Külsheim

Kindergärten im Stadtgebiet Verwaltungsmitarbeiter legt in Gemeinderatssitzung die aktuelle Lage und die Planungen dar

Von Emotionen beeinflusste Diskussion

Archivartikel

Wie ist momentan die Lage bei den Kindergärten im gesamten Stadtgebiet? Darüber informierte Christoph Kraft vom Rechnungsamt am Montag den Külsheimer Gemeinderat.

Külsheim. Wie der Verwaltungsmitarbeiter in der öffentlichen Sitzung am Montag sagte, verlasse die Leiterin der Uissigheimer Einrichtung diese zum Kindergartenjahresende. Eine Nachfolgerin werde gesucht.

Insgesamt gebe es in den Ortsteilen derzeit mehr Zu- als Wegzüge. 2018/19 seien alle Kindergärten an der Kapazitätsgrenze.

Planungen

Kraft erklärte, in Uissigheim und Eiersheim könnten die zugezogenen Kinder nach momentanem Stand nicht betreut werden. Kurzfristig am unkompliziertesten sei eine Personalaufstockung in Eiersheim, um die volle Platzkapazität von 22 Plätzen für Mädchen und Jungen ab zwei Jahre bis zum Schuleintritt zu nutzen. Die auf ein Jahr befristete Erhöhung könne durch vorhandenes Personal abgedeckt werden.

Die Einrichtung in Uissigheim bleibe mit der bisherigen Betreuungsform einer familienähnlichen Gruppe erhalten. Eine Aufstockung auf 22 Plätze wäre nur mit neuer Betriebserlaubnis und zusätzlichem Anbau für einen Schlafraum möglich. Das Außengelände sei inzwischen in keinem guten Zustand. Größere Umgestaltungen kosten laut katholischer Verrechnungsstelle 50 000 bis 60 000 Euro.

Beschlossen worden sei, den evangelischen Kindergarten „Arche Noah“ in Külsheim ab 2020 zu sanieren. Falls zusätzlicher Platzbedarf bestehe, könne im jetzigen evangelischen Pfarrhaus nach einer Umgestaltung eine weitere Gruppe eingerichtet werden. Der Jahrgang 2017/18 sei der geburtenstärkste seit langem. Entsprechend benötige man mehr als die vorhandenen Plätze.

Das an den evangelischen Kindergarten angrenzende Gebäude könne umgebaut werden, da Pfarrerin Heike Dinse dort ausziehe, so Kraft weiter. Gespräche und eine Besichtigung fanden bereits statt. Träger der Einrichtung soll weiter die evangelische Kirche bleiben. Allerdings könne diese die Investition nicht stemmen und müsse sich auch von Liegenschaften trennen.

Die Stadtverwaltung, so Kraft, begrüße eine Übernahme von Gebäude und Grundstück in das städtische Eigentum. Die Liegenschaft werde von der evangelischen Kirchengemeinde als 30-prozentiger Eigenanteil in die Sanierung eingebracht.

Die Stadt übernehme Kindergarten sowie Pfarrhaus und setze die Investitionen in Eigenregie um. Der Umbau solle schon im Jahr 2019 starten. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Kindergartens und den Umbau des Pfarrhauses werden mit zirka 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Was den katholischen Kindergarten Külsheim angehe, so Kraft weiter, gebe es Untersuchungen zum künftigen Standort. Im Herbst soll die Entscheidung fallen. Einen Neubau befürworteten die Stadtverwaltung, die katholische Kirchengemeinde bei einer Nachnutzung des Bestandsgebäudes und der Elternbeirat der Einrichtung. Weil die Maßnahmen an der „Ache Noah“ vorgezogen werden, könne der Neubau des katholischen Kindergartens erst 2020 beginnen.

Die Planungen für die Umbaumaßnahmen im Kindergarten Hundheim seien abgeschlossen, erklärte Kraft. Die Eröffnung der neuen Gruppe werde zum Jahresbeginn 2019 angestrebt, ebenso die Einstellung der neuen Leiterin.

Der Kindergarten Steinbach soll durch einen Neubau ersetzt werden. Dessen Errichtung erfolge abhängig von dringlicheren Investitionen in anderen Einrichtungen.

Emotional aufgeladen war die Diskussion der Gemeinderäte. Dabei wurde die Entwicklung der Kinderzahlen als gut eingestuft. Insgesamt stellte man fest, dass man bei der Wahl eines Architekten frei, und das Vorgehen beim vangelischen Kindergarten zeitlich eingegrenzt sei, müssten Anträge zum Ausgleichstock doch bereits bis Januar eingereicht werden.

Missfallen

Klaus Kuß als Ortsvorsteher von Uissigheim verdeutlichte mit teils deftiger Wortwahl, dass er sei mit der Regelung Uissigheim/Eiersheim überhaupt nicht einverstanden ist. Uissigheim sei der erste Ortsteil, der die eigenen Kinder nicht mehr im Kindergarten versorgen könne. Es könne nicht sein, dass die Einrichtung in Eiersheim mit Uissigheimer Kindern „gefüttert“ werde. Uissigheim verlange nur, was jeder Ortsteil verlange. Bürgermeister Thomas Schreglmann widersprach. Denn auch manche Külsheimer und die Steinfurter Kinder gingen nicht vor Ort in den Kindergarten. Man könne für Uissigheim nicht einfach wieder zurückschwenken. Die geplante Regelung gelte zunächst für zwölf Monate. Das von der Verwaltung vor Monaten vorgelegte Konzept habe im Gremium keine Mehrheit gefunden.

Stefan Grimm wunderte sich, dass für die Debatte notwendige Kinderzahlen nicht vorlägen. Er griff wie Kuß Argumente der Sitzung vom 23. April auf. Alfred Bauch bat darum, bei Aussprachen Emotionen herauszunehmen. Auch Manfred Burger verwies auf die Entscheidungen vom 23. April. Damals seien mögliche Beschlüsse durch Emotionen verändert worden. hpw