Külsheim

Bürgermeisterwahl Kandidat Thomas Schreglmann besprach bei Ortsrundgang und anschließendem Gesprächsabend in Uissigheim aktuelle Themen

Viel erreicht und viel vor

Archivartikel

„Auge in Auge“ mit Bürgern über Themen sprechen, die sie bewegen. Das möchte Thomas Schregl-mann, der erneut für das Amt des Külsheimer Bürgermeisters kandidiert, bei den Ortsgrundgängen.

Uissigheim. Der Amtsinhaber und bislang einzige Bewerber für den Külsheimer Bürgermeister-Posten war am Samstag in Uissigheim unterwegs. Dabei wurde er von über 20 Bürgern beim Ortsrundgang begleitet. Von der Ringstraße über die Vaitsgasse ging es zum Friedhof und weiter über den Münzweg an der Kirche vorbei hinauf zum Baugebiet „Hinterm Dorf. Dann führte der Weg durch die Höhenstraße und die Straße Kehrlich zum Bürgergespräch im Weingut „Haag-Martini“.

Unterwegs kamen die Spaziergänger auf verschiedene Leerstände in der Ortschaft zu sprechen. Dies sei nicht nur in Uissigheim, sondern auch in anderen Ortschaften ein Problem, wusste Schreglmann. Er verwies auf die Möglichkeit, für Gebäudeabbrüche Fördermittel aus dem Programm „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR) zu erhalten. So könnten innerorts Bauflächen gewonnen werden. Für Uissigheim gelte es zu überlegen, ob weiteres Bauland auf der grünen Wiese erschlossen oder das dazu benötigte Geld lieber zur Gewinnung innerörtlicher Bauflächen verwendet werden soll.

Noch etwas Geduld gefordert sei beim Bau der Feuerwehrgarage. Da sich die für die Ausschreibung benötigte Berechnung der Statik verzögert habe, „werde es sportlich“, den Eröffnungstermin im Mai einzuhalten. Die Nummernschilder für das neue Fahrzeug der Wehr lägen jedoch schon bereit.

Auf dem Rundgang und beim Bürgergespräch notierte sich Schreglmann von den Uissigheimern vorgetragene Anregungen. Dazu zählten etwa Stellen im Ort, an denen nach Meinung der Bürger Handlungsbedarf bestehe, weil Gehöfte in schlechtem Zustand sind oder Grünzeug in den öffentlichen Verkehrsraum hineinragt. Im Friedhof wurde ein unebener Weg bemängelt. Zudem wünscht man sich die Reinigung des Kriegerdenkmals.

Anregungen der Bürger

Als auch ein für Bauwillige wichtiger Aspekt wurde die Internetversorgung angesprochen. In dem Zusammenhang berichtete Thomas Schreglmann von bei der Stadt eingegangenen Anfragen von Mobilfunk-Versorgern, die Flächen für neue Sendemasten suchen. Er betonte: „Wir brauchen eine gute Mobilfunkversorgung.“ Das bestätigten auch einige Rundgangteilnehmer: „Junge Leute wollen bezahlbare Bauplätze, Internet und Handy-Empfang“.

Weiter setzten die Bürger das Aufstellen von Kotbeutel-Spendern samt Mülleimern an von Hundehaltern stark frequentierten Wegen sowie Ersatz für mittlerweile abgebaute Ruhebänke in der Ortschaft auf Schreglmanns Merkliste.

Lang war dessen Rückblick auf das in seiner achtjährigen Amtszeit als Bürgermeister in der Kernstadt und den Ortschaften Erreichte. So seien rund 20 Millionen Euro investiert und die Verschuldung von über neun Millionen Euro auf rund 5,8 Millionen Euro gesenkt worden.

Als Schwerpunkte bei den Investitionen zählte er unter anderem die Pater-Alois-Grimm-Schule mit dem „Haus des Lernens“, die Neustrukturierung der Wehr, den Windpark, die Wasserkonzeption samt Glasfaserverlegung sowie die Konversion der ehemaligen Kaserne auf. Durch die Ansiedlung der Firma Uebe aus Reicholzheim habe man das zum Kauf des Areals aufgenommene Darlehen jetzt komplett tilgen können. Schreglmann: „Nun macht die Vermarktung noch mehr Spaß, denn jeder verdiente Euro bleibt bei uns.“

Beim Blick auf Uissigheim meinte der Redner, dass hier „einiges gelaufen“ sei. Als Beispiele verwies er auf den Platz an der Kirche, den neuen Spielplatz an der Schule und deren Anschluss an das Fernwärmenetz. Dennoch gebe es noch so manches zu tun. Als Stichpunkte nannte Schreglmann die Sanierung der Ortsdurchfahrt und der Stahlberghalle. Gut fand er den Appell eines Bürgers, hierzu ein Konzept mit den Nutzern zu erarbeiten.

Man kämpfe weiter um den Erhalt der Uissigheimer Grundschule, „auch wenn die Schülerzahlen nicht berauschend sind“, sprach der Kandidat Tacheles. Kopfzerbrechen bereitet ihm offensichtlich die auf 150 000 Euro veranschlagten Kosten für Brandschutzmaßnahmen im Kindergarten der Ortschaft. Als sinnvolle Ausgabe bezeichnete er die 60 000 Euro für den zum Betrieb des Schlafraums von den Verantwortlichen geforderten Fluchtweg. „Der Gemeinderat und ich“ seien aber nicht bereit, weitere 90 000 Euro für einen Fluchttreppenturm auszugeben, damit der Raum im Obergeschoss von den Kindern zum Turnen genutzt werden dürfe.

Eine Diskussion entspann sich zum geplanten Bau eines Aussichtsturms auf dem Stahlberg. „Der ist auf meinem Mist gewachsen“, erklärte Schreglmann lachend. Nachdem der erste Antrag der Stadt auf Förderung aus dem Leader-Programm abgelehnt wurde, hofft man nun, dass der zweite Antrag erfolgreich ist. Die Entscheidung falle am 10. April, kündigte der Redner an und meinte: Es sieht für uns nicht schlecht aus.“ Schließlich werde der Turm nicht nur für Uissigheim, sondern für ganz Külsheim und für Touristen eine Bereicherung sein. An die Dorfgemeinschaft appellierte der Redner, das Projekt zu unterstützen.

Schade fanden es einige Bürger, dass der Turmbau von manchem in der Umgebung, aber auch in Uissigheim selbst, belächelt werde. Als einen Grund dafür sahen sie die nicht ausreichende Kommunikation.

Es müsse stärker öffentlich betont werden, dass der Aussichtsturm samt Schutzhütte sicher ein Anziehungspunkt für Touristen sein werde, war man überzeugt.

Ortsvorsteher Klaus Kuß stellte klar, dass die Finanzierung des Turms nichts mit „dem Geld für die Kindergärten“ zu tun habe. Dies unterstrich auch Schreglmann: „Bei Leader bekommt man kein Geld für einen Kindergarten.“