Külsheim

Pater-Alois-Grimm-Schule 51 Jugendliche haben die Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss in der Tasche

Mut und Einsatz haben sich rentiert

Archivartikel

51 Schüler verlassen die Pater-Alois-Grimm-Schule (PAGS) mit einem Abschluss in der Tasche.

Külsheim. Deren 29 haben den Hauptschulabschluss gemacht und 22 die Mittlere Reife. Letzteres geschah erstmals. Gemeinsam gefeiert wurde in der Festhalle.

Die Abschlussfeier der „Neuner“ und der „Zehner“ begann mit einem Sektempfang, dem Einmarsch der Schüler sowie einem ersten Stück der Schülerband. Die Moderatorinnen Xenia, Marleen, Aileen, Michelle, Lisa-Marie, Helena und Emilia begrüßten die etwa 300 Gäste und führten fortan durch den Abend.

Rektor Udo Müller schaute zuerst einige Jahre zurück. Für die jetzigen „Zehner“ und deren Eltern sei der September 2012 zugleich der Start der Schulart Gemeinschaftsschule gewesen. Ein kleines Pflänzchen habe zu wachsen begonnen mit Chefgärtner Joachim Uihlein und seinem Team. Die Eltern hätten hier großen Mut bewiesen, denn keiner habe damals gewusst, wie die nächsten Jahre konkret aussähen.

Müller benannte Neuerungen wie den Wegfall der Grundschulempfehlung, ein Lernen auf unter-schiedlichen Niveaustufen, Wahlpflicht- und Profilfächer, die späte Entscheidung über den persönlichen Abschluss. Es gebe zwei Möglichkeiten, ein Projekt anzugehen. Entweder sei alles durchgeplant oder man mache einen groben Plan, reagiere auf Stolpersteine, wann diese auftreten. Das Projekt Gemeinschaftsschule gehöre wohl zur Variante zwei.

Der Rektor unterstrich, gemeinsames Ziel sei, den bestmöglichen Abschluss für jeden einzelnen Lernpartner zu ermöglichen, „die PAGS ist keine Gleichmacher-Schule“. Er sprach die Schüler direkt an: „Ihr seid mit unterschiedlichen Voraussetzungen gestartet, habt hart an euch gearbeitet und den persönlichen Abschluss gemacht.“ Das Novum sei, dass dies die Schulart Gemeinschaftsschule ermöglicht habe.

Manche Mitschüler hätten sich im traditionellen System nicht kennengelernt. Er sei sich sicher, Menschen und Beziehungen untereinander und miteinander machten diese Schule aus, mit Erfahrungen, die viel Wert sein können. Er erinnerte an viele Erlebnisse und Eindrücke in den Köpfen. Die positiven Erinnerungen mögen als Tank genutzt werden zum Kraft schöpfen.

Der Rektor listete auf, was die Entlassschüler fortan schulisch und beruflich tun werden. Er nannte ei-nen Notendurchschnitt von 2,1 für die Absolventen des Realschulabschlusses bei einem Landesdurchschnitt von 2,5, was die Gäste mit Beifall begleiteten. Müller folgerte: „Die PAGS kann auch Realschule!“

Susanne Beckert, Leiterin des Schulsanitätsdienstes, verabschiedete die Schulsanitäter Loren Dörflinger, Angelina Schleger, Leonard Zeh, Jonathan Platz, Mathis Fochler und Janek Bruckbauer mit dem Leitgedanken „Teamarbeit ist unsere Stärke“. Das Moderatorenteam machte einen kleinen Rückblick durch die Schullaufbahn. Es folgte ein ebenso abwechslungsreiches wie ausgiebiges Programm.

Dankesreden durch die Schüler der neunten und der zehnten Klassen offenbarten das gute Verhältnis der Lernpartner zu ihren jeweiligen Lernbegleitern. Die beiden gemeinsamen Reden der Klassenlehrer beinhalteten Schlagworte und Sätze wie „tolle Gemeinschaft“, „ihr seid bei den Prüfungen über euch hinaus gewachsen“, „alle haben es geschafft“, „große Hilfsbereitschaft“, „an den Herausforderungen gewachsen“, „wir hatten Respekt voreinander, wir waren froh, einander begegnet zu sein“, „wir sind auf alle stolz“.

Besondere Höhepunkte des feierlichen Abends waren natürlich die Zeugnisvergaben inklusive Lob und Preis. Der von den Abschlussschülern gestaltete Abend mündete in vielen Gesprächen und bei vorbereiteten Snacks.