Külsheim

Naturschutzbund Bei der Generalversammlung Rückblick gehalten / Bernhard Väth und Regina Schubert bestätigt

Werner Spengler wurde neu ins Vorstandsgremium gewählt

Külsheim.Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr wurde bei der Generalversammlung der Nabu-Gruppe gehalten. Nach der Begrüßung trug die Vorstandssprecherin Regina Schubert im Gasthaus „Zur Rose“ den neuesten Stand der Mitgliederliste vor und nannte die Altersjubilare.

In seinem Jahresbericht ließ Vorstandssprecher Bernhard Väth die Geschehnisse und Aktionen des vergangenen Jahres Revue passieren. Zu Arbeitseinsätzen hätte man sich in Gruppenstärke elfmal getroffen, vor allem zum Entfernen von Bruchholz, zum Abräumen von Obstbaumschnittgut, zum Mähen, Schwaden , Heuladen, zur Apfellese und zum Gehölzrückschnitt. Einzelne Aktive hätten sich unter erheblichem Zeitaufwand beim Obstbaumschnitt und beim Kartieren eingesetzt.

30-Jahr-Feier war Schwerpunkt

Als einen der Schwerpunkte nannte Väth das 30-jährige Bestehen im Oktober, das man bei einem Festakt mit Gästen und Ehrungen der langjährigen Mitglieder gefeiert hat. Er erwähnte das Referat von Dr. Oppermann über Auswirkungen der landwirtschaftlichen Nutzung auf die freilebende Tier- und Pflanzenwelt und dessen Plädoyer für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft. Anschließend zeigte der Vorsitzende, dass er hinter der Energiewende stehe und bedauerte den Erfolg sogenannter Klimaleugner, die den Klimawandel als eine Erfindung betrachteten. Die fatale Logik daraus sei, dass man gegen einen nicht vorhandenen Klimawechsel auch nichts tun müsse, man könne mit der Freisetzung von klimawirksamen Gasen einfach weitermachen.

Ein weiterer Punkt im Bericht von Väth war der Besuch der Landesvertreterversammlung des Nabu in Bruchsal. Hier sei die Landwirtschaft als wichtigste Ursache des Artensterbens in der freien Agrarfläche aufgetreten. Thematisiert worden sei auch die Steuerung des Geldflusses in der Bezuschussung als der wichtigste Hebel in der Steuerung der Landwirtschaft zu mehr Natur- und Umweltschutz. Die 141 Euro jedes Steuerzahlers in die Agrarsubventionen der EU wolle der Naturschutzbund nicht mit der Gießkanne über die ganze Fläche ausgestreut sehen, sondern sie mehr in eine naturschonende Landwirtschaft fließen lassen.

Als interessanten Zusatz der Landesvertreterversammlung habe man eine Führung durch die Saalbachniederung bei Bruchsal erleben können. Dieses große Feuchtgebiet in der Rheinaue sei nach intensiver landwirtschaftlicher Nutzung im Rahmen eines Extensivierungsprogramms wieder vernässt worden und biete heute zahlreichen gefährdeten Wasservögeln eine neue Heimat.

Ein Dank ging an die Külsheimer Förster und die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt, mit deren Hilfe die Sanierung von drei Feuchtbiotopen durchgeführt werden konnte. Väth ging auf die große Bedeutung der Amphibien im Nahrungsnetz der Natur ein. Als Besatz von „Krötenpfützen“ spielten sie im öffentlichen Interesse und auch bei Gemeindeverwaltungen keine Rolle, während die „Landesweite Artenkartierung“ viele Kartierer beschäftige, um die letzten Biotope zu schützen. Zum inzwischen fertiggestellten Ausgleichsbiotop der Stadt für die Windräder meinte Väth, es würde Probleme mit dem Massenauftreten von Rohrkolben und jungen Salweiden geben.

Dank an Helfer

Während sich Mitglieder und interessierte Naturfreunde bei den geführten Wanderungen regelmäßig sehen ließen, bedauerte Väth das nachlassende Engagement bei den Arbeitseinsätzen. Man habe wenige, die sich sehr stark einsetzten, dafür fehle es häufig an weiteren Helfern. Auf der großen Streuobstwiese habe man im letzten Herbst nach der Zertifizierung zum Bio-Obst trotz Hagelschäden eine gute Ernte eingefahren. Abschließend dankte er allen Aktiven für ihre Zeit und Energie, aber auch den Mitdenkern und Mitmachern.

Die Kassenprüfer Peter Weidinger und Norbert Pahl bescheinigten der Kassenwartin Regina Schubert nach deren erfreulichem Kassenbericht ein solides Management.

Bei den Wahlen der drei Vorstandssprecher wurde Regina Schubert und Bernhard Väth in ihrem Amt bestätigt und Werner Spengler neu dazu gewählt. Die ausscheidende Jutta Krimmer wurde mit einem Geschenk verabschiedet.

Dann stellte Norbert Pahl die Feldlerche als Vogel des Jahres vor und gab einen Überblick über die vogelkundlichen Wanderungen des vergangenen Jahres.

Rudi Schneider, der in den letzten Jahren eine komplette Kartierung der Flora der Gemarkung und weit darüber hinaus vorgenommen hat, stellte in eindrucksvollen Zahlen seinen Arbeitsaufwand für dieses Projekt vor und kündigte die Veröffentlichung der Verbreitungskarten in einem Buch in Aussicht.

Im Ausblick nannte Väth die Pflegearbeiten, den Umzug in ein neues Vereinsheim, einen Besuch im neuen Nabu-Zentrum am Bodensee sowie mehr Öffentlichkeitsarbeit, auch zur Gewinnung von jungen Mitgliedern. nabu