Landwirtschaft und Natur

Stauden statt Schotter Pflegeleichte Vorgärten gestalten

Echte Allrundtalente

Die letzten warmen Tage haben die Natur zum Leben erweckt. Überall sprießen derzeit die ersten Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge aus dem Boden. Sie sind die Vorboten für viele andere Gartenpflanzen und Stauden, die in den nächsten Wochen zu blühen beginnen. In manchen Vorgärten sieht es allerdings ganz anders aus. Statt auf bunte Knospen stößt man immer häufiger auf versiegelte Stein- oder Schotterflächen.

Unkalkulierbares Risiko

„Viele Hausbesitzer glauben tatsächlich immer noch, dass sie damit lästige Arbeiten wie Unkrautjäten und Laubfegen hinter sich gelassen haben. Das ist aber nicht der Fall“, sagt Folko Kullmann, Präsident der Gesellschaft der Staudenfreunde. „Ganz im Gegenteil: Fast alle dieser ‚Kiesgärten‘ entpuppen sich nach einiger Zeit als unkalkulierbares Kostenrisiko! Zwischen den Schottersteinen sammelt sich Müll, aber auch Laub und Staub, in dem Unkraut munter sprießt. Von unten dringen zudem häufig Zaunwinden und Co. durch das vermeintlich schützende Vlies . . . So müssen die meisten Flächen schon nach wenigen Jahren komplett saniert werden – wenn vorher nicht bereits die Gemeinde eine Rückbauverfügung wegen unzulässiger Versiegelung erlassen hat. Denn nichts anderes stellen diese sogenannten ‚Vorgärten‘ nach den Landesbauverordnungen dar.“

Eine viel bessere, denn tatsächlich pflegeleichte und kostengünstigere Variante für die Flächengestaltung vor dem Haus sind Stauden. „Gut geplant und jetzt im Frühling gepflanzt, sorgen sie schon im ersten Jahr für üppige Blütenpracht. Sie sind aber nicht nur hübsch anzusehen, sondern bieten auch Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung und Lebensraum“, so Kullmann. „Und das Beste: Der Pflegeaufwand ist bei der richtigen Sortenauswahl minimal. Für Staudenmischpflanzungen benötigt man im Jahr in der Regel weniger als fünf bis sechs Minuten pro Quadratmeter. Da kann keine Steinfläche mithalten!“

Stauden sind Allroundtalente: Egal ob in der vollen Sonne oder im Schatten, für jeden Standort gibt es passende Sorten. Viele davon sind sehr anspruchslos und kommen auch in heißen und trockenen Sommern mit einem Minimum an Gießaufwand aus. Werden sie möglichst dicht gepflanzt, haben auch unerwünschte Wildkräuter auf der Fläche keine Chance.

Staudenfreunde geben Tipps

Gartenbesitzer, die weitere Informationen zum Thema wünschen, können sich mit ihren Fragen jederzeit an die Gesellschaft der Staudenfreunde wenden.

Mit über 5500 Mitgliedern zählt sie hierzulande zu den größten Pflanzenliebhabergesellschaften; in 60 Regional- und Fachgruppen treffen sich Staudenfans aus Deutschland und Österreich und tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus. Mehr dazu unter: www.gds-staudenfreunde.de. gpp