Külsheim

Musikverein Serenadenkonzert im Innenhof des Külsheimer Schlosses begeisterte das Publikum

Musik und Atmosphäre verzauberten

Archivartikel

Der Musikverein Külsheim hatte am Samstag zu einem Serenadenkonzert in den Schlossinnenhof eingeladen. Rund 150 Besucher ließen sich das nicht entgehen.

Külsheim. Es spielte zuerst das Jugendblasorchester des Veranstalters und anschließend das große Ensemble. Beide Klangkörper überzeugten, der starke Beifall des Publikums bewies dies eindrücklich.

Richard Spengler, Vorsitzender des Musikvereins, verwies bei seiner Begrüßung auch auf die „tolle Kulisse“ und das „super Wetter“. Der Musikverein feiere heuer „40 Jahre Wiedergründung“ auch unter dem Slogan „Musik und Spaß“. Die Serenade bilde dazu den Auftakt. Spengler erläuterte zum „Konzept Jugendblasorchester“, dass für das Projekt die Mentoren die treibenden Kräfte seien. So könne man den Jugendlichen so früh wie möglich Gelegenheit geben, im Orchester zu spielen.

Jugendblasorchester überzeugte

Das Jugendblasorchester, bestehend aus sehr jungen Kräften und deren erwachsenen Mentoren, spielte unter der Leitung von Florian Wolpert bereits beim ersten Stück „The Rose“ prächtig auf. Weiter ging es ins Land der Azteken, „Tequila“ war dem Genre „Latin Rock“ zuzuordnen. Bei der rhythmischen und fast schon brachialen Rocknummer unterstützte das Publikum an passenden Stellen sprachlich.

Sanftere Töne erklangen bei „It startet with a kiss“, einer Originalkomposition für Blasorchester, bei der das Soloinstrument über den Verlauf einer Beziehung erzählt. Die jungen Musiker meisterten auch hier die künstlerischen Schwierigkeiten, die Zuhörer forderten folglich „Zugabe“. Jene mündete in dem Pop- und Rocksong „Hooked on a Feeling“, süchtig nach Musik konnte einem da schon werden.

Wo zuvor Florian Wolpert moderiert hatte, setzte nach der Umbauphase Jürgen Ballweg fort. Dieser beschrieb eine Serenade als „Abendmusik in freier Form, aufgeführt als Freiluftmusik, mit unterhaltsamem Charakter“. Diesem Anspruch wurde das Ensemble des Musikvereins Külsheim unter der musikalischen Leitung von Christoph Wolpert vollauf gerecht.

Deren erstes Stück „Granada“ ertönte in einer Bearbeitung des Klassikers, die vor Energie und südamerikanischem Temperament übergeschäumte. Das folgende „In Love with a Bugle“ ließ die besondere Liebe zum Flügelhorn zelebrieren. Auch hier zeigte sich, dass an diesem Abend quasi alles stimmte, von der besonderen Atmosphäre über die unterhaltsamen Ansagen und das Wetter bis hin zur stimmigen Stückauswahl.

Weiter ging es mit „Oregon“, welches an Hand einer musikalisch inspirierten Bahnfahrt die Geschichte des Staates der USA erzählt. Der Zuhörer wird durch die faszinierende Landschaft geführt, per langsamem Thema in Moll, verbunden mit Variationen in Western- und Rockrhythmen oder melodiösen Passagen.

Anspruchsvolle Stücke

Der stete Richtungswechsel setzte sich bei der Miniatur „Bayrische Polka“ fort. Das durchaus anspruchsvolle Stück brachte die Posaunisten an exponierte Stelle und verlangte von diesen ein einwandfreies Staccato. Ein Medley mit vielen rhythmischen Passagen und inbrünstigen Bläserstimmen, sehr nah am Original, brachte „The Phil Collins Collection“. Sieben Tophits in einem fetzigen Arrangement boten eine kunterbunte Auswahl aus dem Werk des Künstlers. Wippende Extremitäten bei den Zuhörern begleiteten auch hier.

Anschließend landeten die Musiker erneut bei der rhythmischen, farbenfrohen und leichten Lebensweise der lateinamerikanischen Welt. „El Cumanchero“ wurde als Stück in der Qualitätsliga der Oberstufe in einem anspruchsvollen Arrangement mit spannenden Rhythmen zu einem echten Erlebnis.

Mehrfach während der Serenade hatten Solisten die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Abend brachte zudem die Vielfalt der Instrumente zum Ausdruck, inspirierte mit einem gelungenen Reigen von Tönen und Melodien, die innerhalb eines unterhaltsamen und kurzweiligen Serenadenabends vor Fröhlichkeit und Lebensfreude nur so sprühten. Da blieb eine erste Zugabe natürlich nicht aus. Das große Ensemble spielte dazu den langsamen Infanteriemarsch „Der alte Dessauer“. Als Zugabe zur Zugabe gab es eine Premiere, denn das Ensemble und das Jugendblasorchester spielten zum ersten Mal gemeinsam. Dirigent Florian Wolpert hatte die Seinen auch bei „One Moment in Time“ gut im Griff.

Nach gut 90 Minuten waren im Publikum nur positive Stimmen zu hören. Genannt seien die Anmerkungen „schön haben sie gespielt“ und „einmalig, was die für eine Musik hinlegen“.