Landwirtschaft und Natur

Faszinierend, vielfältig und schön Schon vor 3500 Jahren bildeten Griechen die kelchförmigen Blüten in einem Fresko ab

Die Lilie im Garten: schlicht, elegant, extravagant

Nur selten ist eine Pflanze so faszinierend, vielfältig und schön, dass sie die Menschen rund um den Globus und durch die Jahrtausende hindurch in ihren Bann zieht. Bei der Lilie ist das der Fall.

Schon vor 3500 Jahren bildeten Griechen die kelchförmigen Blüten der Art Lilium chalcedonicum in einem Fresko ab. Nordamerikanische Ureinwohner schätzten die Lilie als Nutzpflanze aufgrund ihrer vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten und ein chinesisches Buch aus dem ersten Jahrhundert empfiehlt diese Pflanze als Mittel gegen chronischen Husten und Schlaflosigkeit.

Sehr beliebte Pflanze

Heute gilt die Lilie als eine der beliebtesten Zierpflanzen der Welt. Während sie jahrelang hauptsächlich als Schnittpflanze selektiert und vermehrt wurde, ist sie aktuell auch wieder als Gartenpflanze attraktiv.

„In den Niederlanden ist sie nach der Tulpe inzwischen sogar die wichtigste Blumenzwiebel“, erklärt Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek. „Das liegt vornehmlich an den botanischen und den Oriental-Trompeten-Lilien, die besonders robust und somit für die Pflanzung im Garten bestens geeignet sind.“

So früh wie möglich setzen

w„Die meisten Gartenbesitzer gehen davon aus, dass die Pflanzsaison für Lilienzwiebeln erst im frühen Sommer beginnt“, so der Niederländer. „Dabei ist es besser, Lilien so früh wie möglich in die schützende Erde zu setzen – am besten direkt nach der Lieferung – denn die Zwiebeln besitzen keine schützende Außenhaut und trocknen an der Luft schnell aus. Außerdem haben sie so ausreichend Zeit, um zu wurzeln und genügend Nährstoffe aufzunehmen.“

15 Zentimeter tief

Mindestens 15 Zentimeter tief sollte das Pflanzloch sein, da Lilien zusätzlich zu den Wurzeln unter ihrer Zwiebel auch sogenannte Stielwurzeln bekommen, die über der Zwiebel wachsen.

„Da Lilien ihre Köpfe gerne in die Sonne halten, ihre Füße aber etwas kühler mögen, ist eine Kombination mit Bodendeckern, niedrigen Stauden oder anderen, kleineren Sommerblühern ideal“, so der Blumenzwiebelexperte. „Diese sorgen für ausreichend Schatten an den Stielen.“

Am bekanntesten sind Lilien mit einfachen Blüten in Weiß oder Orange. Dabei gibt es mittlerweile eine ganze Reihe mehrfarbiger Sorten mit interessanten Musterungen und einer Vielzahl an Blütenblättern, die für exotische Extravaganz im Garten sorgen.

So versetzen die Blüten der Lilium „Fusion“ auf den afrikanischen Kontinent und beschwören dadurch das Bild eines Leoparden vor einem roten Sonnenuntergang herauf. Die Lilium lancifolium „Flore Pleno“ lässt zudem mit ihren intensiv orangefarbenen und gefüllten Blüten eher an einen mehrarmigen Seestern denken und die Lilium pumilum erinnert optisch an rote Lampions aus China. fluw