Külsheim

Musikverein Eintracht Zur Sommerserenade waren am Samstagabend mehr als 100 Zuhörer in den Schlossinnenhof gekommen

Reise durch die Welt der Blasmusik

Archivartikel

Külsheim.Der Musikverein Eintracht Külsheim veranstaltete am Samstagabend wie seit Jahren gewohnt eine Sommerserenade im Schlossinnenhof. Die weit über 100 Zuhörer erlebten abwechslungsreiche und gleichzeitig anregende zwei Stunden voller schöner Melodien, welche das Jugendblasorchester und das große Ensemble des Musikvereins in gewohnt guter Manier präsentierten.

Jugendorchester

Zu Beginn spielte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Florian Wolpert auf, wobei Klara Lawo und Julian Grimm zusätzlich die Ansagen übernahmen. Bereits das erste Stück „Shut up and dance“ gab einen profunden Einblick in das gewachsene Können der jungen Truppe, die weiterhin Unterstützung durch erfahrene Kräfte erfährt. Das folgende „Three Little Pop Tunes“ begann leicht und locker, wechselte in traurige und melancholische Melodien, um dann wieder lebendiger zu werden, wobei eine flotte Melodie innerhalb pompöser Klängen waberte. Die Zugabe „Badner Lied“ ward vom Publikum mächtig gesanglich begleitet.

Richard Spengler, Vorsitzender des veranstaltenden Musikvereins, sprach von einer tollen Eröffnung an einem wunderbaren Abend. Zwei Dinge seien diesmal anders, orakelte er und verwies dabei auf neue T-Shirts und ob der Temperaturen kurze Hosen beim Auftritt. Diese Änderungen beeinträchtigten die Qualität der musikalischen Darbietungen in keinster Weise, weder bei den Jugendlichen noch beim Ensemble der „Großen“.

Herausforderungen gemeistert

Das große Orchester unter der Leitung von Christoph Wolpert, hier sagten Lina Spengler und Sophia Henn gekonnt an, startete mit „Olympic Fanfare and Theme“ und brachte die dem beeindruckenden Stück eigene erhabene Wirkung trefflich zur Geltung. Das Herausarbeiten elementarer Aspekte musikalischer Darbietung gelang dem Ensemble auch bei dem rein instrumentalen Satz „Nocturne“ aus „Sommernachtstraum“.

„Moderne Skizzen über deutschen Volkslieder“ waren die nächste Herausforderung für die Damen und Herren des Musikvereins. Sie meisterten diese und ließen mehr als andeutungsweise bekannte Stücke wie „Freut euch des Lebens“, „Auf der schwäb’sche Eisenbahn“ oder „Ein Jäger aus Kurpfalz“ in den musikalischen Vordergrund rücken. Zum Abschluss des ersten Teils schnupperten alle im Schlossinnenhof „Berliner Luft“. Der Marsch ließ das freie Lebensgefühl in der deutschen Hauptstadt lebendig werden und bei so viel Berliner Flair klatschten die Besucher kräftig mit.

Auch nach der Pause zeigte sich das Können des Ensembles aus der Brunnenstadt. „Grand March“ begann hoffnungsvoll mit einer majestätischen Fanfare, danach folgte ein toll klingender, energischer Abschnitt, zudem taten sich lyrische Themen hervor. Die folgende „New York Overture“ entführte in das pulsierende Leben und in die unvergleichliche Atmosphäre einer Weltstadt mit all ihren markanten Sehenswürdigkeiten, die sich dem geneigten Zuhörer vor dessen inneren Auge nach und nach entfalteten.

Mit „Total Toto“ ging die musikalische Weltreise weiter. Bei einem Medley von Liedern der kaliforni-schen Popgruppe erklangen nacheinander die weltbekannten „Africa“, „Rosanna“ und „Stop loving you“, welche manch einen leise mitsummen ließen. „Libertango“ ist ein berühmtes Stück, welches den Tango neu belebt hat. Das Ensemble des Musikvereins arbeitete die gleichermaßen bewegende und melancholische als au ch aggressive und lebendige Musik zur sichtbaren Freude aller Gäste gut heraus.

So nahm es nicht Wunder, dass Rufe nach Zugabe ebensolche forderten. Zwischenzeitlich richtete der Vorsitzende Dankesworte an alle, welche ihren Beitrag zum dem mit viel Beifall bedachten Konzert geleistet hatten. Musikalisch klang der Abend zuerst mit „Patricia“ aus, einem Stück Unterhaltungsmusik aus der Zeit von vor sechs Jahrzehnten.

„Gabriellas Song“ schließlich griff in einem berührenden und kraftvollen Lied grundlegende Themen wie Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensglück auf. Die langsame und getragene Musik war wie geschaffen für den entspannten Nachhauseweg nach einem sehr schönen Konzert, aber auch für das Verbleiben im Schlossinnenhof an einem lauen sommerlichen Abend.