Külsheim

Ortschaftsratssitzung Aussichtsturm und Schutzhütte können eventuell noch im laufenden Jahr in Angriff genommen werden

Mit Projekt „können wir Einmaliges machen“

Der Ortschaftsrat Uissigheim tagte im Gymnastikraum der Schule. Im Mittelpunkt standen wichtige Angelegenheiten inklusive Rückblick und geplante künftige Maßnahmen.

Uissigheim. Drei Dutzend Zuhörer waren vor Ort, was Ortsvorsteher Klaus Kuß mit „sehr erfreulich“ und „enorm für eine Ortschaftsratsitzung“ kommentierte.

Der Uissigheimer Ortsvorsteher meinte zu Beginn, die Gemeinderäte erzählten von Vorstellungsversammlungen in den Ortsteilen, die Einwohner hätten den Eindruck, gerade „ihr“ Ortsteil würde benachteiligt. Er teile diese pauschale Sichtweise nicht. Es sei eine wichtige Aufgabe des Ortschaftsrates, unter Berücksichtigung der Belange der Gesamtstadt immer wieder Maßnahmen anzustoßen.

Kuß ging auf verschiedene Verbesserungen im Ort speziell auch an exponierten Stellen ein. Er nannte die Neugestaltung des Schulhofs ebenso wie die Pausenhalle, die Brunnenanlage oder den neuen Spielplatz. Die Maßnahmen seien gemacht worden mit finanzieller Hilfe der Stadt wie auch mit großer Eigenleistung. Auch habe der Obst-, Garten- und Kulturverein den alten Kindergarten umgebaut. Der Ortsvorsteher bezeichnete eine Aufbesserung des Ortsbildes als langwierige Angelegenheit, die über Jahre hinweg nur Schritt für Schritt verwirklicht werden könne.

Solche Erfolge seien, so Kuß, am deutlichsten im Bereich neben der Kirche zu sehen mit der Platzgestaltung, der Stützmauer und dem Fachwerkgebäude. Mit dem Kirchturm sei ein prima Bild geschaffen. Weitere Verbesserungen sollten möglich sein, entsprechende Abrisse von alten Gebäuden liefen oder seien in Vorbereitung. Im Neubaugebiet herrsche rege Bautätigkeit, mittelfristig werde es Gedanken zu einer Erweiterung des Baugebietes geben. Hier solle „innerorts vor außerorts“ gelten. Kuß sprach zudem den beschlossenen Bebauungsplan für den „Rübenrain“ an.

Der Ortsvorsteher verwies in Sachen Grundschule darauf, man sei froh, eine solche Einrichtung vor Ort zu haben, und wolle diese so lange wie möglich erhalten. Ein Erhalt hänge von der Zahl der Kinder ebenso ab wie von der Zuweisung von genügend Lehrkräften durch das Schulamt. Die Rektorin müsse sich krankheitsbedingt vorzeitig pensionieren lassen, das Schulamt zeige sich indes nicht in der Lage, für eine gute Versorgung mit Lehrern zu sorgen. Dies sei mehr als ärgerlich, betonte Kuß.

Der Ortsvorsteher informierte, dass Gamburger Eltern ihre Kinder aufgrund der Personalsituation der Uissigheimer Grundschule nicht mehr hierher schickten und aus Eiersheim heuer mangels Kinder gar keines nach Uissigheim kommen werde. Dies alles sei „für die Schule eine ganz schlechte Zukunftsperspektive“.

Zum Thema Kindergarten verwies Kuß auf einen Beschluss des Gemeinderates, wonach die Kinder-gärten in allen Ortsteilen erhalten werden sollen. In Uissigheim werde künftig eine Betreuungsgruppe von zwei bis sechs Jahren angeboten, damit könnten 22 Kinder aufgenommen werden. Die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen müssten ebenso schnell wie möglich umgesetzt werden wie die Anschaffung neuer Spielgeräte.

Der Ortsvorsteher bezeichnete die dringliche Sanierung der Stahlberghalle als „großes Projekt in naher Zukunft“. Für dieses Jahr sei eine Planungsrate im städtischen Haushalt eingestellt, so dass die Angelegenheit Zeit nah einer Verwirklichung zugeführt werden könne.

Kuß sagte zum Projekt „Aussichtsturm und Schutzhütte auf dem Stahlberg“, das von der EU aufgelegte „Leader-Programm“ gewähre 163 000 Euro Zuschuss. Weiterhin gebe es hier eine großzügige Spende eines Uissigheimer Sponsors. Sobald Pläne vorlägen, werde die Sache öffentlich vorgestellt und erläutert. Insgesamt sei ein umfangreiches Genehmigungsverfahren notwendig.

Der Ortsvorsteher mutmaßte, es könne vielleicht noch dieses Jahr anfangen werden. Eigenleistungen seien beim Aussichtsturm nur wenig möglich, bei der Schutzhütte mehr. Kuß meinte mit Blick auf das Projekt, „wir können Einmaliges machen“, auch wenn etwas Geduld gefragt sei.

Der Ortsvorsteher begrüßte die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs. Das neue wirke sich positiv auf die örtliche Wehr aus, eine entsprechende Unterkunft werde in Kürze gebaut. Die Einweihung sei am kommenden Sonntag bei einem Feuerwehrfest, das entgegen anders lautenden Meldungen auf dem Dorfplatz stattfinde.

Zum Thema Ortsdurchfahrt verlas Kuß die schriftliche Antwort des Bürgermeisters auf seine Anfrage hin. Demnach sei die Sanierung der Ortsdurchfahrt von „Schmall bis Friedhof“ für 2020 im Straßenprogramm des Kreises eingeplant. Im Kreishaushalt 2019 stünden Planungskosten bereit. Der Kreis saniere nur die Straßenfläche, die Stadt Külsheim sei zuständig für neue Bordsteine, Gehwege und die Kanäle. Das Stadtwerk Külsheim mache Wasser und Strom. Auch die Stadt habe eine Planungsrate im Haushalt stehen.

Kuß sagte, die Friedhofshalle habe ein neues Dach bekommen. Insgesamt sei in Bereich Friedhof in den vergangenen zwei Jahren viel an Eigenleistung erbracht worden. Der Ortsvorsteher nannte hier speziell Josef Nahm und Thomas Schäfer, was zu Beifall aus der großen Zuhörerschaft führte. Man mache sich derzeit Gedanken zur Gestaltung der Ortseingänge.

Der Ortsvorsteher setzte sich vehement gegen Gemunkel zur Wehr, die Abrechnungen zum schönen Heimatfest 2015 seien intransparent. Allem sei im Festausschuss einstimmig zugestimmt, alles vom Steuerberater geprüft worden. Es bestehe der einstimmige Beschluss des Festausschusses, das zur Verfügung stehende Geld für örtliche Zwecke zu verwenden.

Kuß informierte zu Besonderheiten bei der anstehenden Kommunalwahl. Bei der Wahl zum Ort-schaftsrat gebe es für vier Posten elf Kandidaten. Er sei erfreut, dass es so viele Leute da seien, die mitarbeiten wollen. Insgesamt sehe die Zukunft für Uissigheim nicht schlecht aus. Allerdings müsse ordentlich gerödelt werden, damit etwas geht.