Landwirtschaft und Natur

Garten-Anemonen Rund 150 Arten umfasst die Gattung / Zahlreiche Farbvariationen im Angebot

Der Frühling ist die beste Pflanzzeit für das Windröschen

Einst verdrehte die Nymphe Anemona mit ihrer Schönheit dem Gott des Windes, Zephyr, den Kopf. Als Flora, die göttliche Gattin, davon erfuhr, raste sie vor Eifersucht. Kurzum verzauberte sie Anemona in eine Blume und schickte sie auf die Erde, wo sie bis heute als Anemone blüht. Da das griechische Wort „anemos“ übersetzt „Wind“ bedeutet, werden die zarten Blumen auch als „Windröschen“ bezeichnet. Ein anderer Erklärungsansatz zieht die Geschichte von Adonis, dem Gott der Schönheit und der Vegetation, heran. Auch hier spielt Eifersucht eine Rolle.

Als Ares, Gott des Krieges, von der Beziehung zwischen Adonis und Aphrodite erfuhr, verwandelte er sich in einen Eber und ermordete den Jüngling. Die gefallenen Blutstropfen verwandelten sich in Adonisröschen oder auch Anemonen. Soweit zur griechischen Mythologie.

Heute sind Anemonen weltweit verbreitet. Es gibt nur einen Kontinent auf dem sie nicht wachsen: Antarktis. Rund 150 Arten umfasst die Gattung, als Gartenpflanze sind jedoch vor allem Strahlen-Anemonen und Garten-Anemonen beliebt. Diese unterscheiden sich neben ihrer Blütenform besonders in ihrer Pflanz- und Blütezeit. Denn während die Knollen der im Sommer blühenden Strahlen-Anemone im Herbst in die Erde kommen, werden Garten-Anemonen am besten erst im Frühling gepflanzt.

„Auch wenn in fast allen Gartenbüchern und Blogs zu lesen ist, dass die Knollen der Anemone coronaria von Herbst bis Winter in den Gartenboden gesetzt werden sollten, empfehle ich, sie erst im Frühjahr zu pflanzen“, rät Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek. „Nach meiner Erfahrung entwickelt sich die Anemone besser und sorgt von Mitte Juni bis Ende August für eine farbenstarke Blütenpracht.“

Ursprünglich stammen die Kronen-Anemonen aus Syrien und dem Libanon, wo sie bereits im April und Mai blühen. Anschließend legen sie während des Sommers eine Ruhephase ein. In dieser Zeit schrumpft die Knolle so stark, dass sie wie ein knorriges, hartes Stück Holz aussieht. Erst, wenn es wieder zu regnen beginnt, erwacht die Pflanze aus ihrem Sommerschlaf, saugt das Wasser auf und schwillt auf die dreifache Größe an. Dann erst beginnt die Anemone wieder zu wachsen.

„Aus diesem Grund kann man das Wachstum der Anemonen anregen, indem man die Knollen vor dem Einpflanzen für ein bis zwei Tage in Wasser legt“, erklärt van der Veek. „Die Knollen sollten aber erst in den Gartenboden gesetzt werden, wenn die Gefahr für Bodenfrost vorbei ist. Fall. Wer nicht so lange warten möchte, kann die Anemonen auch im Topf vorziehen.“

Garten-Anemonen kommen am besten zur Geltung, wenn man sie zu mehreren kombiniert. Anemonen-Mischungen in Pink, Weiß, Lila und Rot entfachen im Sommer ein Farbfeuerwerk. Die einfach blühenden ‘De Caen’-Hybriden sorgen für orientalisches Flair und erinnern an Mohn. Die gefüllten Anemonen ‘St Brigid’ sehen fast wie Gerbera aus und beeindrucken mit pompösen Blüten. Beide Mischungen sind ideal für bienenfreundliche Gärten, denn sie bieten Pollen und Nektar. flu