiete „Külsheim Stadtkern IV“ und „Ortskern Hundheim“, die Innenentwicklungskonzepte für die Stadtteile Steinbach und Eiersheim sowie das Dorfentwicklungskonzept für den Stadtteil Uissigheim aus dem Jahr 1991 beinhalteten nur die jeweiligen Ortskerne, nicht jedoch den gesamten Stadtteil. Für Steinfurt gebe es noch kein Konzept. Es gelte nun, so Trabold, alle Bausteine zusammenzufügen, um die räumliche Entwicklung der Gesamtstadt darzustellen. Dabei soll auch eine Entwicklungsstrategie im Hinblick auf Wohnungsbau, öffentliche Infrastruktur, Gewerbe/Einzelhandel, soziale Infrastruktur, Energie, Klimaschutz und Natur erarbeitet werden. Dies könne die Grundlage für ein Leitbild bilden.

Die Honorarkosten für ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept können nicht über den Sanierungstopf gefördert werden, so die Fachfrau. Die Mittel stünden bei der Bauleitplanung im Verwaltungshaushalt mit einem Haushaltsrest aus dem Jahr 2017 zur Verfügung.

Erhalt von Fördermitteln

Trabold unterstrich, ohne ein solches Entwicklungskonzept sei eine Erhöhung von Fördertöpfen schwierig. Sie nannte das Büro „P+M Stadtplaner.Architekten“ (München) als günstigsten Bieter bei einem Preis von 11 900 Euro.

Es gab Bedenken aus dem Gemeinderat, weil kein Stadtplaner aus der Region zum Zuge gekommen ist. Diese seien permanent in der Region tätig, hieß es. Wie Schreglmann sagte, bestehe die Tätigkeit von Stadtplanern aus Fleißarbeit und dem Einbringen eigener Ideen. Natürlich könnten auch die Räte Ideen einfließen lassen. Das Gremium beschloss die Auftragsvergabe einstimmig.

Was die Erstellung eines Quartierkonzepts für den Unterkunftsbereich in der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne anging, verwies Trabold auf den für das ehemalige Kasernenareal bereits vor Jahren erstellten Bebauungsplan-Entwurf. Dieser sei für das gesamte, 52 Hektar große Areal eine rein gewerbliche Nutzung vor.

Das Regierungspräsidium Stuttgart habe nun angeregt, über die Entwicklung von Wohnbauflächen innerhalb der Konversionsfläche im Bereich der früheren Mannschaftsunterkünfte nachzudenken. Somit könnten Außenbereichsflächen geschont und vorhandene technische Infrastruktur genutzt werden.

Wie Trabold sagte, werden derzeit drei Mannschaftsunterkünfte sowie das alte Wirtschaftsgebäude abgebrochen. Der Abriss der restlichen Unterkunftsgebäude soll in den nächsten Jahren erfolgen. Dann stehe eine rund drei Hektar große Fläche für eine Neubebauung zur Verfügung. Das Quartierkonzept soll dazu beitragen, dass die „Business Area Külsheim“ die künftige Freifläche zügig vermarkten kann.

Wohnen und Gewerbe

In diesem Planungs- und Nutzungskonzept sollten die Aspekte Wohnen und Gewerbe enthalten sein, vorhandene Erschließung einbezogen werden. Den Zuschlag erhielt das Büro „P+M Stadtplaner.Architekten“ zum Preis von pauschal 11 067 Euro. Die Erstellung des Quartierkonzeptes ist im Rahmen der Sanierung förderfähig. Somit beträgt der städtische Eigenanteil rund 3320 Euro. Ohne ein solches Konzept werde die Vermarktung erschwert, so Trabold.

Auf Nachfragen aus dem Gremium hieß es, dass das Architektenbüro über langjährige Erfahrung mit Konversionsflächen verfüge. Es gebe zwei konkrete Anfragen für eine „Gewerbeeinheit mit Wohnbebauung“. Man benötige ein flexibles Konzept. Das Quartierkonzept sollte noch vor der Sommerpause vorliegen.

Der Gemeinderat beschloss die Vergabe zur Erstellung des Quartierkonzepts einstimmig.