Külsheim

Breitband-Ausbau Ausgebautes Glasfasernetz im Bereich Külsheim und Ebenheid in Betrieb genommen

Schnelles Internet für rund 1300 Haushalte

Für Külsheim und den Freudenberger Ortsteil Ebenheid brechen neue Zeiten an: Rund 1300 Haushalte können ab sofort schneller im Internet surfen.

Külsheim/Ebenheid. Die Telekom hat rund 7,5 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und elf neue Straßenverteiler aufgestellt. Vertreter der Verantwortlichen für diese Maßnahme trafen sich am gestrigen Vormittag im Alten Rathaus in Külsheim.

„Die Zukunft beginnt heute!“ – So stellte Landrat Reinhard Frank die besondere Bedeutung des Moments heraus. Innerhalb des Ausbauplans für das Glasfasernetz im Main-Tauber-Kreis wurde das „Ausbaugebiet 4“ (Külsheim und der Freudenberger Ortsteil Ebenheid) in Betrieb genommen. Es gehe um Zukunft, um Digitalisierung, so Frank. Dies sei entscheidend auch für Plattformen aller Art.

Daseinsvorsorge

„Die Zukunft wird digital sein“, betonte der Landrat. Die digitale Infrastruktur sei eine nicht mehr wegzudenkende Daseinsvorsorge. Auch im Main-Tauber-Kreis sei es zur entsprechenden politischen Weichenstellung gekommen und man habe entschieden, den Breitbandausbau anzugehen.

Zur Situation im ländlichen Raum verwies der Redner auf den mit der Telekom geschlossenen Kooperationsvertrag. Vom Bund erhalte man die „tolle Förderung“ in Höhe von 10,25 Millionen Euro, vom Land 4,10 Millionen Euro. Die Finanzierung der restlichen Summe, jeweils rund 3,1 Millionen Euro, sei durch den Landkreis sowie die Städte und Gemeinden erfolgt.

Frank sprach von einem „richtigen Schritt“, zumal auch alle Schulen und wichtige Gewerbegebiete mit Glasfaser angeschlossen werden. Es sei ein erster Aufgalopp für eine Grundausstattung auf der gesamten Fläche. Das s Vorhaben sei in einer Kooperation mit den Städten und Kommunen in der kurzen Zeit von zwei Jahren gelungen und wirtschaftlich leistbar.

Investitionsbeihilfe

Der Betrag von 20,5 Millionen Euro ist eine Investitionsbeihilfe an die Telekom Deutschland GmbH zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke. Der Gesamtwert aller Maßnahmen, ob geförderter oder eigen-wirtschaftlicher Ausbau, beträgt zirka 60 Millionen Euro.

Bis Ende Dezember 2018 sollen rund 99 Prozent der Haushalte und Unternehmen im Ausbaugebiet mit mindestens 50 Mbit/s erschlossen sein. Dazu werden im Main-Tauber-Kreis 790 Kilometer Glasfaserkabel und über 200 Kilometer neue Leerrohre verlegt sowie 216 Kabelverzweiger mit Glasfaser angeschlossen.

Der Landrat bezeichnete die Gesamtmaßnahme als gewaltige organisatorische und logistische Leistung. Die Firmen seien mit technischem Sachverstand zugange. Nach der Inbetriebnahme des „Ausbaugebietes 4“ gehe es Zug um Zug weiter, „wir sind noch nicht ganz durch“.

Külsheims Bürgermeister Thomas Schreglmann sprach auch im Namen von Lars Kaller, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Freudenberg. Auf den Höhen des Taubertals sei man beim Thema Infrastruktur gut aufgestellt, stellte er fest. In Külsheim seien bei den Arbeiten zur Wasserversorgung 25 Kilometer Leerrohre mitverlegt worden. Die Telekom habe diese mit Glasfaser bestückt.

Man habe bei zunehmenden Datenmengen oft gemerkt, dass bei den alten Kupferkabeln „hinten“ nicht mehr so viel ankomme. Er sei sehr froh, dass dieses gemeinsame Projekt zustande gekommen sei. Es habe insgesamt hervorragend geklappt. Schreglmann sagte allen danke, die das Projekt gestemmt haben bis hin zur ausführenden „Firma Wagner“.

In Külsheim lag der Schwerpunkt auf der Kernstadt, erklärte der Redner weiter. In den Ortsteilen sei man schon zuvor vorangekommen. Es bleibe noch viel Arbeit übrig, „denn Infrastruktur ist nie fertig“.

Joachim Otto, Leiter Außendienst Telekom Infrastrukturvertrieb Südwest, verwies darauf, dass er die Modernisierung der Landwirtschaft hier miterlebt und viele Gespräche geführt habe. Auch er freue sich, dass die Maßnahme „schnelles Internet“ in diesem Bereich geschafft sei.

In Külsheim seien 4,5 Kilometer Glasfaser verlegt. Nun müsse die Bevölkerung selbst tätig werden, um die Möglichkeiten nutzen zu können. „Von alleine wird es nicht schneller.“

Dr. Veit Steinle (atene KOM GmbH für den Fördergeber Bund) stellte fest, der erste Spatenstich sei im April 2017 erfolgt. Jetzt werde bereits das vierte Gebiet in Betrieb genommen und weitere Ausbaugebiete würden bald fertig. Man ziehe für den Bund das Breitbandprogramm durch, Milliarden seien zur Verfügung gestellt. Es sei „hervorragend, was jetzt passiert“.

Wettbewerbsvorteile

Steinle sagte, der Bund werde in den nächsten vier Jahren weitere zehn bis zwölf Milliarden Euro zur Verfügung stellen „damit es vorwärtsgeht“. Denn der Ausbau des Breitbands solle in der ganzen Republik noch viel schneller vonstattengehen. In Europa liege Deutschland diesbezüglich im Mittelfeld. „Wir müssen uns beeilen“, so Steinle, es gehe um den Standort und um Wettbewerbsvorteile. Deshalb sei der Ausbau der Netze erforderlich.

Die Verantwortlichen drückten gemeinsam einen kleinen „roten Knopf“ zum symbolischen Startschuss. hpw