Külsheim

„Burgkurzweyl zu Cullesheym“ Die Tage zwei und drei des mittelalterlichen Events waren nicht gerade von der Sonne verwöhnt / Viele Aufführungen an verschiedenen Stellen

„Spektakel der Lichter“ erfreute die Gästeschar

Archivartikel

Zwar spielte das Wetter nicht so mit. Doch auch der zweite und dritte Tag der „Burgkurzweyl zu Cullesheym“ erfreute wieder die Besucher mit einem bunten, mittelalterlichen Programm.

Külsheim. „Kommet, sehet und staunet!“ Was bei der „Burgkurzweyl zu Cullesheym“ bei einem der vielen Stände lockend zu hören war, galt am Wochenende in gleicher Weise für das ganze mittelalterliche Spektakel in Külsheim. Die Menschen strömten am Samstag ob des ziemlich kühlen Wetters nicht so zahlreich wie beim ersten Tag des Festes, hatten jedoch genau so viel Spaß.

Betriebsames Treiben

Es gab ein betriebsames Treiben an den verschiedenen Ständen und zwischen diesen vielfältige Aktivitäten. An allen erdenklichen Punkten sorgten sie für reichlich Trubel, meist auch für gebührende Erheiterung. Egal wo und wie etwas geboten wurde, meist bildeten sich Trauben von Menschen um das Geschehen, freuten sich über das „Was“ ebenso wie das „Wie“.

Die vielfach begeisternden Anregungen auf dem ganzen Festgelände und die lockere Einstellung der Gäste ließ deren Augen und Ohren auf allerlei neue Sinnesreize richten. Auch Gaumen und Kehle konnten sich an einer Mannigfaltigkeit ergötzen. Zudem erfreute die überall praktizierte mittelalterliche Sprechweise, derer man sich mit großer Hingabe befleißigte.

Zur „Burgkurzweyl“ gekommen waren auch 30 Freunde aus Külsheims ungarischer Partnerstadt Pécsvárad. Diese hatten das Mittelalterfest schon mehrfach besucht, diesmal ergänzten sie selbst das Marktgeschehen mit einem Stand.

Mit dabei waren auch Gäste aus Külsheims französischer Partnerstadt Moret. Catherine Hericher, Be-auftragte für die Partnerschaft der Städte, und ihre Mitstreiter tummelten sich erstmals mittelalterlich gewandet. Hericher meinte, sie sei erstaunt, wie viele Menschen für das große Fest mitarbeiteten.

Eine Gruppe mit sechs Erwachsenen und vier Kindern war aus Tirol angereist, der keltische Verein „Schantlach“. Diese sind stets auf der Suche nach besonderen Festen, waren 2010 zum ersten Mal bei der „Burgkurzweyl“ gelandet und bekräftigten: „Wir waren echt begeistert von dem, was hier geboten ist: authentisch, schöne Kulisse, freundliche Menschen.“ Das wüssten sie „echt zu schätzen“. Sie seien mittlerweile Dauergäste.

Die Gruppe „Pulex“ gehört zum Lagerleben der „Burgkurzweyl“. Sie verbringt auf dem Gelände ganze 14 Tage, für manche ist es gar der Jahresurlaub. Die Mitstreiter loben das familiäre Umfeld zusammen mit den vielen Leuten der veranstaltenden Vereinsgemeinschaft bezeichnen das Ganze als „unvergleichlich“.

Die Gruppe probte am Samstag mit einigen Gleichgesinnten aus verschiedenen Ständen den Aufstand gegen die Obrigkeit. Sie sahen sich gar unterstützt von einigen der Stadtbüttel, welche ihren Lohn noch nicht erhalten hatten. Marktmeister und Burgvogt hatten alle Hände und Münder voll zu tun, die Lage nach heftiger Red’ und Gegenred’ wieder zu beruhigen.

Am Samstag erleuchteten beim abendlichen „Spektakel der Lichter“ Laternen und/oder Kerzen den gesamten Platz der „Burgkurzweyl“, verwandelten diesen in eine sehr idyllische Szenerie. Bei Dunkelheit dann erfreuten nacheinander der Feuertanz der Gruppe „Kizzlar“ auf der Bühne sowie eine Feuerschau der Gruppe „Greifenpack“ auf dem Platz davor. Viele Hunderte von Menschen ließen sich durch den vielfältigen Tanz von Licht im Dunkel bezaubern und mitreißen.

Historischer Familiengottesdienst

Der Sonntag begann mit einem Familiengottesdienst in der Stadtkirche St. Martin mit dem Motto „Wir feiern ein Fest“.

Die Turmbläser geleiteten eine bunte Menge von Menschen in deren mittelalterlicher Gewandung in die Kirche. Kinder gestalteten während der Heiligen Messe auch ein Predigtspiel. Dort war zu hören und mitzuerleben, dass auch beim historischen Markt alle zusammen helfen und vieles zum Gelingen gebraucht werde. Jeder könne seine Fähigkeiten einbringen und für andere zur Bereicherung werden.

Auch Pfarrer Joachim Seraphin griff den Gedanken der heiteren Gemeinsamkeit auf und sagte: „Schenke uns Freude und Sinn für Humor und lass uns die Tage des historischen Marktes fröhlich verbringen.“

Die Zeichen der Lebensfreude bekamen weiteren Auftrieb, als man beim Verlassen der Kirche die tags zuvor vermisste Sonne erblicken konnte. Der Start in den Sonntag verhieß also weitere ungezwungene Stunden bis in den Abend hinein.